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Wallfahrt zum heiligen Valentin

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Die Wallfahrt zum heiligen Valentin im niederbayerischen Diepoltskirchen ist eine der ältesten Gnadenstätten im Bistum Regensburg. Bis aus Kelheim und Passau pilgerten die Menschen früher in den kleinen Ort bei Eggenfelden, und noch heute kommen zahlreiche Gläubige zur Wallfahrtskirche.

Der Namenspatron der Kirche, der heilige Valentin von Terni, wurde vom Volk als Helfer der Behinderten, Gichtkranken und Epileptiker verehrt. Deshalb ist er häufig – wie auch hier in Diepoltskirchen – mit einem fallsüchtigen Knaben dargestellt. Das von 1420 bis 1699 geführte Mirakelbuch, zum Teil mit vergoldeten Initialen geschrieben, erzählt von tausenden von Wundern, die sich in dieser Zeit hier ereignet haben. Die Votive reichen gar von 1308 bis über das Jahr 1800 hinaus. In früherer Zeit wurden vor allem mit Getreide gefüllte Tonköpfe geopfert, sie sollten Hilfe bei Kopfschmerzen bringen. Daneben brachten die Gläubigen Kröten, schwarze Hennen, Rohseide und Kleider oder riesige Wachsklumpen, geformt und ungeformt, die das Gewicht des Spenders hatten. Auch zahlreiche Votivtafeln, einige noch aus dem 17., die meisten aus dem 18. und 19. Jahrhundert, zeugen von wundersamen Heilungen. Sie sind allerdings inzwischen außerhalb der Kirche untergebracht, ebenso wie eine silbergetriebene Figur des heiligen Valentin mit einer auf der Brust eingelegten Reliquie.


Der heilige Valentin von Terni

Gleich mehrere Heilige mit dem Namen Valentin stehen im katholischen Kirchenkalender. Der Name kommt aus dem lateinischen und bedeutet soviel wie „kräftig, gesund“. Dass gerade der Heilige Valentin im Volksglauben zum Helfer bei Fallsucht, also bei Epilepsie, wurde, ist vermutlich auf den Gleichklang seines Namens mit „fallender Krankheit“ zurückzuführen. Ähnlich ging es auch dem Heilige Blasius, der zum Patron der Blas-Musiker wurde, und dem Heilige Augustinus als Helfer bei Augenkrankheiten.

Der Legende nach war Valentin von Terni, dessen Namenstag am 14. Februar gefeiert wird, ein armer, ehrsamer Priester. Denen, die Hilfe und Trost bei ihm suchten, schenkte er eine Blume aus seinem Garten. Und als er trotz Verbotes Liebespaare nach christlichem Zeremoniell traute, ließ ihn der römische Kaiser Claudius II. am 14. Februar im Jahr 268 oder 269 enthaupten.

Der Brauch, am Valentinstag Blumen zu schenken, geht zurück auf den Festtag der römischen Göttin Juno, der Beschützerin von Ehe und Familie. Ihr wurden an diesem Tag Blumen geopfert und auch die Frauen beschenkte man mit Blumen. Im Mittelalter kam dieser Brauch dann zunächst in Frankreich und England auf, in Deutschland erst nach dem Zweiten Weltkrieg.
Der Valentinskult in Bayern hatte seinen Ausgang in Passau. Hierher ließ Herzog Tassilo die Gebeine des Heiligen aus Mais bei Meran übertragen. Im Volksglauben war mit dem Valentinstag, dem 14. Februar, schon in früherer Zeit verschiedenes Brauchtum verbunden. So glauben die jungen Mädchen, dass der Bursche, der ihnen am Morgen als erster begegnet, ihr zukünftiger Ehemann wird. Und wer sich in der Nacht Lorbeerblätter an die Zipfel seines Kopfkissens steckte, der konnte im Traum seinen Zukünftigen sehen. Der Valentinstag galt als Unglückstag für das Vieh, deshalb sollten Arbeiten mit den Tieren vermieden werden.

Heute wird der Heilige Valentin als Patron der Liebenden, Verlobten und der Bienenzüchter verehrt.

Text: Judith Kumpfmüller