News Bild Nach der Flutkatastrophe im indischen Bundesstaat Kerala gilt es, für Menschen in Not da zu sein und Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten

Nach der Flutkatastrophe im indischen Bundesstaat Kerala gilt es, für Menschen in Not da zu sein und Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten

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Jahr für Jahr führt der Monsunregen in Südasien zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Im Jahr 2018 war der Süden Indiens besonders betroffen. Hier verloren über 370 Menschen ihr Leben, 10.000 Häuser wurden völlig zerstört, über eine Million Menschen flohen in Notunterkünfte. Als Zeichen der Solidarität hat das Bistum Regensburg aus dem Katastrophenfonds der Diözese 500.000 Euro der Caritas international zur Verfügung gestellt. Dr. Oliver Müller, der Leiter von Caritas international, bedankte sich persönlich bei Bischof Dr. Rudolf Voderholzer für die Spende. Es sei Geld für Menschen, die vom Wasser überrascht wurden, die dringend Lebensmittel, Essgeschirr und Hygieneartikel benötigt haben.

Die diesjährige Flut war die schlimmste seit 100 Jahren, berichtete Dr. Müller. Im indischen Bundesstaat Kerala, den Bischof Rudolf Voderholzer bereits besucht hatte, waren die Regenfälle Anfang August stark und langanhaltend. Nach einem dreiwöchigen sintflutartigen Dauerregen mussten die Staudämme an den Flüssen Keralas geöffnet werden, damit sie nicht brechen. Das führte zu weiteren heftigen und zerstörerischen Überschwemmungen. Der Regen weichte die Hänge im steilen Bergland auf, und es kam zu zahlreichen Erdrutschen, die Häuser und Straßen mit sich rissen. Das Tiefland war wochenlag überschwemmt, und vor allem einfach gebaute Hütten aus Lehm, Bambus und Wellblech hielten dem nicht stand und wurden weggeschwemmt.

Erstversorgung und Unterstützung beim Wiederaufbau

Humanitäre Erstversorgung und Wiederaufbau einer Lebensgrundlage sind die Ziele, die die Caritas international mit dem Projekt anstrebt. Gemeinsam mit Caritas Indien leistet die Abteilung des Deutschen Caritasverbandes Nothilfe und Unterstützung beim Wiederaufbau im Bundesstaat Kerala. Die Hilfe kommt vor allem Minderheiten wie Kastenlosen, Muslimen und Menschen in abgelegenen Bergregionen zugute. Zwar setzen die Regierung und nichtstaatliche Organisationen umfassende Hilfsprogramme um, die Minderheiten profitieren jedoch davon meist nicht. Sie haben die Hilfe am dringendsten nötig.

In der Erstversorgung werden mit dem Einsatz von Wasserfiltern die Zugänge zu sauberem Trinkwasser wiederhergestellt, Sanitäreinrichtungen instandgesetzt und über korrekte Hygiene informiert. Mit Werkzeugen und Material versorgt, können die Familien in Eigeninitiative ihre Hütten und Häuser reparieren. Bauern erhalten Saatgut und Material, damit sie die Felder neu bestellen können. Langfristig wird so die Ernährung der Menschen gesichert.

Vorsorgeprogramme zeigen Wirkung

Seit Jahren ist Caritas international mit Projekten vor Ort und die umgesetzten Katastrophenvorsorgeprogramme zeigen positive Wirkung: Die Zahl der Menschen, die bei den Katastrophen ihr Leben verlieren, hat sich im letzten Jahrzehnt erheblich reduziert. Die materiellen Schäden bleiben jedoch weiterhin hoch. 2017 waren über 45 Millionen Menschen in Südasien von den Überschwemmungen betroffen, in Indien waren es allein rund zehn Millionen Menschen, die ihr Zuhause, ihre Existenzgrundlage, ihre Ernten oder ihr Vieh verloren.