News Bild Papst zur Debatte um den Kommunionempfang: Vatikanschreiben ist "keine ökumenische Bremse"

Papst zur Debatte um den Kommunionempfang: Vatikanschreiben ist "keine ökumenische Bremse"

Home / News

Papst Franziskus hat sich erneut in der Debatte um den Kommunionempfang für nicht-katholische Ehepartner zu Wort gemeldet. Die deutschen Bischöfe hätten sich intensiv mit dem Thema befasst und das auch "gut gemacht", sagte Franziskus.

Aus Sicht von Papst Franziskus ist der Brief der Glaubenskongregation an die deutschen Bischöfe "keine ökumenische Bremse". Die geplante und durch den Brief gestoppte Handreichung zum Kommunionempfang für nichtkatholische Ehepartner sei sogar restriktiver gewesen, als es das Kirchenrecht vorsehe, sagte der Papst am Donnerstag auf dem Rückflug von seinem Besuch beim Weltkirchenrat in Genf. Keinesfalls hätten die Bischöfe die Kommunion für alle öffnen wollen.

Der entscheidende Punkt sei die Zuständigkeit des einzelnen Ortsbischofs, betonte Franziskus weiter. Dieser könne laut Kirchenrecht eine ausnahmsweise Zulassung nichtkatholischer Ehepartner zur Kommunion für sein Bistum auf seine Weise regeln. Wenn aber eine Bischofskonferenz dies regeln wolle - und darauf sei es bei den Deutschen hinausgelaufen - sei dies vom Kirchenrecht so nicht vorgesehen.

 

"Begegnungen für klärende Gespräche"

"Wenn eine Bischofskonferenz etwas approbiert", so Franziskus, "wird es sofort universal. Und das ist die Schwierigkeit in der Diskussion, nicht so sehr der Inhalt." Die deutschen Bischöfe hätten sich über ein Jahr mit dem Thema intensiv befasst und das auch "gut gemacht".

Es habe zwei oder drei Begegnungen für klärende Gespräche gegeben. Dann habe mit seinem Einverständnis Erzbischof Luis Ladaria als Leiter der Glaubenskongregation einen Brief geschrieben, so der Papst, weil der Entwurf noch nicht ganz reif gewesen sei und einige Punkte noch zu klären seien. Dazu habe es ein weiteres Gespräch gegeben.

 

Bitte um Klarstellung

Die deutschen Bischöfe hatten sich im Februar mit Dreiviertel-Mehrheit auf eine Handreichung geeinigt, wonach nicht-katholische Ehepartner im Einzelfall zur Kommunion zugelassen werden können. Sieben Bischöfe, mit dem Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki an der Spitze, baten daraufhin schriftlich den Vatikan um Klarstellung, ob eine solche Regelung überhaupt von einer einzelnen Bischofskonferenz beschlossen werden kann. Der Vatikan verwies den Konflikt zunächst an die deutschen Bischöfe zurück, stoppte die Handreichung aber dann vor einigen Wochen mit einem Schreiben.

Das Dokument der deutschen Bischöfe werfe eine Reihe von ungelösten Problemen von erheblicher Tragweite auf, heißt es in einem Brief von Erzbischof Luis Ladaria an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Wörtlich schreibt der Präfekt der Glaubenskongregation, Papst Franziskus sei zu dem Schluss gekommen, "dass das Dokument noch nicht zur Veröffentlichung reif ist". Die Frage, ob nicht-katholische Ehepartner die Kommunion empfangen könnten, betreffe die Kirche als Ganzes, und habe Auswirkungen auf die ökumenischen Beziehungen zu anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, heißt es in Ladarias Schreiben.

 

"Dokument zur Orientierung"

"Ich glaube, es wird ein Dokument zur Orientierung geben, damit jeder Bischof in seinem Bistum das regeln kann, was das Kirchenrecht schon jetzt erlaubt", sagte der Papst jetzt auf seinem Rückflug von Genf. Leider habe es da in den richtigen Momenten nicht die richtigen Informationen gegeben.

Im Übrigen habe er dies auch gemeint, als er bei seinem Besuch in der lutherischen Gemeinde Roms 2015 bei einer entsprechenden Frage auf den Geist des Kirchenrechts verwiesen hatte. Damals hatte Franziskus auf die Frage eines konfessionsverschiedenen Ehepaares nach einem gemeinsamen Gang zur Kommunion gesagt: "Ich werde nie wagen, Erlaubnis zu geben, dies zu tun, denn es ist nicht meine Kompetenz. Eine Taufe, ein Herr, ein Glaube. Sprecht mit dem Herrn und geht voran. Ich wage nicht mehr zu sagen."

Am Montag und Dienstag werden die deutschen Bischöfe bei ihrem turnusmäßigen Treffen zum sogenannten Ständigen Rat in Berlin erneut über das Thema und das weitere Vorgehen beraten. (KNA)