News Bild Wo steht die Krippe heute? Krippenbauer - Ehepaar Pöllmann über Trends und Möglichkeiten

Wo steht die Krippe heute? Krippenbauer - Ehepaar Pöllmann über Trends und Möglichkeiten

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Seit Jahrzehnten stellen Christine und Raimund Pöllmann aus Ettmannsdorf, Stadtteil von Schwandorf, an zahlreichen Orten Jahreskrippen in diversen Formen und Jahreszeiten auf. Mit Dr. Veit Neumann von der Bischöflichen Presse- und Medienabteilung haben sie über Begeisterungsmöglichkeiten gesprochen – und über das, was ihnen am meisten Spaß macht.

Frau und Herr Pöllmann, wie ist es heute möglich, Menschen für das Arbeiten an und mit Krippen zu begeistern?

Kinder erleben das Krippenbauen zu Hause bei den Eltern oder Großeltern und spüren deren Begeisterung. Das ist die Vorbildfunktion. Eltern können das Angebot eines Krippenvereins annehmen und an Wochenendkursen mit Kinder- und Jugendprogramm unter fähiger Leitung teilnehmen. Am besten ist es, Freunde aufzufordern, an Krippenbaukursen teilzunehmen, wenn man bei ihnen handwerkliche Fähigkeiten entdeckt.

Sie wirken bereits seit Jahrzehnten in diesem Feld. Welche neuen Entwicklungen gibt es hier zu beobachten?

Die Freizeitangebote sind vielfältiger geworden, vor allem durch Sportvereine und Fitnessstudios. Das Interesse an aktiver Mitarbeit in einem Krippenverein ist zurückgegangen. Der Bezug zu religiösen Themen nimmt ab. Daher wissen auch viele nichts mehr zur Thematik biblischen Geschehens.

Wie gestaltet sich die Weitergabe der Krippentraditionen an jüngere Menschen?

In einer christlichen Familie gibt es das gemeinsame Gestalten, also den Aufbau einer Krippe, das gemeinsame Modellieren von Krippenfiguren oder das gemeinsame Kaufen in Spezialgeschäften z. B. in Südtirol während des Urlaubs oder am Christkindlmarkt. Und im katholischen oder evangelischen Religionsunterricht ist das gemeinschaftliche Anfertigen einer Krippe im Advent sowie das Zeichnen oder Malen von Krippendarstellungen, z. B. die Herbergssuche, Weihnachten, Dreikönig, möglich.

Wieviel Zeit ist in etwa für den Unterhalt und die Pflege einer Jahreskrippe in einer Kirche aufzuwenden?

Der zeitliche Aufwand für Unterhalt und Pflege einer Jahreskrippe hängt ab von der Anzahl der Darstellungen, vom jeweiligen Thema, von der Anzahl der Figuren, von der Größe und vom Umfang der Kulissen und von der Größe der Bodenfläche. Für das Anfertigen der Kulissen mit Stall und Innenraum etc. ist pro Darstellung mit 15 bis 20 Stunden zu rechnen, für das Aufstellen der Krippenszene in der Kirche ca. 3 bis 4 Stunden. Sollten noch keine Figuren vorhanden sein, muss auch das Anfertigen oder die Beschaffung der Figuren zeitlich mit dazu gerechnet werden.

Wie kommuniziert die Krippenszene untereinander und miteinander?

Zunächst einmal geschieht dies über die Vereine: durch Vorträge über andere lebende und verstorbene Krippenkünstler, Vorträge zu verschiedenen Techniken des Krippenbaus und der Anfertigung von Figuren, durch den Besuch anderer Krippenfreunde oder Krippenbauer in- und außerhalb der Weihnachtszeit, durch den Besuch verschiedener Krippenausstellungen, durch die Teilnahme an Krippenbaukursen sowie durch das Erstellen eines Gemeinschaftsprojektes. Mit einzelnen aktiven Vereinsmitgliedern kommunizieren, das bedeutet den gegenseitigen Austausch von persönlichen Erfahrungen beim Krippenbau, die gegenseitige ehrliche Kritik und beim Bau einer Krippe durch die Differenzierung beim Einbringen der verschiedenen persönlichen Fähigkeiten: Erstellen des Baus/der Landschaft; Malen eines Hintergrunds; Anfertigen von passenden Figuren.

Was macht Ihnen persönlich am meisten Spaß und bereitet Ihnen die größte Freude, wenn es um Ihr Krippenengagement geht?

Bei der Gestaltung der Kirchenkrippen ist es das Folgende: Der Pfarrer der Kirche, in der die Jahreskrippe steht, zeigt Interesse an den Darstellungen, die entstanden sind (z. B. die Ordensleute des Karmelitenordens St. Josef in Regensburg und die jeweiligen Pfarrer der Neupfarrkirche). Die geleistete Arbeit und der Einsatz des Krippenbauers werden geschätzt, bzw. der Einsatz erscheint nicht selbstverständlich. In der Predigt bzw. im Pfarrbrief wird die jeweils aktuelle Krippendarstellung erwähnt. Die jeweils verantwortlichen Pfarrer bringen Ideen für neue Krippenszenen ein und ermöglichen eventuell auch die Finanzierung. Mitglieder der Pfarrgemeinde betrachten die Krippendarstellungen. Bei der Entstehung einer neuen Krippenszene ist es das Folgende: Es gibt einen Grund neue Figuren anzufertigen. Neue Gebäude werden erstellt. Und beim Aufstellen der Krippenfiguren ist es schließlich: Der Bezug der Figuren zueinander gelingt besonders gut oder wirkt ungewöhnlich. Die Beleuchtung in der Krippe ist besonders gut gelungen.

Weitere Informationen – und viele Bilder von Krippenaufstellungen der Familie Pöllmann – finden Sie unter www.jahreskrippen.de