News Bild „Mit Jakobus Brücken bauen!“ - Wallfahrt auf dem tschechischen Pilgerweg bei den deutsch-tschechischen Jakobstagen

„Mit Jakobus Brücken bauen!“ - Wallfahrt auf dem tschechischen Pilgerweg bei den deutsch-tschechischen Jakobstagen

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Die bereits guten Beziehungen zwischen den Diözesen Regensburg und Pilsen wurden vom 21. bis 23. Juli mit einem zusätzlichen Mosaikstein weiter vertieft - und damit auch die Beziehungen zwischen Bayern und Tschechien: Unter dem Motto "Mit Jakobus Brücken bauen" fanden an diesen drei Tagen deutsch-tschechische Jakobstage mit drei Pilgerwanderungen auf dem tschechischen Jakobsweg statt. Die Schirmherrschaft hatten die Diözesanbischöfe Dr. Rudolf Voderholzer und Dr. Tomáš Holub übernommen. Der Pilsener Oberhirte pilgerte die zehn Kilometer lange Etappe am Sonntag zusammen mit dem Regensburger Generalvikar Prälat Michael Fuchs mit, beide waren auch Hauptzelebranten beim Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Jakob in Eschlkam.

Jakobswege und das Pilgern auf ihnen - das ist inzwischen aus dem Glaubensleben nicht mehr wegzudenken. Relativ jung sind die ebenfalls bereits existenten Jakobswege in Tschechien - auch nahe der bayerischen Grenze. Daher war es Ziel der deutsch-tschechischen Jakobstage, auf diese Wege aufmerksam zu machen, damit die Pilger diese künftig in ihre Planungen einbeziehen können. Da die Pfarrei Eschlkam den heiligen Jakob als Patron hat und dort bei der Kommune Josef Altmann sowie bei der Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Cham Michael Neuberger mit den tschechischen Jakobswegen bereits gute Erfahrungen haben, organisierten diese drei Partner federführend unter dem Motto "Mit Jakobus Brücken bauen" diese "Deutsch-tschechischen Jakobstage".

 

Installation und Segnung von "Jakobssteinen"

Die erste und auch längste Etappe führte am 21. Juli von Klattau/Klatovy über den 773 m hohen Koráb nach Neugedein/Kdyně. Der zweite, zwölf Kilometer umfassende Abschnitt endete am Samstag in Neumark/Všeruby. Von dort ging es schließlich am Sonntag zehn Kilometer nach Eschlkam. Die tschechischen Gemeinden Klatovy, Loučim (Lautschim), Kdyně und Všeruby stellten dabei jeweils einen Jakobsstein als Wegmarke auf, den die örtlichen Geistlichen oder auch Bischof Holub segneten. Das war auch am Sonntagmorgen nach der Begrüßung durch Bürgermeister Václav Bernard vor dem Start der Wallfahrt die erste Handlung des Pilsener Bischofs vor der Kirche in Všeruby. "Es ist für mich eine sehr große Freude, bei so einer schönen Gelegenheit in Všeruby zu sein", freute sich der Oberhirte. Er verwies auch darauf, dass zwar zwei Nationen sich bei dieser Wallfahrt "überbrücken", es sich aber um "eine Gemeinschaft der Kirche" handle. Mit diesen Gedanken segnete er den dortigen Jakobsstein. Danach machten sich die weit über 100 deutsche und tschechische Wallfahrer auf, wobei während der Wegstrecke weitere Pilger dazustießen. Wie etwa die Abordnung des Schützenvereins Seugenhof. Deren Böllerschützen hießen die Pilger gegen 11 Uhr mit lautem Knall willkommen, als die Pilgergruppe Oberpfälzer Boden betrat.

Den guten, rechten Glauben entdecken

Ein Muss ist auf dem nunmehr ostbayerischen Jakobsweg, auf der Etappe von Všeruby nach Eschlkam, die vom Schützenverein Seugenhof initiierte und von der Holzakademie Cham gebaute Jakobskapelle. Die schneckenförmige Gestalt dieser Begegnungs- und Besinnungsstätte ist etwas Besonderes. Jakobspilger können sich hier einen Stempel holen und ins Pilgerbuch eintragen. Das taten auch Bischof Holub und Generalvikar Fuchs sowie viele weitere Wallfahrer. Zu ihnen gesellten sich auch die Wallfahrer aus Neukirchen beim Heilig Blut mit Regionaldekan Monsignore Georg Englmeier an der Spitze, die anlässlich des Patroziniums in ihre Nachbarpfarrei pilgerten. In seiner Predigt betonte der Pilsener Bischof, dass das Pilgern auf dem Jakobsweg auch dazu beitragen könne, dem Weg des heiligen Jakobus zu folgen und dabei "den eigenen Glauben zu finden, dass Gott gerecht ist. Konkret: den guten, rechten Glauben entdecken und sich mit Vertrauen auf Gott zu verlassen".

 

Der hl. Jakob: großes Vorbild über Kulturgrenzen hinaus

Auf den Apostel Jakobus, der die Taborstunde Christi und dessen Verzweiflung im Garten Getsemani erlebt hat, ging Generalvikar Fuchs in seinem Grußwort ein. Solche Stunden kenne jeder Mensch. Angesichts der aktuellen Entwicklungen in Europa sei Jakobus ein "Zeugnis für den gemeinsamen christlichen Glauben - über Kulturgrenzen hinaus und ein großes Vorbild", so der Generalvikar. Beim Empfang im Biergarten des Gasthofes "Zur Post" zollte der 2. KEB-Vorsitzende im Bistum Regensburg Gregor Tautz dem völkerverbindenden Jakobspilgern gerade hier seine Anerkennung als "Leuchtturmprojekt". Dies sei ein "Beispiel für eine gute Zusammenarbeit mit tschechischen Partnern und für den Brückenbau".

 

Hier finden Sie einige Impressionen der Jakobstage 2017 als Bildergalerie.