Bischof Voderholzer im Gruppenbild mit Studenten der Theologie

Theologiestudierende im Austausch mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer

Klare Position für konfessionellen Religionsunterricht


Regensburg, 17. Januar 2026

Am Wochenende trafen sich Teilnehmer der Bundesvollversammlung der Arbeitsgemeinschaft Theologiestudierende (AGT) zum jährlichen Austausch in Regensburg. Bischof Rudolf Voderholzer nahm sich sehr gerne Zeit für die engagierten und interessierten Theologiestudierenden. Er besuchte am Samstagvormittag die AGT-Vertreter im Diözesanzentrum Obermünster.

„Ich habe die längste Zeit meines priesterlichen Dienstes an der Hochschule verbracht“ beschrieb Bischof Rudolf seinen Werdegang in seinem Grußwort. „Deswegen interessieren mich Studenten immer, ich bin gerne dabei!" Er sei gespannt auf die Fragen und Anliegen der Anwesenden. Regensburg, so der Bischof, sei sehr geprägt von der klösterlicher Tradition. Der vor wenigen Jahren sanierte Tagungsort (DZO) war ein Damenstift, eines von drei in der Stadt, führte er aus.

„Die theologische Fakultät der Universität hat meine volle Unterstützung, ich erwarte allerdings auch eine gute Kooperationsbereitschaft", so der Bischof. Er bezog sich auf die Bestrebungen, die Standorte für Priesterausbildung in Deutschland auf drei zu reduzieren, Münster, St. Georgen und München. Der Bischof sah darin eine nur vermeintliche Qualitätssicherung. Gemeinsam mit anderen Amtskollegen stimmte er gegen eine solche Planung und freute sich über die weitere Existenz der theologischen Fakultät in Regensburg. Hier sind die Lehrstühle bis auf einen alle besetzt. Er sei sehr zufrieden mit dem Lehrangebot, sprach aber vor den Studierenden offen aktuelle Themen zur Besetzung an. 

Als Bischof zähle die Förderung der wissenschaftlichen Theologie zu seinen Aufgaben und Anliegen. Bischof Rudolf informierte die jungen Studierenden über die vier Institute in Regensburg in bischöflicher Verantwortung. Dazu zählt das 2007 gegründete Institut Papst Benedikt XVI., dessen Aufgaben der Bischof detailliert vorstellte. Ebenso beschrieb er die weiteren Institute und deren Tätigkeiten, darunter das Ostkirchen-Institut der Diözese Regensburg, das Institutum Liturgicum Ratisbonense und das Institutum Marianum Regensburg. 

Nach seinem Grußwort stand Rudolf Voderholzer den Theologiestudierenden der AGT für Fragen zur Verfügung. Die AGT versteht sich als Stimme der Studierenden in katholisch-theologischen Studiengängen. Dabei vertritt sie die Interessen sowohl von jungen Menschen auf dem Weg zum Priesterberuf als auch von zukünftigen Religionslehrern und pastoralen Mitarbeitern. Aktuell gibt es 19 theologische Fakultäten bundesweit an Hochschulen sowie mehr als 30 Institute und Lehrstühle für Katholische Theologie. Die AGT fördert dabei aktiv den Erfahrungsaustausch zwischen den Fachschaften und bezieht Position zu hochschulpolitischen Themen. Die seit 25 Jahren bestehende AGT vertritt über 1.000 Theologiestudierende. Der Bundesvorstand, bestehend aus Lena Kellner, David Schwab und Jesper Stahl, war in Regensburg anwesend. Lena Kellner studiert hier Theologie und wirkt gelegentlich als Ministrantin im Dom. Sie moderierte das Gespräch mit dem Bischof, der auch seinen persönlichen Werdegang ausführlich beschrieb. Er erinnerte sich dabei an seine Prägung durch ein christliches Elternhaus und durch den Religionsunterricht.

Die AGT fragte den Bischof nach der Zukunft öffentlicher und privater Hochschulen. Diese seien historisch nicht zur Priesterausbildung geschaffen worden, so Bischof Rudolf. Er erinnerte an die Akademisierung des Priesterberufs als Folge der Reformation. Doch die theologischen Fakultäten seien mehr denn je unverzichtbar. Er wolle hier keine Abstriche machen und erklärte, die Philosophie sei daneben fast noch wichtiger als die Theologie. Rudolf Voderholzer bekräftigte im offenen Gespräch den besonderen Wert theologischer Kompetenz. Er bezog klare Position für den konfessionellen Religionsunterricht und erzählte von seinem Antrittsbesuch bei Papst Leo XIV. vor wenigen Tagen in Rom.

Die meisten jungen Tagungsteilnehmer reisten bereits am Freitagnachmittag an und nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Kennenlernen der anwesenden Kommilitonen. Am Samstagabend erkundeten sie Regensburg bei einer Stadtführung. Sie bedankten sich bei Bischof Rudolf Voderholzer für seine Zeit und den persönlichen und intensiven Austausch. „Theologische Fakultäten müssen sich einbringen!“ verdeutlichte Bischof Rudolf und ermunterte die engagierten Studierenden, die Zeit des Studiums gut zu nutzen, um sich in allen Bereichen zu qualifizieren.

Text und Fotos: Claudia Erdenreich
(jas)



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