Suche
Kategorien
Seiten
Nachrichten
Bilder
Videos
{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Seite{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Neuigkeit
Schmuckstücke im Bistum: Das Portal der Tegernheimer Pfarrkirche
Der Heiland über der Tür

Regensburg/Tegernheim, 28. Januar 2026
Dr. Daniel Rimsl arbeitet als Kunsthistoriker bei der Abteilung Kunst- und Denkmalpflege des Bistums Regensburg. Als Leiter der Fachstelle Inventarisierung ist er ein wahrer Kenner der zahlreichen „Schmuckstücke“ in den Kirchen unseres Bistums. In unserer neuen Reihe stellt er uns regelmäßig besondere Kunstobjekte vor. In unserer zweiten Folge führt uns Daniel Rimsl zu einer bemerkenswerten Christusdarstellung in Tegernheim.
Tegernheim ist für viele Durchgangsort: Wer von Regensburg nach Donaustauf gelangen will, passiert den Ort. Mancher wird gar nicht merken, dass er die Stadtgrenze verlassen hat, so sehr ist Tegernheim mit Regensburg zusammengewachsen. Und viele, die es auf der Hauptstraße durchqueren, merken nicht einmal, dass der Ort eine Kirche hat: Die Pfarrkirche Mariä Verkündigung steht deutlich abgerückt von der Durchgangsstraße am südlichen Rand des Dorfes, schon nahe beim Damm, der Tegernheim vor den Hochwässern der Donau schützt. Der Turm setzt einen gewissen Akzent, vor allem, wenn man sich entlang der Donau auf dem Fahrradweg Tegernheim nähert. Ansonsten ist das Äußere schmucklos.
Vom Dorf her führt ein hochgotisches Portal in die Kirche, das wohl im ersten Viertel des 14. Jahrhunderts geschaffen wurde. Im Tympanon, also dem Bogenfeld über dem Eingang erhebt sich als Halbfigur Christus als Salvator, als Erlöser: In der Linken hält er die Heilige Schrift, die Rechte war zum Segen erhoben, ist aber abgebrochen; er wird flankiert von Alpha und Omega, die als erster und letzter Buchstabe des griechischen Alphabets Anfang und Ende versinnbildlichen.

Auch die übrige Kalksteineinfassung des Portals zeichnet sich durch eine ungewöhnlich reiche Bauskulptur aus: Den geraden Türsturz ziert eine laufende Weinranke, an den Kragsteinen in den oberen Ecken sitzen Blattmasken, eine davon gekrönt mit Weinlaub und flankiert von Trauben. Die Weintraube kann allgemein als Symbol für die Eucharistie stehen. Hier steht sie vielleicht in einem noch engeren Bezug zum Ort selbst: Denn Tegernheim war besonders im Spätmittelalter ein wichtiger Weinbauort, in jüngster Zeit konnte der Weinbau in geringem Umfang hier wieder etabliert werden.
Das Portal verschließt ein altes Türblatt, das wahrscheinlich aus dem 16. Jahrhundert stammt. Auf der Außenseite ist es ganz mit Eisen beschlagen. Die Türbänder an der Innenseite enden in einer zugespitzten Blattform.
Für eine Dorfkirche ist die reiche und besonders sorgfältige Ausgestaltung des Portals bemerkenswert. Sie spricht für den hohen Anspruch, der offensichtlich mit der Tegernheimer Pfarrkirche verbunden war. Seit dem 10. Jahrhundert gehörte der Ort dem Regensburger Damenstift Obermünster. Sicher war es das Stift Obermünster, das Steinmetzen mit der Arbeit beauftragte, die wahrscheinlich in der Regensburger Dombauhütte tätig waren.
So ist das Portal ein wahres Schmuckstück an der äußerlich schmucklos erscheinenden Kirche. Es öffnet sich in einen Kirchenraum, der in einer eleganten Ausgestaltung des späten Rokoko und frühen Klassizismus glänzt, und zusätzliche Glanzpunkte sind die zahlreichen spätgotischen Skulpturen: ein heiliger Urban, eine Muttergottes, eine Kreuzigungsgruppe, eine Rosenkranzmadonna und die zwölf Apostel am Hochaltar.
Text: Dr. Daniel Rimsl, Redaktion: Jakob Schötz, Fotos: © Diözese Regensburg, Abteilung Kunst und Denkmalpflege / Daniel Rimsl













