News Bild Wiedereröffnung der Marktkirche St. Nikolaus in Neukirchen b. Hl. Blut – Pontifikalamt mit Bischof Rudolf Voderholzer

Wiedereröffnung der Marktkirche St. Nikolaus in Neukirchen b. Hl. Blut – Pontifikalamt mit Bischof Rudolf Voderholzer

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Eine große Ehre war es für die kleine Marktkirche Sankt Nikolaus und die Gläubigen des bekannten Wallfahrtsortes am Hohen Bogen im Landkreis Cham, dass Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer nach Abschluss der "kleinen Kirchenrenovierung" die Wiedereröffnung persönlich mit einem Pontifikalgottesdienst feierte. Auch für den Bischof war es ein besonderer Tag und eine besondere Freude: Am Nikolaustag genau vor sieben Jahren wurde er zum Bischof für die Diözese Regensburg ernannt. Nun konnte er die Heilige Messe feiern unter dem Hochaltar mit der wunderschönen Statue dieses Heiligen, der ihm als großes Vorbild stand am Beginn seines bischöflichen Dienstes in Regensburg.

 

Meist steht die kleine Marktkirche und ehemalige Schlosskapelle Sank Nikolaus im Innenhof des Pflegschlosses im Schatten der bedeutenden Wallfahrtskirche am anderen Ende des Ortes Neukirchen. Letzten Freitag rückte sie mit dem Besuch des Diözesanbischofs anlässlich der Wiedereröffnung nach zweijähriger Renovierungszeit in den Fokus von Pfarrei, Marktgemeinde, Gläubigen und Ehrengästen. Unter Orgel- und Trompetenklängen zogen Ortspfarrer Monsignore Georg Englmeier, der Guardian vom Franziskanerkloster Pater Benjamin und die Ministranten mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in die kleine Kirche St. Nikolaus ein. Auch der Chamer Landrat Franz Löffler, erster Bürgermeister Markus Müller mit seinen zwei Stellvertretern sowie die Verantwortlichen von Kirchenverwaltung, Pfarrgemeinderat, Marktrat und verantwortlicher Architekt Ludwig Pongratz empfingen mit den Gläubigen der Pfarrei den Bischof.


Auch Gläubige brauchen eigene Renovierung

Der Bischof erzählte in seiner Predigt von einem Kindergottesdienst, in dem er von den kleinen Gottesdienstbesuchern freudig als Nikolaus begrüßt wurde. Der Heilige ist das Urbild und Vorbild eines Bischofs. Darum freute sich auch der Regensburger Oberhirte, an diesem 6. Dezember vor sieben Jahren zum Bischof der Diözese Regensburg ernannt worden zu sein. "Alles riecht neu" stellte der Bischof in seiner Predigt fest, in der er den Rhythmus der Diözese für Kirchensanierungen erläuterte: Alle 25 Jahre gibt es die "kleine Renovierung" mit Ausweißen und Instandhaltungsarbeiten, alle 50 Jahre eine "große Renovierung". "Auch wir Gläubigen brauchen diese Renovierungen, aber in kürzeren Fristen" erläuterte er und übertrug dies auf die Liturgie im Jahreskreis. Die Adventszeit sei eine kleine, geistliche Erneuerung, die Fastenzeit steht für die große. Er riet den Gottesdienstbesuchern diese äußere Kirchenrenovierung auch für die eigene Renovierung zu nutzen wie jetzt im Advent durch, Beten, Besuch von Gottesdienst und Krippenausstellung oder mit religiösem Brauchtum wie dem Frauentragen und auch die Zeit für Gewissenserforschung wie im Bußsakrament.


Im Gebet Tränen der Freude und der Trauer bei Gott lassen

Mit dem Ortsgeistlichen erörtere er in seiner lockeren und offenen Art über die künftige Verwendung der Kapelle, in der wöchentlich freitags um 7 Uhr eine Frühmesse gefeiert wird. Der Bischof riet den Gläubigen sich "warm anzuziehen" und die Kirche zu besuchen, kein Museum daraus zu machen, sie offen zu lassen, Kerzen anzuzünden und Gott im Gebet als Gegenüber wahrzunehmen, bei dem man Tränen der Freude und der Trauer lassen kann. Mit Volksgesang aber auch mit den vier "Neukirchner Sängern" mit Leiter Thomas Schmatz an der Orgel und Anton Meindl an der Trompete wurde der Gottesdienst feierlich umrahmt und mit dem bischöflichen Segen und einem eigenen Neukirchner Heimatlied abgeschlossen. Bischof Voderholzer eröffnete im Anschluss an das Pontifikalamt im gegenüberliegenden Wallfahrtsmuseum offiziell die Sonderausstellung "Passion ohne Grenzen - Krippen aus Böhmen" und hielt dort den Festvortrag.


Das Gotteshaus St. Nikolaus

Die kleine dem Hl. Nikolaus geweihte Marktkirche wurde 1379 erstmals urkundlich erwähnt und birgt mit dem Hochaltar das wohl älteste holzgeschnitzte Kunstwerk in Neukirchen bei Hl. Blut. Sie war die Schloßkapelle der Kirchenburg, von der nur noch Mauerfundamente im angrenzenden Innenhof des Pflegschlosses übrig sind. Als im 15. Jahrhundert die böhmisch/bayerische Wallfahrt zur Madonna von Neukirchen begann und am anderen Ortsende eine Wallfahrtskirche und später ein Franziskanerkloster errichtet wurde begann die Marktkirche an Bedeutung zu verlieren. Als 1614 der Turm einstürzte wurden die Pfarrrechte auf die Wallfahrtskirche übertragen. Die Nikolauskirche wurde im Jahr 1890 noch erweitert, blieb aber die kleine Marktkirche neben Wallfahrtsmuseum und Rathaus.

 

Architekt und Bauleiter Ludwig Pongratz bezifferte die Gesamtkosten für die Außen- und Innenrenovierung auf 480.000 Euro, die je zur Hälfte von der Diözese und der Kirchenverwaltung getragen werden. Bauabschnitt 1 umfasste 2018 den Außenbereich mit Mauertrockenlegung und denkmalgerechter Instandsetzung von Dachstuhl und neuer Dachhaut. 2019 erfolgte die Innenrenovierung mit Rissesanierung, Maler- und Putzarbeiten, eine neue Elektroinstallation, Reinigung der Orgel und der Sanierung der Sakristei. Die holzgeschnitzten Hoch- und Seitenaltäre waren in einem guten Zustand und wurden gereinigt und oberflächenrestauriert.