News Bild Parteien diskutieren beim Diözesankomitee: Politisches Speeddating zeigt unterschiedliche Ansichten bei Leitkultur und Lebensrecht auf

Parteien diskutieren beim Diözesankomitee: Politisches Speeddating zeigt unterschiedliche Ansichten bei Leitkultur und Lebensrecht auf

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Kandidaten von acht Parteien an einem Tisch, und das in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfs: kann das gut gehen? Es kann, wie die Veranstaltung "Politisches Speeddating" des Diözesankomitees Regensburg am 13. September im Kolpinghaus Regensburg bewies.

"Früher gab es vor den Wahlen einen Hirtenbrief des Bischofs, und man wusste, wen man wählen soll", sagte die Vorsitzende des Diözesankomitees Karin Schlecht mit einem Augenzwinkern zu den Zuhörern im gut gefüllten Kolpingsaal. Mit dem "Politischen Speeddating" wolle man einen Beitrag zur Meinungsbildung liefern, damit die Wählerinnen und Wähler leichter eine Entscheidung treffen können.

Das Diözesankomitee hat dabei sechs Themen - zusammengefasst in drei Themenblöcken - ausgewählt, die ihm besonders wichtig oder unterrepräsentiert erschienen. Bereits im Vorfeld wurden die Parteien um Stellungnahmen zu diesen Themen gebeten. Die Stellungnahmen wurden zuvor schon im Internet veröffentlicht und um die Meinung des Diözesankomitees ergänzt.

Der Vorbereitungsgruppe war wichtig, ein möglichst breites politisches Spektrum abzudecken und auch kleinere Parteien miteinzubeziehen. Für die CSU nahm Peter Aumer, für die SPD Dr. Tobias Hammerl teil. Die FDP vertrat Ulrich Lechte, die Grünen Stefan Schmidt. Für die Linken sprach Irmgard Freihoffer, für die Freien Wähler Tobias Gotthardt, für die ÖDP Cornelius Herb und für die AfD Stephan Protschka.

Übereinstimmung beim Thema Familie, Unterschiedliche Ansichten beim Thema Lebensrecht

Ziel war es, mit der Konzentration auf wenige Themen und der Beschränkung auf knappe Stellungnahmen einen Beitrag zu politischen Diskussion zu leisten. Jeder Kandidat hatte für jeden Themenblock zwei Minuten Zeit, Stellung zu nehmen. Mithilfe einer großen Sanduhr hatte Moderator Michael Eibl die Zeit immer gut im Blick. Im ersten Themenblock wurden die Themen Zukunft von Ehe und Familie, Generationenvertrag und Rentengerechtigkeit behandelt. Der zweite Block befasste sich mit dem Lebensrecht am Lebensanfang und Lebensende. Der dritte Abschnitt beschäftigte sich mit dem Thema Flüchtlinge und Verteilungsgerechtigkeit. Nach jedem Themenblock konnte sich auch das Publikum mit Fragen einbringen.

Bei den einzelnen Themen kristallisierte sich in manchen Bereichen eine große Übereinstimmung heraus. Beispielsweise haben alle Parteien die Familie als wichtig erachtet, aber unterschiedliche Auffassungen, was eine Familie ist oder wie Familien geholfen werden kann. Auch beim Thema Lebensrecht wurden die unterschiedlichen Positionen deutlich gemacht. In der dritten Runde beschäftigte man sich mit dem Thema Asyl und Flüchtlinge. Gleichzeitig wurden auch die Fluchtursachen behandelt und intensiv diskutiert. Dazu passte auch die Debatte über die Leitkultur, bei der die unterschiedlichen Ansichten dazu deutlich wurden.