Prof. Dr. Marcus Fischer, Dr. Benedikt Geim

Schnelle Tele-Stroke Unit im Caritas Krankenhaus St. Lukas

Spitzenmedizin für den Notfall


Kelheim / Regensburg, 23. Januar 2026

„Unser Ziel ist die bestmögliche Schlaganfallversorgung für die Menschen im Landkreis Kelheim“, unterstreicht Prof. Dr. Marcus Fischer, Chefarzt am Caritas Krankenhaus St. Lukas in Kelheim. Seit 2003 wurden im Krankenhaus Kelheim über 6.000 Schlaganfälle behandelt, aktuell sind es jährlich circa 300 bis 400. Nach dem Eintreffen in der Klinik werden die Patientinnen und Patienten sofort einer spezialisierten Stroke Unit zugeführt. Über das Schlaganfallnetzwerk TEMPiS kann innerhalb kürzester Zeit eine Diagnose gestellt und die Lystherapie eingeleitet werden.

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute: Pro Minute sterben bei einem Gefäßverschluss im Gehirn rund 1,9 Millionen Nervenzellen ab. Umso entscheidender ist eine sofortige Behandlung auf einer spezialisierten Stroke Unit. Das Caritas Krankenhaus St. Lukas Kelheim ist seit 2003 auf die Akutversorgung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten spezialisiert. Als eine von 25 regionalen Kliniken in Südostbayern des Schlaganfallnetzwerk TEMPiS nimmt Kelheim dabei eine herausragende Stellung ein: Keine andere Tele-Stroke Unit erreicht derzeit kürzere Zeiten von der Diagnosestellung bis zum Beginn der Lysetherapie.

Nach Eintreffen des Rettungsdienstes erfolgt in der Notaufnahme unmittelbar eine Computertomographie des Gehirns, gefolgt von der telemedizinischen Untersuchung durch einen neurologischen Experten des TEMPiS-Netzwerks per Videokonsil. So kann innerhalb kürzester Zeit entschieden werden, ob eine Lysetherapie – das medikamentöse Auflösen des Blutgerinnsels – eingeleitet wird. Die herausragende Leistungsfähigkeit bestätigt auch Dr. Peter Müller-Barna (München Klinik Harlaching), Koordinator des TEMPiS-Netzwerks und verantwortlich für die strengen Qualitäts-kontrollen der Netzwerk-Kliniken: „Das Caritas Krankenhaus Kelheim ist derzeit von allen durch uns betreuten Tele-Stroke Units diejenige mit den schnellsten Prozesszeiten bei der Lysetherapie.“

Bei schweren Schlaganfällen kann zusätzlich eine interventionelle Therapie, also die mechanische Entfernung des Blutgerinnsels, notwendig werden. In diesen Fällen wird der Patient nach Beginn der Lysetherapie umgehend in eine spezialisierte Interventionsklinik, etwa an die medbo Klinik für Neurologie in Regensburg, verlegt. Dort steht bereits ein spezialisiertes Team bereit, so dass die sogenannte Thrombektomie ohne Zeitverlust durchgeführt werden kann.

Prof. Dr. Felix Schlachetzki, Chefarzt des Zentrums für Vaskuläre Neurologie, medbo Klinik für Neurologie der Universität Regensburg, betont: „Die Kooperation mit den Kolleginnen und Kollegen aus Kelheim funktioniert hervorragend. Liegt ein Großgefäßverschluss vor, werden Patienten rasch in die universitäre Neurologie zu uns verlegt – und St. Lukas Kel-heim hat mit 50 Minuten von Aufnahme in Kelheim bis zum Beginn der mechanischen Thrombektomie den Spitzenplatz von Verlegungen im TEMPiS Netzwerk zu uns. Auch bei anderen neurologischen Erkrankungen ist Kelheim im gestuften Kompetenzsystem ein zuverlässiger und wichtiger Partner für neurologische Patienten in der Region.“

Prof. Dr. Marcus Fischer, Chefarzt am Caritas Krankenhaus Kelheim, unterstreicht die Bedeutung einer kontinuierlichen Weiterentwicklung: „Wir arbeiten fortlaufend daran, unsere Abläufe weiter zu optimieren und zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um die bereits sehr kurzen Prozesszeiten noch weiter zu verbessern. Auch innovative Versor-gungskonzepte werden geprüft. Wir arbeiten stets daran, die Schlaganfallversorgung für die zu uns kommenden Patienten zu verbessern.“

In den meisten Fällen erfolgt die Behandlung der Schlaganfallpatienten auf der Stroke Unit in Kelheim. Dort arbeitet ein spezialisiertes interdisziplinäres Team eng mit neurolo-gischen Fach- und Oberärzten des Rehazentrums Passauer Wolf Bad Gögging zusammen. Die kontinuierliche Betreuung durch dasselbe neurologische Team wirkt sich dabei positiv auf die anschließende Rehabilitation aus. Akute Warnzeichen eines Schlaganfalls sind plötzliche Lähmungen oder Taubheitsgefühle, Sprach- oder Sehstörungen sowie neu auftretender Schwindel oder eine Hörminderung. In diesen Fällen gilt immer: sofort den Notruf 112 wählen.

Text: Hans-Christian Wagner

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