News Bild Katholische Landvolkbewegung trifft Bischof Rudolf Voderholzer

Katholische Landvolkbewegung trifft Bischof Rudolf Voderholzer

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„10 Leitsätze zur Landpastoral“ aus der KLB-Kampagne Land.Leben.Glauben als Diskussionsimpulse – unterschiedliche Erfahrungen mit dem Gemeindeleben vor Ort

 

Rund vierzig Vertreter aus den Ortsgruppen und den Kreisverbänden der KLB kamen am Abend des 9. November im Haus Werdenfels zum Gespräch mit Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer zusammen. Der Diözesanvorstand hatte Bischof Rudolf eingeladen, um die Kampagne Land.Leben.Glauben abzuschließen. Sein großer Dank galt den Ehrenamtlichen in den katholischen Verbänden: „Neben der Pfarrei sind Sie es, die über den eigenen Tellerrand hinausblicken und mit guter Bildungsarbeit den Glauben im Leben auf dem Land tragen.“

 

KLB sammelt Probleme, Wünsche, Anregungen bei den Gläubigen

Nach dem Eröffnungsgebet in der Bruder-Klaus-Kirche, bei dem der Diözesanbischof an die vielfältige Bedeutung des 9. Novembers erinnerte, konnte man sich schon beim Gang zum Tagungsraum einstimmen: unter der Decke schwebten an Luftballons Karten mit Aussagen aus der Kirchencafé-Veranstaltungsreihe „Heißer Cappuccino und brennende Fragen“. In bisher zehn Pfarrgemeinden sammelte die KLB Probleme, Wünsche, Anregungen der Gläubigen vor Ort. „Kirche hat Zukunft, … wenn die Laien – besonders die Frauen – mehr Kompetenzen erhalten“ konnte man da lesen, „… wenn Worte und Taten übereinstimmen“, oder „…weil ich mich angenommen fühle in der Gemeinschaft“. Bischof Rudolf zog eine Karte: „Liturgietexte überdenken“.

 

„Seit dem Sommer 2014 nahm die Kampagne die Situation der ländlichen Gemeinden in den Blick und sollte Menschen ermutigen, über ihren Glauben ins Gespräch zu kommen.“, so der Diözesanvorsitzende Max Hastreiter in seiner Einführung. „Ein Ergebnis des Kampagnenjahrs sind die ‚10 Leitsätze zur Landpastoral‘, die von der Bundesversammlung der KLB im April verabschiedet wurden.“ Die Vorstandsmitglieder Angelika Franz, Silvia Schroll und Manfred Kellner stellten eine Auswahl daraus vor: „Das Potenzial der Menschen auf dem Land sehen und wertschätzen – vom Geschenk vielfältiger Charismen ausgehen“, „Die Leitungsaufgaben neu beschreiben“, „Das Wohl des ganzen Dorfes im Blick haben“, „Räume für Begegnung erhalten und neu schaffen“.

Christliche Charismen bewusst in die Welt tragen

Ganz deutlich wurde die Sorge der Teilnehmer um ihr Gemeindeleben und auch um ihre Priester. „Angesichts größer werdender Seelsorgeeinheiten müssen pastorale und organisatorische Aufgaben und Zuständigkeiten, die sinnvoll nur vor Ort geschehen können, klar beschrieben werden“ heißt es in den Leitsätzen. Überlegungen wären notwendig, welche Aufgaben Laien, die sich engagieren wollen, übertragen werden können. „Setzen wir als Christen unsere Charismen bewusst in der Welt ein: engagieren sie sich bitte als Christen auch im politischen Bereich!“ Bischof Rudolf regte außerdem an, auch das Personal, das da ist, zu schätzen: die Gemeinden der Diözese Regensburg sind mit Seelsorgern relativ gut versorgt, auf etwa 2500 Gläubige kommt ein Priester. Auch den Zeitdruck, unter dem Priester stehen, relativierte er, früher hätten Pfarrer noch eine Ökonomie nebenbei versorgt.

 

Lebhaft wurde das Gespräch, als es um die Praxis ging: wie ist es zu schaffen in einer Seelsorgeeinheit mit sechs oder mehr Friedhöfen an Allerheiligen möglichst überall einen Gräbergang zu organisieren. Der Wunsch vieler Gläubigen, dazu doch einen Pfarrer zu haben, sei durch den Glaubensgrundsatz gedeckt, dass Gnade nur geschenkt werden könne, das Heil also nicht „selber gemacht werden kann“, führte Bischof Rudolf aus. Der Priester macht das deutlich, wenn er „in persona Christi“ handelt. Weiterverfolgen möchte Bischof Rudolf eine konkrete Anregung: An Tagen wie Allerheiligen/Allerseelen müssen sich nicht mehrere „Stadtpfarrer“ auf einem Friedhof versammeln, sondern könnten ihren Mitbrüdern „auf dem Land“ – in größeren Pfarreiengemeinschaften mit mehreren Friedhöfen eine wertvolle Unterstützung anbieten.