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Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz zur Theodizee-Frage

Warum lässt Gott Leid und Schmerz zu?


Regensburg, 30. Januar 2026

Im heutigen Podcast der Medienakademie für katholische Apologetik (MAKA) stellt Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz die Frage, warum Gott Leid und Schmerz zulässt. Sie argumentiert wunderschön:

Die Offenbarung sagt, dass Gott die Welt ursprünglich gut geschaffen hat. Leid gehört deshalb nicht zum eigentlichen Wesen des Menschen. Natürlich ist vielmehr ein Leben in Frieden und in der Nähe Gottes. Für Gerl-Falkovitz ist die Frage „Warum lässt Gott Leid und Schmerz zu?“ daher weniger eine Frage nach Gott als nach dem Menschen selbst – also weniger eine Frage der Theodizee als eine der Anthropodizee. Gerl-Falkovitz sieht die Ursache des Leidens in der Abkehr des Menschen von Gott. Egoistisches Denken, das Ausnutzen anderer Menschen und der rücksichtlose Umgang mit der Welt sind bis heute wichtige Gründe für viel Leid. Gleichzeitig kann Leid auch eine heilende Seite haben. Darin liegt eine mögliche Antwort auf die Frage, warum Gott Leid zulässt. Mit einem Wort von Meister Eckhart sagt Gerl-Falkovitz: Würde Gott dem Menschen diese Abkehr nicht erlauben, würde er ihm die Freiheit nehmen. 

Frau von hinten vor dem TV mit Fernbedienung

Über die Referentin: 

Univ.-Prof. em. DDr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz ist Philosophin, Sprach- und Politikwissenschaftlerin. Nach ihrer Tätigkeit als Studienleiterin auf Burg Rothenfels/Main, akademische Oberrätin am Seminar für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie der Universität München, sowie als Privatdozentin in Bayreuth, Tübingen und Eichstätt, folgte eine Professur für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule in Weingarten/Bodensee. Von 1993 bis 2011 war sie Lehrstuhlinhaberin für Religionsphilosophie und vergleichende Religionswissenschaft an der Technischen Universität Dresden. Seit 2011 ist sie Leiterin des EUPHRat (Europäisches Institut für Philosophie und Religion) in Heiligenkreuz bei Wien. Prof. Gerl-Falkovitz ist u.a. Trägerin des Joseph-Pieper Preises, des Edith-Stein-Preises, sowie des Augustin-Bea-Preises. Die Tagespost beschreibt Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz passend als „ein Leuchtfeuer im Nebel der postmodernen Landschaft“ und „eine der wichtigsten katholischen Stimmen in Europa“.

Video: MAKA - Medienakademie für katholische Apologetik

(SSC)

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