News Bild „Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn" – Weihbischof Josef Graf weiht Frater Johannes Bosco  zum Priester

„Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn" – Weihbischof Josef Graf weiht Frater Johannes Bosco zum Priester

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Als Frater Johannes Bosco  betrat der junge Weihekandidat am Pfingstmontag um 15 Uhr die Pfarr- und Klosterkirche Speinshart, als Pater Johannes Bosco verließ er sie gute zwei Stunden später. Der Chorherr der Prämonstratenser hatte sich auf den Boden gelegt. Er betete und mit ihm Weihbischof Josef Graf, Abt Hermann-Josef Kugler OPraem., Ordensmitbrüder, Priester, Verwandte, Freunde und Gläubige, dass Gott den zum Priesteramt Erwählten segnen, heiligen und weihen möge. Die Gottesdienstgemeinschaft hielt noch einmal inne. Dann legte ihm Weihbischof Josef Graf die Hände auf und weihte ihn damit zum Priester.

 

Mit den Menschen den Lebensweg gehen

"Ein Dorfpfarrer  für die Menschen" möchte er sein. Das drückt auch der aus dem Römerbrief ausgewählte Primizspruch des Ordensmannes aus: "Freut euch mit den Fröhlichen. Weint mit den Weinenden". So möchte er mit den Menschen den Lebensweg gehen, in freudigen und in schwierigen Zeiten. "Ich will nahe bei den Menschen sein, für sie da sein und sie begleiten" erklärt der 32 jährige gebürtige Weidener. Wo er seine Kaplanstelle antritt, ist noch nicht bekannt, aber er und die Ordensleitung hoffen, dass es in der Nähe des Klosters Speinshart sein wird. Dort feiert er am 11. Juni die Klosterprimiz und eine Woche später in der Pfarrei Sankt Dionysius in Weiden die Heimatprimiz. Am Pfingstmontag stand aber erst einmal die Priesterweihe im Mittelpunkt. Dass sie von Weihbischof Dr. Josef Graf gespendet wurde, war eine Premiere, die beide sehr freute. Sie haben fünf Jahre im Priesterseminar auf demselben Stockwerk gewohnt, als der Weihbischof noch Spiritual war.

Das Fest der Priesterweihe begann mit dem Einzug des liturgischen Dienstes, Ministranten, Ordenschristen, Diakonen, Priestern, Abt und Weihbischof, Weihekandidat Frater Johannes Bosco Ernstberger OPraem und Zeremoniar P. Felix Biebl OPraem. Administrator und Abt Hermann Josef Kugler rief den Weihekandidaten mit Namen auf und er trat mit einem kräftig-gesprochenen „Hier bin ich“ aus der Gemeinde heraus vor den Weihbischof. Im Namen der Kirche erbat der der Abt um die Erteilung der Weihe und bezeugte die Würdigkeit des Kandidaten.

 

Salbung stellt Verbindung zwischen Priester und Christus dar

In seiner Predigt erinnerte Weihbischof Josef Graf an den Vers aus dem Evangelium "Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn". Diese Freude spüre man heute mit der wunderbaren Musik, mit der festlichen Stunde für den Weihekandidaten, für den Konvent und für die ganze Kirche. Frater Johannes Bosco gehe den von ihm eingeschlagenen Weg nun mit der Priesterweihe weiter. Anschaulich erläuterte er die Riten der Weihe mit Handauflegung, Weihegebet, dem Anlegen des Messgewandes, der Salbung mit Chrisam und dem Überreichen von Kelch und Hostienschale. Ausführlich ging Weihbischof Josef auf die Salbung der Hände als besonders intensives Zeichen ein: es stellt die Verbindung zwischen Priester und Christus dar. Die Salbung zeige, dass man selbst mit leeren Hände dastehen würde, wenn sie nicht von Gott gefüllt werden. Christus vertraut sich selber an und er soll zu den Menschen gebracht werden. Damit schlug der Prediger die Brücke zum Evangelium von den anvertrauten Talenten.

Diese verschiedenen Talente und unterschiedlichen Fähigkeiten müssen eingesetzt werden, nicht vergraben. So könne Frater Johannes Bosco als Priester, als Ordensmann die geheimnisvollen Gaben des Talents erkennen und nutzen. Es sei eine große Herausforderung, wenn ihm bei der Salbung Christus anvertraut wird, Christus in die leeren Hände gelegt wird. Der Weihbischof  betonte, dass der Weihekandidat zu großem Berufen sei und  sich Frater Johannes Bosco wünsche "als Dorfpfarrer für die Menschen" da zu sein, als Zeuge des Glaubens den Menschen Christus zu bringen. "Vollziehe deinen priesterlichen Dienst so, dass der Herr später auch zu dir sagen kann: Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn" betonte Weihbischof Josef Graf abschließend. 

Mit der Bitte um den Heiligen Geist wurde die Weiheliturgie eröffnet. Frater Johannes Bosco versprach,  in Ehrfurcht und Gehorsam als zuverlässige Mitarbeiter des Bischofs und seiner Nachfolger die Gemeinde des Herrn umsichtig zu leiten. Zur Bekräftigung dieses Gelöbnisses legte er dabei seine gefalteten Hände in die des Weihbischofs. "Gott selbst vollende das gute Werk, dass er in dir begonnen hat" sprach dieser und brachte damit zum Ausdruck, dass Menschen sich dieser Aufgabe nur zur Verfügung stellen können, während das eigentliche Wirken jedoch durch Gottes Gnade geschieht. Während der Allerheiligenlitanei legte sich der Weihekandidat zum Zeichen der Demut und Hingabe auf den Boden. Ganz feierlich und leise wurde es im Gotteshaus,  als Weihbischof Dr. Josef Graf im stillen Gebet als Zeichen der Mitteilung des Heiligen Geistes und der Beauftragung dem vor ihm knieenden Kandidaten  die Hände auflegte. Weiterhin knieend wurden dem neugeweihten Priester von allen anwesenden Priestern die Hände aufgelegt zum Zeichen der Zugehörigkeit und Aufnahme in das Presbyterium. Es folgte das feierliche Weihegebet des Weihbischofs über den vor ihm knienden Weihekandidaten.

 

Pater Johannes Bosco spendet den Primizsegen

Die nun folgenden Zeichen deuteten das Geschehen der Weihe und bringen den Dienst zum Ausdruck, den der Neugeweihte nun übernimmt: Nach dem Anziehen der priesterlichen Gewänder - Stola und Kasel -  bei der befreundete Priester halfen wurden die Hände von Pater Johannes Bosco mit heiligem Chrisam gesalbt zur Stärkung für sein zukünftiges Wirken im Namen Christi. Die Überreichung von Kelch und Patene sollte auf die Feier der Eucharistie und der Nachfolge des gekreuzigten Christus hinweisen. Ein weiteres äußeres Zeichen der Zugehörigkeit zu der Gemeinschaft der Priester war der anschließende Friedensgruß: damit besiegelte der Weihbischof dass er Pater Johannes Bosco als neuen Mitarbeiter im Dienst der Diözese annimmt. Anschließend tauschte der  Neugeweihte mit allen mitfeiernden Priestern den Friedensgruß in brüderlicher Verbundenheit im gemeinsamen Dienst aus.

 

Nach der Gabenbereitung durfte sich der Neugeweihte zum ersten Mal mit dem Weihbischof um den Altar versammeln und die Eucharistiefeier mitzelebrieren. Den kirchenmusikalischen Bestandteil der gesamten Liturgiefeier gestalteten befreundete Musiker an der Orgel sowie mit Pauken und Trompeten. Vor dem Pontifikalsegen spendete Pater Johannes Bosco den feierlichen Primizsegen.