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Neue Bauleitlinien sollen helfen, Energie zu sparen

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Neustadt an der Donau. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Pfarrsaal der Pfarrei Neustadt an der Donau referierten der bischöfliche Baudirektor Paul Höschl, der bischöfliche Baudirektor Gerhard Hackl sowie Professor Dr. Markus Brautsch und Simon Achhammer (beide vom Institut für Energietechnik an der Hochschule Amberg-Weiden)über die neuen Baurichtlinien, vor allem über die neu hinzugefügten Energierichtlinien des Bistums Regensburg. Neben dem Regionaldekan Johannes Hofmann hatten sich mehr als 50 Interessierte aus den Dekanaten Abensberg-Mainburg, Geiselfeld, Kehlheim und Pförring versammelt, um sich von den Fachleuten auf den neuesten Stand bringen zu lassen.

 

Energieeinsparungen von bis zu 30 Prozent

Paul Höschl erklärte, dass die Baurichtlinien, die 2013 erstmals im Bistum Regensburg veröffentlicht worden waren, nun überarbeitet und erweitert vorlägen und auch in aktualisierter Form im Internet genutzt werden könnten. Als völlig neuer Bestandteil der Baurichtlinien wurden so genannte Energierichtlinien, die sich mit der Verbesserung der Energieeffizienz in kirchlichen Gebäuden befassen, aufgenommen. Diese Richtlinien wurden mit Unterstützung des Instituts für Energietechnik an der Hochschule Amberg-Weiden entwickelt. Ein Energieleitfaden für den kirchlichen Gebäudebestand wurde erarbeitet. Ziel sei es, dass die kirchlichen Gebäude im Bistum 30 Prozent Energie einsparen könnten und dies auch sollten. Dass diese 30 Prozent möglich seien, habe sich bei zehn Testobjekten, die zur Vorbereitung der neuen Energierichtlinien dienten, erwiesen. Dabei seien nicht immer große und teure Maßnahmen nötig. Es gelte oftmals nur, genau hinzuschauen, wo wie viel verbraucht werde und ob sich dies durch einfache Mittel reduzieren ließe.

Professor Dr. Brautsch, der die Energieleitlinien entwickelt hat, erklärte, dass das Bistum Regensburg in Sachen Energieeffizienz Vorbildfunktion übernehme. „Die Voruntersuchungen haben ergeben, dass der größte Energieverbrauch durch den kirchlichen Gebäudebestand verursacht wird. Durch geeignete Maßnahmen sind Energieeinsparungen von 30 Prozent möglich“, sagte der Professor. Die Vorgehensweise, nach der die einzelnen Pfarreien handeln sollten, sei einheitlich und für alle Gebäude verbindlich. Eine Ausnahme dabei bilden die Kirchen, denen aufgrund ihrer Eigenschaften ein separates Kapitel in den Energieleitlinien gewidmet sei. „In vier Schritten vom Ist-Zustand bis hin zur Umsetzung von baulichen Maßnahmen geben die Energieleitlinien die Vorgehensweise genau vor“, sagte Professor Brautsch. Alle Daten, die hierfür relevant sind, werden in ein digitales Formular eingetragen, das Schritt für Schritt erfasst, um welches Gebäude es sich handelt und wie viel Energie verbraucht wird.

 

Fachliche Begleitung durch das Bischöfliche Baureferat

Auf diese Weise wird ein Gebäudesteckbrief erstellt, der von nun an ständig fortgeschrieben werden kann. Schlechte Energiewerte können durch energiebewusstes Nutzerverhalten, wie effizientes Heizen, richtiges Belüften, Überprüfung der Beleuchtung und richtigen Einsatz elektrischer Geräte, relativ leicht und ohne finanziellen Aufwand verbessert werden. Werden durch diese Maßnahmen immer noch nicht die gewünschten 30 Prozent Energieeinsparung erreicht, könne man an größere Maßnahmen, auch baulicher Art (innovative Energiekonzepte) denken, sagt Professor Brautsch. Dies geschehe dann in Absprache mit dem bischöflichen Baureferat, die im Übrigen immer beratend zur Seite stehen. Natürlich gibt es auch Fördermöglichkeiten.

Die Kirchen stellen einen Spezialfall dar, da sie grundsätzlich nur temperiert und nicht beheizt werden. „Hier müssen die komplexen thematischen Zusammenhänge beachtet werden. Eine Planung von Maßnahmen geschieht in enger Abstimmung mit dem bischöflichen Baureferat“, sagte Professor Brautsch. Sein Mitarbeiter Simon Achhammer gab den Zuhörern noch einen praktischen Überblick darüber, wie das digitale Formular ausgefüllt werden muss. Baudirektor Gerhard Hackl führte das Publikum in die Handhabung des digitalisierten „Buches“ im Internet ein. Am Ende des Infoabends rief Höschl die Anwesenden dazu auf, sich um die Not der Flüchtlinge zu kümmern. Jede Pfarrei sollte Unterkünfte für Flüchtlinge zur Verfügung stellen. Der Baudirektor wies darauf hin, dass bei Fragen zum Thema „Aufnahme von Flüchtlingen“ die Beratungsstelle für Pfarreien im Bistum Regensburg, die Caritas, die bischöfliche Finanzkammer und das Bischöfliche Baureferat als Ansprechpartner zur Verfügung stünden.

Weitere Infos unter www.baurichtlinien-bistum-regensburg.de