News Bild Verkaufsoffene Sonntage? „Einfach nicht mitmachen“. Gespräche mit der Katholischen Landjugendbewegung

Verkaufsoffene Sonntage? „Einfach nicht mitmachen“. Gespräche mit der Katholischen Landjugendbewegung

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Bischof Rudolf Voderholzer ist in der Jugendbildungsstätte Waldmünchen den Delegierten des Diözesanverbands der Katholischen Landjugendbewegung (KL JB) Regensburg und deren Seelsorger, Landvolkpfarrer Christian Kalis, begegnet und hat mit ihnen über aktuelle Themen gesprochen. Die Delegierten hatten in den Tagen zuvor ihre Frühjahrsversammlung abgehalten und sich unter anderem mit dem Thema Sonntag befasst. Der KLJB-Diözesanvorsitzende Ignaz Ganslmeier erklärte dem Bischof, dass die KLJB mithelfen wolle, den Sonntag wieder mehr zu ehren. Man müsse der Entwicklung nach immer mehr Sonntagsarbeit, zum Beispiel an verkaufsoffenen Sonntagen, entgegenwirken, indem man einfach nicht mitmache. Denn wenn weniger Menschen zum Einkaufen gingen, würden die Geschäfte am Sonntag auch nicht aufsperren, sagen die KLJBler.

Damit sprachen die Delegierten Bischof Rudolf Voderholzer aus dem Herzen. Ihm ist es schon immer ein wichtiges Anliegen, dass der Sonntag als Tag des Herrn geehrt werde. Die Zahl derjenigen, die am Sonntag arbeiten müssten, sollte so gering wie möglich sein, sagte der Bischof. Der Mensch müsse eigentlich glücklich sein, denn er dürfe an Gottes Rhythmus zwischen Arbeit und Ruhe teilhaben. Am Sonntag müsste Gott im Mittelpunkt stehen. Wichtig seien auch die Ruhe, die sich der Mensch gönnen könne, und die Zeit für die Familie und für die gottesdienstliche Gemeinschaft. „Ein Sonntag ohne Gottesdienst ist eigentlich kein Sonntag. Man kann nicht Christsein, ohne den Sonntag zu heiligen“, stellte der Bischof fest. Der von KLJBlern geäußerte Ansicht, dass ein Sonntag nicht unbedingt eine Messe beinhalten müsse und dass schließlich jeder seinen Glauben für sich leben könne, widersprach der Bischof. „Zum Christsein gehört die Gemeinschaft, die gemeinsame Teilhabe an dem einen Brot. Auf die Dauer ist der Glaube nicht lebensfähig ohne Gemeinschaft und Gemeinsamkeit. Der Glaube wird auf die Dauer, wenn es sich nicht nährt, nicht stärker“, sagte der Bischof.

Auf die von Papst Franziskus einberufene Bischofssynode zum Thema Ehe und Familie angesprochen, erklärte der Bischof, dass die christliche Vorstellung von der Ehe nicht nur zeitgemäß sei, sondern ein Zukunftsmodell. Er räumte ein, dass für die Pfarrer und die Bischöfe derzeit eine schwierige Situation bestehe, denn vieles, was die Kirche lehre, werde nicht verstanden oder nicht gelebt. Es werde die Frage gestellt, ob sich die Kirche anpassen solle. Bischof Rudolf sagte, dass man zunächst klären müsse, was die Ehe eigentlich darstellt. „Die Geschichte lebt davon, dass Mann und Frau auf dem Weg der ehelichen Verbindung gehen, um damit die Zukunft zu eröffnen“, sagte der Bischof. Mann und Frau habe Gott geschaffen mit der Gabe Mutter und Vater zu sein. „Die Gemeinschaft von Mann und Frau, die dem Staat die Zukunft garantiert, muss privilegiert bleiben“, sagte der Bischof. Die demographische Entwicklung sei derart katastrophal, dass  man nur um die Wiedereinsetzung des gesunden Menschenverstandes beten könne.

Eine Bitte formulierten die KLJB-Delegierten außerdem. „Die Ortsgruppen der KLJB haben große Schwierigkeiten, einen Seelsorger zu finden. Die Betreuung Jugendlicher kommt zu kurz. Die Pfarrer sind zumeist völlig überlastet“, sagte Ganslmeier. Bischof Rudolf erklärte, dass jede Ortsgruppe einen Seelsorger haben sollte. „Wir wollen Sorge tragen, dass die Pfarrer Zeit finden zur Begegnung“, versprach der Bischof. Nach dem Treffen mit der KLJB und der Kindersegnung zelebrierte Bischof Rudolf eine Pontifikalmesse in der Waldmünchner Pfarrkirche St. Stefan. Nach der Messe aß er mit den Waldmünchnern eine Fastensuppe aus Kartoffeln. Der KLJB-Diözesanverband umfasst 11.000 Mitglieder und ist der größte Jugendverband im Bistum Regensburg.