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Paul VI.: Große Verdienste um die Kirche

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1968 sprach sich der Papst in seiner Enzyklika „Humanae vitae“ gegen Verhütungsmittel aus – also nicht nur gegen die „Pille“, sondern auch gegen andere Mittel, die der natürlichen Verhütungsmethode entgegenlaufen. Seine Verdienste um die Kirche von heute können dabei kaum unterschätzt werden.

Der studierte und promovierte Jurist, Theologe und Priester Giovanni Montini machte schnell Karriere in der Kirche. Er war schon Mitarbeiter des späteren Papstes Pius XII., als dieser noch Staatssekretär im Vatikan war. Ein enger Berater bleib er auch nach dessen Wahl zum Papst und sollte von ihm auch zum Kardinal ernannt werden – hätte er diese Ehre nicht ausgeschlagen. Montini wurde von Papst Pius XII. zum Erzbischof von Mailand ernannt. Lange wurde spekuliert, es wäre zum Bruch der beiden gekommen. Vielleicht wusste der Papst aber auch, was auf Giovanni Montini noch zukommen sollte und wollte ihm ein wenig pastorale Erfahrung mit auf den Weg geben.

 

Papst des Zweiten Vatikanischen Konzils

Als Pius XII. starb, soll Montini schon Favorit für das Petrusamt gewesen sein, obwohl er noch nicht einmal zum Kreis der Kardinäle zählte. Gewählt wurde Angelo Roncalli: Papst Johannes XXIII., der als großer Konzilspapst in die Geschichte einging. Als er 1963 starb, wurde Montini – mittlerweile im Rang eines Kardinales – zum Papst gewählt. 1962 hatte das Konzil begonnen und wurde vom ersten Tag an zur größten Aufgabe des neuen Bischofs von Rom. Paul VI. musste das Konzil mit Umsicht leiten und zu einem guten Abschluss führen.

 

Der Reformpapst

Paul VI. war ein Reformpapst – so ungewohnt diese Zuschreibung klingen mag. Aber er war eine treibende Kraft, das Zweite Vatikanische Konzil fortzuführen, zu Ende zu bringen und umzusetzen. Das Zweite Vaticanum vollbrachte die Öffnung der Kirche zur modernen Welt. Ein Schritt, den nicht alle Katholiken mitgingen: Ein Kreis äußert rechter Katholiken um den Erzbischof Lefebvre lehnte die Beschlüsse des Konzils ab. Paul VI. bemühte sich, das drohende Schisma zu verhindern. Es gelang ihm nicht; bis heute gehen die Angehörigen der „Piusbruderschaft“ ihren Weg außerhalb der Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom.

 

Papst der Ökumene

Im Zuge des Konzils wurden auch die Liturgie und das katholische Kirchenrecht reformiert. Auch wenn der neue Codex des kanonischen Rechts (CIC) erst 1983 und damit unter Papst Johannes Paul II. promulgiert wurde, leistete die entscheidenden Arbeiten doch der heilige Papst Paul VI. In sein Pontifikat fielen auch wichtige Schritte hin zur gelebten Ökumene mit der orthodoxen Kirche. 1965 endete die gegenseitige Exkommunikation von Papst und dem Patriarchen von Konstantinopel, die bis dahin mehr als 900 Jahre lang bestanden hatte.

 

Reisepapst

Papst Paul VI. leitete die Kirche von 1963 bis 1978 durch einen nicht einfachen Prozess der Modernisierung. In die Zeit seines Pontifikates fallen auch erste Schritte hin zur globalisierten Welt. Diese Entwicklung nutzte der heilige Papst Paul VI.: Auch wenn eigentlich Johannes Paul II. als der große „Reisepapst“ gilt, begründete doch dessen Vorgänger diese Tradition. Paul VI. reiste 1964 in das heilige Land und war damit der erste Papst nach 150 Jahren, der überhaupt italienischen Boden verließ. Es folgten Reisen nach Indien und New York, Kolumbien, Uganda, Australien und auf die Philippinen.

Als Paul VI. starb, zeigte schon sein direkter Nachfolger Johannes Paul I. seine große Verehrung, indem er sich die Namen seiner beiden Vorgänger gab. Nachdem im Dezember 2013 eine medizinisch nicht erklärbare Heilung dem Wirken Pauls VI. zugeschrieben wurde, war seine Seligsprechung möglich. Am 14. Oktober 2018 wurde Paul VI. heiliggesprochen, damit feiert die Kirche in diesem Jahr zum ersten Mal den Gedenktag des Heiligen am Tag seiner Priesterweihe.

Die Kirche feiert den heiligen Papst Paul VI. am 29. Mai.