News Bild Nur Mut! Warum eine Beichte vor Weihnachten sinnvoll ist

Nur Mut! Warum eine Beichte vor Weihnachten sinnvoll ist

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Die Beichte – vermutlich für so manchen das sperrigste Sakrament der katholischen Kirche. Und das aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Doch genauso wahr ist: Die Beichte ist (wie jedes Sakrament) ein Zeichen der Liebe und Nähe Gottes. Sie ist ein Geschenk auf dem Weg zu einem erfüllten und befreiten Leben. Ungezählte Menschen erfuhren und erfahren diese Befreiung durch dieses Sakrament der Versöhnung. Die Beichte ist ein heilsames Angebot Gottes an uns und Stärkung zu einem gelingenden Leben. Näheres zum Sakrament der Versöhnung erfahren Sie hier.

Warum es deshalb sinnvoll ist noch vor Weihnachten zu beichten – darüber haben wir mit Regionaldekan Prälat Alois Möstl (Pfarrei St. Wolfgang Regensburg) gesprochen. Die Fragen stellte Stefan Ahrens.

 

„Ich gäbe etwas dafür, wenn jeder dieses einzigartige, göttliche Geschenk annehmen würde.“ Interview mit Regionaldekan Prälat Alois Möstl zur Beichte

Herr Regionaldekan Möstl, warum ist es Ihrer Meinung nach sinnvoll, im Advent, kurz vor dem Weihnachtsfest, zu beichten?

Weihnachten ist die Zeit der Geschenke. Die Beichte ist ein solches Geschenk, ein ganz persönliches. Außerdem wird mir dabei ein Wort zugesprochen, das mir kein Mensch auf der Welt sagen könnte, auch nicht der größte Psychiater: „Deine Sünden sind dir vergeben“. Ich gäbe etwas dafür, wenn jeder dieses einzigartige, göttliche Geschenk annehmen würde. Viele lassen es nämlich unausgepackt liegen, schade.

Manchen fällt es nicht leicht zu beichten. Papst Franziskus versucht ja diesbezüglich auch zu ermutigen, indem er seit geraumer Zeit betont, dass es sich beim Beichtstuhl um kein "Folterinstrument" handelt. Was antworten Sie einem, dem es peinlich ist, der Hemmungen hat, der früher schlechte Erfahrungen mit der Beichte hatte?

 

Ist doch klar: Es ist niemals angenehm, seine Fehler zu nennen, sein Herz ganz zu öffnen. Wir sehen dann nämlich manchmal gar nicht mehr so toll und strahlend aus, wie wir es uns wünschen würden. Wenn Sie Bedenken haben, dann gehen Sie einfach zu einem Priester, der sie nicht kennt. Und noch ein Wort ganz unter uns: Ich habe im Lauf der Jahre schon so viele Beichten und Sünden gehört, dass Sie mir wahrscheinlich nichts Neues werden sagen können. Also, nur Mut! Jede Medizin schmeckt anfangs auch nicht süß, aber sie hilft und heilt.

Wie kann man sich denn auf so eine "Weihnachtsbeichte" Ihrer Meinung nach am besten vorbereiten?

Advent steht für Stille und Besinnung. Man sollte also in einer ruhigen Minute in sich gehen und überlegen: Wo habe ich es versäumt, Gutes zu tun? Viele merken nicht, wie sehr sie anderen auf die Nerven gehen oder ihre Ellbogen einsetzen. Wie ist meine Beziehung zu Jesus Christus? Wie weit darf er mein Leben bestimmen? Oder habe ich da was vernachlässigt? Wer dann noch immer keinen Makel bei sich entdeckt: Nach einer vernünftigen Erforschung seines Gewissens (Näheres im „Gotteslob“ Nr. 599-601, es liegt in jeder Kirche aus) sieht die Sache schon ganz anders aus! Das hat nichts mit Schuldkomplexen oder so zu tun, sondern mir könnte aufgehen, in wie viele Fettnäpfchen ich trete.

Und wie schaut es beispielsweise in Regensburg mit Beichtmöglichkeiten im Advent aus?

Hier genügt ein kurzer Blick in den jeweiligen Pfarrbrief in Ihrer Pfarrei vor Ort, auch in der Karmelitenkirche St. Joseph mitten in der Regensburger Innenstadt kann man jeden Tag sowohl vormittags als auch nachmittags (außer mittwochs) die Beichte empfangen. Aber vielleicht bitte nicht erst am letzten Drücker am Heiligabend. Man sollte das Sakrament schon ernst nehmen, es hat nichts mit einem Winterschlussverkauf zu tun.