News Bild „Ohne Gott gibt es keine Möglichkeit, die Würde des Menschen zu begründen“

„Ohne Gott gibt es keine Möglichkeit, die Würde des Menschen zu begründen“

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(pdr) Anlässlich der Landesversammlung der Paneuropa-Union Bayern hat Bischof Gerhard Ludwig Müller am Samstagabend in der vollbesetzten Basilika Unsere Liebe Frau zur Alten Kapelle in Regensburg zusammen mit dem Regensburger Generalvikar Monsignore Michael Fuchs ein Pontifikalamt gefeiert. In seiner Predigt sprach Bischof Gerhard Ludwig über Gott und die Würde des Menschen. Dies sei der Titel eines Manifests, an dem zusammen mit Vertretern der evangelischen Kirche in Deutschland gearbeitet werde und das angesichts der Säkularisierung darstelle, was das christliche Bekenntnis für die Welt von heute von innen her ausmacht, dass nämlich Gott in seinem Personsein zu uns gesprochen hat, um uns in unserer Menschenwürde zu erkennen.

„Die christliche Kultur in Europa ist kein Zufall, sondern der geschichtlich gewordene Ausdruck des Heilswillens Gottes in Jesus Christus“, so Bischof Gerhard Ludwig. Europa sei ein geographischer Raum, der aber durch die Geschichte der Völker gebildet werde, gespeist aus Quellen, die bis heute fließen. Das Christentum verbinde Judentum, Griechentum und Römertum zu einer inneren Einheit in Jesus Christus. Die griechische Philosophie habe den Menschen als ein denkendes Wesen in den Mittelpunkt gestellt, das sich an Prinzipien ausrichtet und das die innersten Zusammenhänge des Seins erlauschen könne. Die Grundidee der römischen Herrschaft sei die Prägung der politischen Macht durch das Recht, „und das Judentum ist die Wurzel unseres Glaubens an den Gott, der in der Geschichte zum Heil des Menschen handelt“, sagte der Bischof. Die christliche Kultur trete im Zeitalter der Globalisierung in ihre entscheidende Etappe.

Außerdem wandte sich der Bischof gegen die „falschen Schalmeienklänge“ der großen Ideologien, die wie Materialismus und Nihilismus noch heute behaupteten, Gott stehe unserer Freiheit entgegen. „Ohne Gott gibt es keine Möglichkeit, die Würde des Menschen zu begründen.“ Große Persönlichkeiten hätten die Arbeit der Paneuropa-Union geprägt. Deshalb könne man gelassen und besonnen in die Zukunft gehen. „Sie erweisen den Menschen einen guten Dienst, wenn Sie auf die christlichen Wurzeln Europas hinweisen und eine solche Politik unterstützen“, so Bischof Gerhard Ludwig.

Bereits am Vormittag hatte Generalvikar Michael Fuchs während der Tagung „Geistig-moralische Wende für Europa: Paneuropa!“ über das Thema „Wert-volle Gesellschaft – Utopie oder Vision?“ gesprochen. Derzeit gebe es zwei „Wertebewegungen“. „Ich glaube, dass wir heute sehr viel in Geldwerten messen. Wir sagen ,wertvoll´ und meinen ,teuer´. Wir sagen ,wertlos´ und meinen ,billig´“, so Generalvikar Fuchs. Einerseits sei eine Abwärtsbewegung in der Gesellschaft noch nicht am Ende angelangt. „Was ist ein Mensch wert, der im Reagenzglas gezeugt wird, um nach wenigen Wochen für die Stammzellen-Forschung zerstört zu werden? Was ist uns Gott wert? Spricht es von Ehrfurcht und von wert-voller Gesellschaft, wenn wir unter dem Vorwand der Presse- und Meinungsfreiheit Repräsentanten von Religionen auf schändlichste Weise verhöhnen lassen?“

Andererseits gebe es eine neue Sensibilität für Werte, gerade auch bei der jungen Generation. „Es wächst die Erkenntnis, dass wir auf einer Grundlage stehen, die wir uns selbst nicht geben können.“ Viele Menschen betonten durch ihr Tun die Einmaligkeit des Lebens und empfingen dankbar jeden Moment als Geschenk des ewigen Gottes. Aufgabe der Gottgläubigen sei es, „die Würde des Menschen an der unendlichen Würde Gottes festzumachen“, so Monsignore Fuchs.

Der Generalvikar verwies außerdem auf die seit Jahren anhaltenden neuen religiösen Aufbrüche, für die die Freude über den Pastoralbesuch des Heiligen Vaters in Deutschland und das Interesse an seiner Botschaft sprächen. Bemerkenswert sei außerdem die anhaltende Stärke der kirchlichen Verbände.

„Wir haben keine Gesellschaft in dem Sinne, dass die Werte im Zusammenhang mit der Menschenwürde bewusst und verwirklicht wären“, sagte Generalvikar Fuchs. „Aber wenn jeder an seinem Platz das Gute mit Engagement gut tut, dann verändert sich die Welt.“ (ven)

Predigt des Bischofs