News Bild Was wir von Maria lernen können – Prof. Josef Kreiml über zwei marianische Jubiläen: Fatima und Patrona Bavariae

Was wir von Maria lernen können – Prof. Josef Kreiml über zwei marianische Jubiläen: Fatima und Patrona Bavariae

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Das Jahr 2017 ist in mehrerlei Hinsicht ein marianisches Jahr: Zum einen jähren sich die Erscheinungen von Fatima zum 100. Mal, zum anderen auch die erstmalige Feier des Festes „Patrona Bavariae“. Beide Jubiläen werden am 13. Mai gefeiert, stehen also unmittelbar vor der Tür.

Dementsprechend groß war das Interesse am Vortrag von Prof. Josef Kreiml im Akademischen Forum Albertus Magnus. Dr. Josef Kreiml, Professor für Fundamentaltheologie und Ökumenische Theologie und zugleich Vorsitzender des Institutum Marianum Regensburg, sprach über die beiden Jubiläen, über Chancen der Marienverehrung, ökumenische Annäherungen und darüber, was wir von Maria lernen können.

 

Gemeinsam zur Schutzfrau Bayerns pilgern – Das Fest „Patrona Bavariae“

Vor sieben Jahren hatten die Bayerischen Bischöfe beschlossen, zur Vorbereitung auf das 100. Jubiläum des Festes „Patrona Bavariae“ einmal im Jahr in je einer anderen Diözese zusammenzukommen, um den Schutz der Gottesmutter zu erbitten. Den Anfang machte 2011 Altötting. Am kommenden 13. Mai werden tausende Pilger auf dem Marienplatz in München erwartet.

Auch aus dem Bistum Regensburg werden zahlreiche Gläubige dabei sein, rund 1000 Menschen haben sich bereits angemeldet. Bis Dienstag, 2. Mai, können auch Sie sich noch einen Platz in den Bussen des Bistums sichern.

Prof. Kreiml zeigte in seinem Vortrag die Ursprünge der Verehrung der Patrona Bavariae, der Schutzfrau Bayerns auf, die weit in die Geschichte zurückreichen. Heute ist die Madonna auf der Münchener Mariensäule zum Bild der Patrona Bavariae schlechthin geworden. Kurfürst Maximilian I. von Bayern hatte aber schon 1616 eine Marienstatue an der Münchener Residenzfassade anbringen lassen, mit der Inschrift: „Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, unter dem wir froh und sicher leben.“ Josef Kreiml äußerte den Wunsch, dass dieses Vertrauen auf das Wirken Marias als Friedenskönigin auch in Zukunft wachbleibe.

Weitere Informationen zur Patrona Bavariae finden Sie im neuen Band „100 Jahre Patrona Bavariae – Marienverehrung in Bayern“, herausgegeben von Josef Kreiml und Veit Neumann. In zahlreichen Beiträgen beleuchten namhafte Autorinnen und Autoren das Fest „Patrona Bavariae“ in seinen theologischen Facetten und geschichtlichen Dimensionen. Mit dem Band startet eine neue wissenschaftliche Reihe im Auftrag des Institutum Marianum: die Regensburger Marianischen Beiträge.

 

Das ganze Leben als Hingabe – Die Botschaft von Fatima

Zeitgleich zur „Patrona Bavariae“-Feier in München findet im portugiesischen Fatima die Hundertjahrfeier der Erscheinungen der Gottesmutter statt, an der auch Papst Franziskus teilnehmen wird. Von Mai bis Oktober 1917 war Maria dort drei Hirtenkindern erschienen. Sie rief zum Rosenkranzgebet auf und zeigte die große Bedeutung von Umkehr, Buße und Gebet für die Sünder auf.

Dr. Josef Kreiml machte auf eine entscheidende Frage Marias an die Fatima-Kinder aufmerksam: „Wollt ihr euch Gott schenken?“ Diese Frage kann zum richtigen Verständnis der Marienverehrung beitragen. Marienverehrung führe immer zu Christus hin, so Prof. Kreiml. Das Gebet des Rosenkranzes zielt auf eine christologische Mitte: Es ist die tägliche Betrachtung des Lebens Jesu mit den Augen Marias. Auch der gemeinschaftliche Charakter spielt eine Rolle. Kirche ist Gebetsgemeinschaft, sagte J. Kreiml. Durch das Gebet für andere könne zum Heil der Menschen beigetragen werden.

Alle Infos über den Marienerscheinungsort Fatima erhalten Sie monatlich neu in der Zeitschrift „Bote von Fatima“, die vom Institutum Marianum herausgegeben wird. Sie können das Heft hier bestellen, oder folgen Sie dem „Boten“ auf facebook.

Marienverehrung nützt!

Beten und Opfer bringen für das Heil der anderen – das ist zentraler Bestandteil der Botschaft von Fatima, betonte Josef Kreiml und wies dabei auf die Worte Papst Pauls VI. hin, der der Marienverehrung großen pastoralen Nutzen zugesprochen hat. Maria helfe den Menschen, die Sünde mit starkem Willen zu meiden. Sie, die durch ihr „Ja“ sich geöffnet hat für die Botschaft Gottes, lehrt den Menschen, wie es gelingt, das ganze Leben als eine Hingabe an Gott zu gestalten. „Maria ist Vorbild der Tugend und Lehrmeisterin der Frömmigkeit“, sagte Prof. Kreiml, denn der Mensch sei, wie bereits Papst Paul VI. betont hat, immer wieder hin- und hergerissen zwischen Angst und Hoffnung. Ihm biete Maria ein „heiteres Bild des Friedens“, ein Gegenbild. Die Gottesmutter habe für bedrängte Menschen von heute stärkende Worte. An sie können sie sich mit Gebet und Bitten wenden.

Marienverehrung – rein katholisch?

Gerade in ökumenischer Hinsicht gebe es häufig Vorbehalte gegenüber der Marienverehrung. Josef Kreiml hob demgegenüber die Chance der Marienverehrung, deren Zentrum immer christologisch ist, hervor. Maria kann zur Herbeiführung der Ökumene bittend angerufen werden.

Gerade die orthodoxen Christen – mit ihren „wunderbaren Ikonen“ – feiern Maria „mit besonderer Liebe als die Hoffnung der Christen“. In Hinblick auf die evangelischen Mitchristen verwies Prof. Kreiml auf Papst Paul VI., der von der großen Liebe der Protestanten zur Heiligen Schrift sprach. Beim Gotteslob bedienten sich die evangelischen Christen der Worte Marias, insbesondere des Magnifikats. Maria als Fürbitterin anzurufen, sei allerdings, so Kreiml, „spezifisch katholisch“.

 

Demnächst im Akademischen Forum Albertus Magnus: Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin

Prof. Dr. Sigmund Bonk, Direktor des Akademischen Forums Albertus Magnus, konnte bereits auf die nächste Veranstaltung des Forums hinweisen. Am 12. Mai wird Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin über die „Ethik der Migration“ sprechen. Beginn ist um 19.30 Uhr im Thon-Dittmer Palais in Regensburg.