Lichterkette für verfolgte Christen, Hamburg

„Lichterkette für verfolgte Christen“ in Hamburg wird ausgezeichnet

Stephanus-Sonderpreis 2026


Bonn / Regensburg, 13. April 2026

Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen ehrt die Organisatoren der „Lichterkette für verfolgte Christen“ mit dem Stephanus-Sonderpreis 2026. Damit sollen authentische Mitmenschlichkeit und beeindruckende Beharrlichkeit, die die Initiatoren auszeichnen, als vorbildlich gewürdigt werden, so heißt es in einer Erklärung der Stiftung.

Für die alljährlich im November stattfindende „Lichterkette für verfolgte Christen“ in der Hamburger Innenstadt ist ein Bündnis der folgenden örtlichen Gruppen verantwortlich: Die Arbeitsgruppe Hamburg der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), „Gemeinsam für Hamburg“ der Evangelischen Allianz Hamburg sowie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hamburg, insbesondere die orientalischen Kirchen. Sie arbeiten seit 15 Jahren zusammen, um in Fällen dramatischen Unrechts für die Betroffenen einzutreten.

Die Veranstalter der Lichterkette richten sich in Appellen an Oberhäupter der jeweiligen Staaten, in denen das Recht auf Religionsfreiheit massiv eingeschränkt ist, und machen dabei auf Einzelschicksale aufmerksam. „In diesen herausfordernden Zeiten schwimmen sie gegen den Strom, indem sie nicht wegsehen, sondern sich vielmehr von diesen Schicksalen im Herzen berühren lassen und der weit verbreiteten Resignation mit ihrer Beharrlichkeit und Zuversicht entgegentreten“, sagte die Vorsitzende der Stiftung, Michaela Koller. Der Stephanus-Sonderpreis wurde am Samstag, 11. April 2026, in einem Festakt in Bonn verliehen. Der frühere Geschäftsführende Vorsitzende der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Karl Hafen, hielt die Laudatio; Grußworte sprachen die früheren Bundestagsabgeordneten Burkhardt Müller-Sönksen (FDP) und Jürgen Klimke (CDU).

Erfolg für die Menschlichkeit

Die gemeinsame Initiative entstand 2011 aus einer breiten Protestaktion zugunsten des damals im Iran von der Todesstrafe bedrohten Pastor Youcef Nadarkhani, der zum Christentum übergetreten war. Der Bundestags-Menschenrechtsausschuss unterstützte anschließend einstimmig das Anliegen der seinerzeit stark medial beachteten Demonstration. Schließlich trat die damalige Bundesregierung für den verfolgten Christen ein und übte durch Einbestellung des iranischen Botschafters Druck auf Teheran aus. 

Im September 2012 wurde Nadarkhani endlich vor der Hinrichtung durch Erhängen gerettet und freigelassen. „Das war eine der wenigen Höhepunkte der deutschen Politik gegenüber dem Terror-Regime. Auf das bürgerschaftliche Engagement, das dazu geführt hat, können wir mit Recht stolz sein“, bewertet die Stiftung die Anfänge der „Lichterkette für verfolgte Christen“. Auch für die Stephanus-Preisträgerinnen von 2010, Maryam Rostampour und Marziyeh Amirizadeh aus dem Iran, traten die Hamburger ein. Die beiden Christinnen kamen später ebenso frei.

Den ersten Märtyrer zur Ehre

Die Auszeichnung – wie auch die Stiftung – ist nach dem Diakon der christlichen Urgemeinde, Stephanus, benannt, der als erster Märtyrer wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus gesteinigt wurde. Der Stephanus-Preis wird seit 2006 jährlich verliehen. Zu den Preisträgern zählen die konvertierte iranische Bürgerrechtlerin Mary Mohammad, bekannt aus dem Erfolgsfilm „The Passion of A Revolutionary Cinderella“, Hongkongs ehemaliger katholischer Oberhirte, Kardinal Joseph Zen, der auch schon für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde, die pakistanische Menschenrechtsanwältin Aneeqa Anthony, Jesuitenpater Frans van der Lugt aus dem syrischen Homs, der ein Jahr nach Preisverleihung von radikalislamischen Kämpfern ermordet wurde, sowie die in Cannes preisgekürte christliche Schauspielerin Demyana Nassar aus Ägypten. 

Die in Frankfurt ansässige Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen hilft zum Beispiel unterdrückten sowie verfolgten Christen mit Zuschüssen für ihre juristische Verteidigung oder ihre Ausbildung und macht auf Verletzungen der Religionsfreiheit weltweit aufmerksam. Zu ihren medienwirksamsten Aktionen zählt die monatliche Erinnerung an einen christlichen Märtyrer unserer Tage, bekannt unter dem Titel „Märtyrer des Monats“.

Text: Michaela Koller

(sig)



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