News Bild "Nicht mit Gewalt, sondern mit dem Herzen erobert Jesus die Stadt Jerusalem" - Bischof Rudolf Voderholzer eröffnet feierlich die Karwoche

"Nicht mit Gewalt, sondern mit dem Herzen erobert Jesus die Stadt Jerusalem" - Bischof Rudolf Voderholzer eröffnet feierlich die Karwoche

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Traditionell eröffneten auch dieses Jahr wieder der Dom St. Peter und die Dompfarrei St. Ulrich gemeinsam die Liturgie am Palmsonntag mit der Segnung der Palmzweige im Innenhof des Ordinariates. Aus der Dompfarrei hatten sich dort schon viele Gläubige eingefunden, darunter auch zahlreiche Kindergarten-Kinder von St. Ulrich mit ihren bunt geschmückten Palmbuschen, die sie bei der Segnung auf Bitte des Bischofs hoch in den Himmel streckten. Nachdem der Diakon das Matthäus-Evangelium vom Einzug Jesu in Jerusalem (Mt 21,1-11) verkündet hatte, zog eine große Palmprozession von der Niedermünsterkirche über den Alten Kornmarkt zum Dom. Dem Kreuz und den Fahnen folgten der Domchor, die Seminaristen, das Domkapitel und Bischof Rudolf sowie zahlreiche Gläubige.

 

 

"Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn"

Nach den Lesungen aus Altem und Neuem Testament verkündeten drei Passionssänger des Domchores das Leiden unseres Herrn Jesus Christus nach Matthäus (Mt 26,14 - 27,66). Bischof Rudolf Voderholzer betrachtete in seiner anschließenden Predigt den alten jüdischen Pilgerruf, der dem Psalm 118 entnommen ist: "Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn". Aus diesem Segensspruch, den die Priester den Pilgern im alten Jerusalem entgegenriefen wurde ein Lobpreis auf Jesus Christus, ein Lobpreis, der sich in jeder Heiligen Messe im Sanctus wiederfindet: "Benedictus, qui venit in nomine domine". Von Regensburg richtete er nun seinen Blick nach Rom, wo am Ostersonntag zur Freude über die Auferstehung auch noch die Freude über den 90. Geburtstag des emeritierten Papstes Benedikt XVI. dazukommen, eine Freude, die auch besonders von den Regensburgern geteilt werde. Eines der vielen würdigenden Zeichen des Papstes, der sich den Namen "Benedictus" ausgewählt hatte, sei die Vorstellung des Denkmalentwurfes am Dienstag der Karwoche.

Mit diesem Kunstwerk des Eggenfeldener Bildhauers Joseph Michael Neustifter werde an den Pastoralbesuch des Papstes in seiner bayerischen Heimat im Jahre 2006 erinnert. "Den Papst emeritus ehren können wir am besten", so lud Bischof Rudolf ein, "wenn wir mit ihm auf Christus schauen". Bischof Rudolf lud dann die Gläubigen zur Mitfeier der Karwoche ein, angefangen vom Kreuzweg am Abend des Palmsonntages über die Karmetten bis hin zum Heiligen Triduum, das in der Osternacht münde, der erhebenden Feier von Tod und Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus.

Die Predigt vom Palmsonntag können Sie in unserer Mediathek nachlesen.

Stichwort: Palmsonntag

Mit dem Palmsonntag - "Dominica in Palmis de passione Domini" zu Deutsch "Palmsonntag vom Leiden des Herrn" - wird die Heilige Woche feierlich eröffnet. An diesem Tag gedenkt die Kirche nicht nur des Einzuges Jesu in Jerusalem, was durch die Weihe der Palmzweige und mancherorts auch durch das Mitführen eines hölzernen Palmesels verdeutlicht wird. In der Liturgie wird auch schon das Leiden Jesu in den Blick genommen. Das jeweilige Evangelium wird von mehreren Sprechern oder Sängern in der Messe vorgetragen. Die Palmprozession, die vielerorts auch durchgeführt wird, hat ihren Ursprung bereits im 5. Jahrhundert. Im Pilgerbericht der Ätheria wird eine solche Prozession mit Palmwedeln oder Ölzweigen schon für die Christengemeinde in Jerusalem bezeugt. Palmprozessionen und die Weihe der Palmzweige sind in unseren Breiten seit Mitte bzw. Ende des 8. Jahrhunderts belegt. Mangels Palmen und Ölbaumzweigen segnete man schon bald in anderen Gegenden grüne oder blühende Zweige, auch Buchsbaum und Weidenzweige, die schon Kätzchen tragen.