Kunst kaufen und Gutes tun

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Mit der „Ukraine Kunstkarten-Aktion“ wollen das Atelier Kunst inklusiv und Bücher Pustet Erwachsene mit geistiger Behinderung in ihrer künstlerischen Arbeit unterstützen

Das Atelier Kunst inklusiv der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg und Bücher Pustet wollen Erwachsene mit geistiger Behinderung, die in der Ukraine leben, in ihrer künstlerischen Arbeit unterstützen. In einer Förderwerkstätte der Caritas in Lviv (ehemals Lemberg) werden sie in ihren Fähigkeiten und ihrem Selbstbewusstsein gestärkt. Die finanziellen Mittel für tägliche Grundbedürfnisse sind äußerst knapp, so dass die Unterstützung für künstlerisches Arbeiten noch in den Anfängen steckt. Gerade aber das kreative Schaffen ist eine wichtige Quelle für persönliche Weiterentwicklung. Aus diesem Grund hatten die Initiatoren zu Beginn des Jahres Künstlerinnen und Künstler gebeten, die Ukraine Kunstkarten-Aktion zu unterstützen – mit bis zu drei Originalwerken in der Größe DIN A 6. Knapp 400 Kunstwerke von über 140 Kunstschaffenden sind zusammengekommen, die jeweils am 2. Juli 2014 an den oder die Meistbietende/n gehen.

Der Auslöser für die Ukraine Kunstkarten-Aktion
Seit 2011 steht die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. mit der Caritas Ukraine in Verbindung. Von einem Sozialstaat westeuropäischen Zuschnitts sei man dort weit entfernt, berichtet Johannes Magin, Leiter der Abteilung Teilhabeleistungen für Jugendliche und Erwachsene der KJF: „ Die Situation für Menschen mit Behinderung ist dramatisch, eine geregelte und vor allem kontinuierliche Betreuung nicht gewährleistet. Staatliche Mittel für Förderung gibt es nicht. In wenigen Gemeindezentren findet gelegentlich kunsthandwerkliches Arbeiten mit tollen Ergebnissen statt.“ Er habe deshalb die Idee mit den Postkarten von Renate Höning, Künstlerin und Leiterin des Ateliers Kunst inklusiv der KJF, begeistert aufgegriffen, da das Medium Kunst wie kein zweites geeignet sei, Brücken zu bauen. „Vom Erlös der Kunstkarten-Aktion profitieren die Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung in vier Städten der Westukraine mit Zentrum Lemberg. Die Mittel sollen für Farben, Papier, Stifte, Künstlermaterial und ortsansässige Künstler, die mit den Menschen mit geistiger Behinderung künstlerisch arbeiten, verwendet werden“, erläutert Johannes Magin den Zweck der Aktion. Angesichts der wirtschaftlichen Not aber, die inzwischen durch die aktuelle Krise in der Ukraine entstanden sei, bestünden keine Einwände, das Geld auch für existenzielle Bedürfnisse wie Lebensmittel zu verwenden. „Kunst kann nur ein Überlebensmittel sein. Ich hoffe auf regen Zuspruch und bin sehr gespannt, wie sich die Aktion anlässt; es ist ein Experiment. Dass aber Kunst ein geeignetes Medium ist, auf die Belange von Menschen mit Handicap aufmerksam zu machen und sie besser mit in die Gesellschaft einzubinden, haben wir in unserer Arbeit bei der KJF wiederholt eindrucksvoll erfahren.“

Die Ukraine Kunstkarten-Aktion
Künstlerinnen und Künstler waren zu Beginn des Jahres gebeten worden, ein bis maximal drei Kunstkarten in der Größe DIN A 6 zu gestalten. Alles war erwünscht, auch dreidimensionale Werke oder Fotografien. Der Clou: Der Name oder das Künstlersignet durfte nur auf der Rückseite der Karte vermerkt werden, weil sich dem Käufer bzw. der Käuferin das Geheimnis erst beim Erwerb des Kunstwerks erschließen soll. Nicht der Name, sondern das geschaffene Werk soll für sich werben. Der Ausgangspreis für jede Kunstkarte beträgt 25 Euro. Interessieren sich mehrere Leute für ein Motiv, entscheidet das höchste Gebot. Auch Kunstschaffende mit einer geistigen Behinderung haben sich an dieser Benefizaktion beteiligt.

„Kunst-Insider werden die eine oder andere künstlerische Handschrift trotzdem erkennen, bei manchen Arbeiten hingegen werden sie überrascht sein“, sind sich Günter Kempf und Renate Höning, beide Künstler und Unterstützer der Ukraine Kunstkarten-Aktion, sicher. „Es sind viele  großartige Arbeiten dabei, die man zu einem günstigen Preis erstehen kann. Uns begeistert, dass man auf diese Art und Weise die Aufmerksamkeit erst einmal wieder auf die Kunst selbst richtet.“

Wie kommt man an eine Kunstkarte?
Von Freitag, dem 6. Juni an, ist eine kleine Vorauswahl der eingereichten Kunstkarten in zwei Schaufenstern von Bücher Pustet in der Gesandtenstraße zu sehen, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen: „Sehr gerne stellen wir diesen Platz zur Präsentation zur Verfügung. Für den guten Zweck muss an prominenter Stelle mitten in der Stadt geworben werden; unsere Innenstadtfiliale mit einer hohen Passantenfrequenz ist da ein idealer Standort. Wir sind gerne Partner des Benefizprojekts für die Ukraine“, bestätigt Filialleiterin Susanne Borst, die an ihrem freien Tag tatkräftig mitgeholfen hat, alle eingereichten Kunstwerke zu sortieren und zu erfassen.

Unter www.kjf-regensburg.de/kunstkarten sind alle Kunstwerke gelistet und mit einer Nummer versehen. Interessierte können bereits vor dem Verkauf ein Gebot abgeben. Der Mindestpreis beträgt 25,00 Euro. Wer vermutet, sein favorisiertes Kunstwerk werde vermutlich noch mehr Interessenten finden, kann gerne eine höhere Summe angeben, um sich sein Lieblingsstück eher zu sichern. Ab dem 16. Juni 2014 nimmt Karin Wedl von der Katholischen Jugendfürsorge Gebote per   E-Mail unter der Adresse k.wedl@kjf-regensburg.de entgegen. Jeder Name und der dazugehörige, gebotene Preis werden in einer Liste vermerkt.

Am 2. Juli 2014 endlich finden Kunstliebhabende und Kunstwerke zueinander. Susanna Bauer-Giggelberger und Peter Giggelberger von Stadtkunst Regensburg stellen ihre Räume in der Prüfeninger Straße 30 in Regensburg kostenlos zur Verfügung – ein besonderes Ambiente für eine außergewöhnliche Aktion. Um 18.00 ist Einlass, um sich noch einmal einen Überblick zu verschaffen; um 19.00 Uhr startet der Verkauf.

„Ich bin schon sehr gespannt auf die Resonanz“, freut sich Michael Eibl, Direktor der Katholischen Jugendfürsorge. „Der gesamte Erlös fließt zu 100 Prozent in Kunstprojekte an verschiedenen Standorten der Caritas Ukraine, um Kunstschaffende mit Behinderung zu fördern. Herzlichen Dank an alle Künstlerinnen und Künstler sowie alle, die diese Aktion so engagiert unterstützt haben!“