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Zur Neuigkeit
Volle Basilika bei „Rock meets Classic“ in St. Emmeram in Regensburg
Te decet Hymnus
Regensburg, 11. November 2025
Schlagzeuge vor barockem Stuck und ungewohnte Klänge in einem ehrwürdigen Kirchenraum: Am Sonntagvormittag holte Stadtdekan Pfarrer Roman Gerl erneut den Cantemus-Chor, Solisten und die Piu Piu Band für einen klassichen Gottesdienst mit satten Rhythmen. Mehrere hunderte Menschen kamen zur Musikmesse und feierten begeistert mit.
„Wenn Mauern Musik machen könnten, wie würde unsere Baslika klingen“, fragte Roman Gerl die Gläubigen. Die blickten erstaunt zum Altar, wo die Band zur Begrüßung ein kräftiges, rockiges „Spirit in the Sky“ angestimmt hatte. Die Klänge wurden weicher, gregorianische Choräle führten weit in die christliche Vergangenheit. „Te decet Hymnus“, war die Sonntagsmesse überschrieben, „Dir gebührt ein Lobgesang“.
Pfarrer Gerl verwies auf die lange kirchliche Tradition von St. Emmeram, die bis in die Antike reicht. Heute dürften die Mauern klingen wie sie sind, erklärte Stadtdekan Gerl und lud die Menschen dazu ein, sich einzulassen auf die Musik und Gottes Botschaft. Er wollte mit dem besonderen Gottesdienst den Besuchern eine Freude bereiten in der dunklen Jahreszeit und in politisch wie gesellschaftlich schwierigen Zeiten. Die ließen sich anstecken von Sound und Takt, wippten teils schüchtern, aber freudig mit und hörten die Predigt, die sich ganz am Tagesevangelium (Joh 2,13–22) orientierte, („Reißt diesen Tempel nieder und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten“) wurde am Sonntag teilweise von Musik untermalt, was die Kraft und Dramatik der Bibelstelle hervorhob.
„Kirche ist kein perfekter Ort … Du kannst der Kirche dein Gesicht geben!", so Gerl. Er ermunterte die Anwesenden, sich auseinanderzusetzen mit der Kirche, den Mitmenschen und der Gesellschaft und sich einzusetzen für den Frieden. „Lasst uns Kirche sein“, rief er den Gläubigen zu. Kirche stehe für Begegnung, Miteinander und für das Leben. Die Besucher stimmten ihm zu in der bis in die Seitenschiffe gefüllten Kirche.
Chor und Band intonierten bekannte Rocksongs, sie spielten u. a. „Dust in the Wind“ von Kansas und ein sehr kräftiges „Dream on“ von Aerosmith. Roman Gerl bezog seine Worte auf die Botschaft des Evangeliums, wonach es gelte einen Tempel einzureißen und neu zu erbauen. Kirche bedeute, die Türen zu öffnen und sich nicht hinter Mauern zu verstecken, so der Prediger. Es gehe auch um den Traum einer offenen Kirche für alle Menschen.
Rund 50 junge Mitglieder des Cantemus-Chores unter Leitung von Matthias Schlier beeindruckten die Anwesenden mit ihrer Leistung. Unterstützt wurden sie stimmgewaltig von den Solisten Esther Baar, Juan Carlos Falcon und Uli Groeben sowie der Piu Piu Band. Die sorgte für starken Sound mit Schlagzeug, E-Gitarren und Saxophon. Die Arrangements schrieb der Kirchenmusiker Johannes Buhl. Der bewies zusammen mit Roman Gerl erneut, dass ausgewählte Rock- und Popsongs perfekt in einen Gottesdienst passen können, ihn bereichern und ergänzen. Die Kombination mit Gregorianik wirkte dabei harmonisch und gelungen. Am Ende sangen alle gemeinsam „Hymn“ von Barclay James Harvest. Es gab langen und begeisterten Applaus für die Sänger und Musiker und dankbare und persönliche Verabschiedung am Ausgang.
Text und Fotos: Claudia Erdenreich
(jas)









