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Warum Anna Schäffers Leben Sinn hat

In kochendes Wasser gefallen

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Regensburg, 5. Oktober 2022. Der leidensreiche Weg der heiligen Anna Schäffer begann in ihrem Heimatdorf Mindelstetten, das etwa 20 Kilometer nordöstlich von Ingolstadt liegt. Dort kam sie am 18. Februar 1882 zur Welt. Nach Anstellungen in Regensburg folgten Anstellungen in Sandersdorf, Landshut und im Forsthaus in Stammham, wo sie am 4. Februar 1901 die Wäsche besorgte, die in einem Kessel gekocht wurde. Das Ofenrohr hatte sich gelockert. Anna stieg auf den Kesselrand, um den Schaden zu reparieren. Sie rutschte aus und fiel in den Kessel mit kochender Lauge. Dabei verbrühte sie sich beide Beine bis zu den Knien. Alle Heilungsversuche scheiterten. Schließlich gab man sie auf und wartete nur noch auf ihren Tod. Doch sie war noch nicht zum Sterben bestimmt. Ihr Zustand stabilisierte sich wieder, so dass sie nicht mehr in Lebensgefahr schwebte. Die Füße heilten nicht mehr zu. Es blieben offene Löcher, die ständig eiterten. Ihre Leidensweg sollte noch lange nicht zu Ende sein. Am 5. Oktober 1925 ist sie gestorben. Die Heiligsprechung erfolgte am 21. Oktober 2012 durch Benedikt XVI. 

Leben in Leiden - und der Sinn?

Ihre Bedeutung für uns heute liegt in ihrer Fähigkeit, darzustellen, dass ein Leben in Leiden auch heute Sinn haben kann – das hat sie mit ihrem eigenen geduldigen Leiden im Leben gezeigt. Viele Menschen leiden auch heute dieses stille und unerkannte „Leidensleben“. Ihnen gibt sie in der häufigen Einsamkeit Kraft. Auch Menschen, die gesund sind, zeigt sie allerdings, dass, sollte ein solches Leidensschicksal, auf sie, auf uns zukommen, es Sinn hat: in der Nachfolge Christi. „Anna Schäffer war nicht nur leidend, sie war auch arm, bitter arm. Sie hat aber begriffen, dass auch ein solches Leben einen Sinn haben kann“, betonte der Münchner Pastoraltheologe Prof. Dr. Ludwig Mödl in Mindelstetten. Prof. Dr. Veit Neumann