News Bild Wallfahrt zum Gnadenbild „Maria mit dem Stacheldraht“ in Berlin      -      Bischof Voderholzer: „Gott darf niemals zur Legitimierung von Gewalt und Krieg missbraucht werden!“

Wallfahrt zum Gnadenbild „Maria mit dem Stacheldraht“ in Berlin - Bischof Voderholzer: „Gott darf niemals zur Legitimierung von Gewalt und Krieg missbraucht werden!“

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Am gestrigen Donnerstag feierte Bischof Rudolf Voderholzer im Rahmen der monatlichen Wallfahrt zum Gnadenbild „Maria mit dem Stacheldraht“ in der katholischen Gemeinde Maria Frieden in Berlin ein Pontifikalamt mit Pfarradministrator Vinsensius Nana Ekayana Visca und mehreren hundert Gläubigen. Joachim Kardinal Meisner hatte der Pfarrei 1988 als damaliger Erzbischof von Berlin das dreiteilige Bild von Otto Dix übergeben, verbunden mit dem Auftrag zur Durchführung einer monatlichen, bistumsweiten Wallfahrt. Der monatliche Wallfahrtsgottesdienst fand und findet seitdem immer am ersten Donnerstag eines Monats statt.

 

In seiner Predigt nahm Bischof Rudolf Bezug auf die aktuellen Ereignisse im Nahostkonflikt und verwies darauf, dass die Botschaft von Papst Benedikt XVI. in seiner Regensburger Rede (2006) so aktuell wie eh und je sei: „Niemals darf Gott zur Legitimierung von Gewalt und Krieg missbraucht werden! Jetzt, gerade in diesen Tagen, da die Christen, unsere Schwestern und Brüder, aus ihren angestammten Gebieten und Städten, die zur Wiege des Christentums gehören, vertrieben werden, wäre ein gemeinsames Zeugnis der gläubigen Muslime und Juden zusammen mit dem Papst und den Bischöfen wichtig und notwendig. Wir beten für unsere Schwestern und Brüder, und das ist wichtig. Aber es müssen jetzt auch konkrete politische Maßnahmen folgen!“

 

Gleichzeitig reagierte der Regensburger Oberhirte auf die jüngst geführte Debatte, ob ein Muslim „Schützenkönig“ in einem deutschen Schützenverein werden könne, der sich dem Schutz der Kirche verschrieben hat. „Warum nicht“, so die Antwort Voderholzers, „wenn dieser der beste Schütze ist?“ Ein richtiger Volltreffer wäre es aber, wenn der neue Schützenkönig seine dadurch erworbene Bekanntheit und die damit ja auch verbundene Autorität nützen würde, um in aller Öffentlichkeit deutlich zu machen: Der allein sinnvolle Gebrauch eines Gewehres besteht darin, in einem Sport- oder Schützenverein auf Scheiben zu schießen und nicht auf Menschen. „Und wenn er dies gerade auch als Muslim täte und seine Glaubensbrüder und -schwestern aufrufen würde, sich eindeutig von aller Gewalt und kriegerischer Aktion im Namen des Islam zu distanzieren.“, so der Appell des Bischofs.

 

Wallfahrt zum Gnadenbild „Maria mit dem Stacheldraht“

Die Mariendarstellung des Berliner Gotteshauses stammt aus den Händen des bekannten Künstlers Otto Dix. Dix befand sich im April 1945 in einem französischen Kriegsgefangenenlager bei Colmar. Im Zuge seiner Versetzung in eine Künstlergruppe schuf er das Triptychon "Madonna vor Stacheldraht und Trümmern" für die Kapelle des Gefangenenlagers in Colmar. Es handelt sich um einen dreiteiligen Flügelaltar, in dessen Bildern die Madonna mit Paulus und Petrus vor Trümmern und Stacheldraht abgebildet ist. Dem Gotteshaus wurde der Name „Maria, Königin des Friedens“ verliehen. Mit dieser Namensgebung wollte die junge katholische Gemeinde 1919 unmittelbar an die Beendigung des Ersten Weltkrieges erinnern.

 

Quelle Foto: Pfarrei Maria Frieden, Berlin

 

Einen Eindruck des Pontifikalamtes bekommen Sie in unserem Bilderalbum Bischof Voderholzer in Berlin.