News Bild Weltmissionsmonat: Bischof Voderholzer, Verantwortliche und Gäste aus Äthiopien berichten über weltweit größte Solidaritätsaktion

Weltmissionsmonat: Bischof Voderholzer, Verantwortliche und Gäste aus Äthiopien berichten über weltweit größte Solidaritätsaktion

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Der Oktober ist der Monat der Weltmission. Er bildet die größte Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf dem ostafrikanischen Land Äthiopien. Missio München, das große katholische Hilfswerk, organisierte zusammen mit dem Referat Weltkirche im Bistum Regensburg zahlreiche Aktionen: In den vergangenen Wochen waren mehrere Projektpartner aus Äthiopien zu Gast in der ostbayerischen Diözese. Sie berichteten bei Veranstaltungen und Vorträgen unter anderem von der Situation der Christen in ihrer Heimat. Es wurden Gottesdienste, Meditationen, Gesprächsrunden, Filmvorführungen oder Erlebniswanderungen angeboten.

Bei einer Pressekonferenz berichteten heute Monsignore Wolfgang Huber, Präsident von Missio München, Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, Kapuzinerpater Dr. Hailegabriel Meleku aus Addis Abeba in Äthiopien sowie Schwester Meskel Kelta, Leiterin einer Gesundheitsstation in Taza, über die Problemfelder in Äthiopien, die derzeitige politische Lage vor Ort und den Chancen für die katholische Kirche in dem ostafrikanischen Staat sowie über derzeitige Projekte. Höhepunkt des Weltmissionsmonats ist der Weltmissionssonntag am 28. Oktober 2018. Bischof Rudolf feiert dann um 10 Uhr mit Kardinal Berhaneyesus Souraphiel ein Pontifikalamt im Regensburger Dom. Im Anschluss findet im Regensburger Kolpinghaus das "Eine-Welt-Fest" statt. Alle Gläubigen sind zur Mitfeier des Gottesdienstes und zum Besuch des Festes herzlich eingeladen. Als Gast können die Veranstalter auch Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller begrüßen.

 

Kräfte gegenseitiger Wertschätzung werden gebündelt

Monsignore Wolfgang Huber, Präsident von missio München betont, dass mit Äthiopien in diesem Jahr ein Land im Mittelpunkt des Monats der Weltmission steht, das in zweierlei Weise ein Hoffnungsträger für die Menschen ist: Die neue äthiopische Regierung hat in den vergangenen Monaten in enormer Geschwindigkeit Schritte in Richtung Frieden und Versöhnung angestrengt. Ein weiterer wirklicher Hoffnungsträger ist, obwohl sie zahlenmäßig klein ist, die katholische Kirche Äthiopiens. "Wie wird sich das Zusammenspiel mit dem Islam in Afrika künftig gestalten? Wie wird Armutsbekämpfung gelingen, medizinische Versorgung geregelt, der Zugang zu Bildung ermöglicht? Umso wichtiger ist es, dass unsere Projektpartnerinnen und Projektpartner, dass die katholische Kirche vor Ort, zu Lösungen beiträgt. Sie ist in all diesen Bereichen aktiv und hilft dadurch, das Land und die Region in eine gute Zukunft zu führen", so der Missio-Präsident. Und weiter: "Wenn am kommenden Sonntag (28.10.2018), dem Sonntag der Weltmission, Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller zum Gottesdienst und feierlichen Abschluss der Kampagne kommt, dann ist das für mich ein wichtiges Signal. Er ist für uns ein guter und wichtiger Partner. Es zeigt, dass wir die Kräfte in gegenseitiger Wertschätzung bündeln, um Lebensperspektiven für die Menschen vor Ort zu schaffen", so Huber.

 

Bischof Voderholzer: Besondere Verbundenheit der Diözese Regensburg mit Äthiopien

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer reiste im Juni dieses Jahres mit einer Delegation des Bistums Regensburg und Vertretern von Missio in das Beispielsland 2018, um sich persönlich ein Bild von der dortigen Situation machen zu können: "Unser Besuch in Äthiopien und der Besuch der äthiopischen Gäste im Bistum Regensburg sind ein großes Geschenk für uns. Ich selbst konnte mich im Juni 2018 bei einer gemeinsamen Delegationsreise von Missio und der Diözese Regensburg persönlich vor Ort überzeugen, wie dieses alte Christentum das Land und das Leben seiner Menschen bis heute prägt. Beeindruckend waren die Begegnungen mit den äthiopischen Partnern, die nun zur Feier des Weltmissionssonntags 2018 nach Regensburg gekommen sind. Darüber hinaus gibt es eine besondere Verbundenheit der Diözese Regensburg mit Äthiopien: Im 18. Jahrhundert hat der selige Franziskanerpater Liberat Weiß aus Konnersreuth in Gonder gewirkt und dort das Martyrium erlitten", so der Regensburger Oberhirte. Und weiter: "Die Menschen im Bistum Regensburg konnten glaubensstarken und lebensfrohen Äthiopierinnen und Äthiopiern begegnen. Ich wünsche mir, dass dadurch auch ein missionarisches Feuer im Bistum Regensburg entfacht wurde", erklärt Bischof Rudolf.

 

Äthiopien kämpft gegen eigene Armut und nimmt dennoch Menschen auf

Der Kapuzinerpater Dr. Hailegabriel Meleku aus Addis Abeba in Äthiopien beschreibt die Veränderungen, denen sein Heimatland derzeit ausgesetzt ist: "Was wir in Äthiopien in den vergangenen Monaten erlebt haben, ist ein historischer Wandel: die Freilassung politischer Gefangener, die Aufhebung der Todesstrafe für Oppositionelle, die politische Annäherung an Nachbarländer wie Sudan und Ägypten. Vor allem der Friedensschluss mit Eritrea, nach zwei Jahrzehnten Kalten Krieges, ist ein großer Schritt in eine bessere Zukunft für beide Länder." Tag für Tag fahren nun Lastwagen mit Lebensmitteln und anderen Gütern über die Grenze, um die leeren Regale in den Geschäften Eritreas zu füllen. Auch dort geht es nun aufwärts. Dennoch: Seit die Grenze offen ist, kommen etwa 700 Menschen pro Tag aus Eritrea nach Äthiopien. "Das ist auch eine Herausforderung", stellt der Pater fest.

 

Uno-Botschafterin wurde heute zur ersten weiblichen Präsidentin gewählt

Die Regierung wird durch 10 männliche und 10 weibliche Minister gestellt. Und am heutigen Donnerstag wurde eine weitere wichtige Weiche für das Land gestellt, berichtet der Kapuzinerpater: "Heute hat Äthiopien einen neuen Staatschef gewählt. Mit der Wahl von Sahle-Work Zewde steht erstmals eine Frau als Präsidentin an der Staatsspitze von Äthiopien. Die Diplomatin hatte vor ihrer Wahl als Uno-Vertreterin bei der Afrikanischen Union (AU) gedient." Äthiopien beherbergt etwa eine Million Flüchtlinge. In den Flüchtlingslagern leben Menschen aus dem  Südsudan, Somalia, Eritrea, Jemen, Ruanda und Kongo. Äthiopien kämpft gegen die Armut seiner eigenen Bevölkerung, aber nimmt dennoch Menschen auf, die vor Krieg und Gewalt fliehen. "Auch Deutschland hat in den vergangenen Jahren eine große Zahl von Flüchtlingen aufgenommen. Aber Deutschland ist ein reiches Land! Es ist unbedingt notwendig, dass Deutschland in Europa angesichts der viel diskutierten Flüchtlingsfragen eine Stimme bleibt, die Menschlichkeit und Vernunft vereint", so der Appell von Dr. Hailegabriel Meleku.

 

Katholische Kirche ist wichtiger Pfeiler für medizinische Versorgung

"In meinem Heimatland Äthiopien leben 80 Prozent der Bevölkerung auf dem Land. Dort kämpfen wir nach wie vor gegen bittere Armut. Frauen müssen oft kilometerweit bis zur nächsten Wasserstelle laufen, viele Kinder sind unterernährt. Die katholische Kirche Äthiopiens ist ein wichtiger Pfeiler der medizinischen Versorgung im Land, vor allem in ländlichen Regionen. Meine Gesundheitsstation in Taza, im Süden des Landes, ist eine dieser wichtigen Einrichtungen. Wir behandeln rund 100 Patienten pro Tag.  Magen-Darm-Erkrankungen, Typhus, Aids und Augenerkrankungen sind an der Tagesordnung." So beschreibt Schwester Meskel Kelta, Apostolisches Vikariat Hosanna, die Situation in ihrer Heimat. Dort leitet sie ein Gesundheitszentrum, das allen Bedürftigen offen steht. An das Zentrum ist auch ein Waisenhaus angegliedert. Zweimal wöchentlich geht sie auf die Dörfer und betreibt Aufklärungsarbeit. Sie erzählt den Frauen über Möglichkeiten einer sicheren Geburt und erklärt, wie man Krankheiten vermeiden kann.

Auch über den Oktober hinaus finden im Bistum Regensburg noch Veranstaltungen im Rahmen des Weltmissionsmonats statt. Diese Angebote findet man im Veranstaltungsflyer, weitere Informationen unter www.missio.com