News Bild Kardinal Müller weihte Regensburger Ordensmann Michael Sulzenbacher in Rom zum Priester

Kardinal Müller weihte Regensburger Ordensmann Michael Sulzenbacher in Rom zum Priester

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Die römische Kirche Sant‘ Agnese in Agone war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Gerhard Kardinal Müller am vergangenen Samstag Michael Sulzenbacher seine Hände auflegte und ihn zum Priester weihte. Zahlreiche Gläubige aus dem Bistum Regensburg, besonders aus seiner Heimatgegend um Alteglofsheim, waren zur Weihe nach Rom gekommen.

 

Viele Freunde und Weggefährten aus der alten Heimat in Rom dabei

„Ich bewundere – menschlich gesagt – Ihren Mut und – geistlich gesprochen – Ihr Gottvertrauen.“ Mit diesen Worten begann Kardinal Müller seine Predigt bei der Priesterweihe. Denn „in schwieriger Zeit treten Sie an den Weihealtar. Mit Ihrem Adsum sprechen Sie die Bereitschaft aus, Ihr ganzes Sein und Leben Gott zum Opfer darzubringen. Das ist die entscheidende Weichenstellung auf Ihrem irdischen Pilgerweg und eine Stunde der Gnade für das ganze Volk Gottes.“ Um diese Stunde der Gnade mitzuerleben, hatten sich Gläubige aus verschiedensten Regionen in die ewige Stadt aufgemacht. Viele Regensburger waren per Bus nach Rom gekommen. Auch die Region Mühldorf/Altötting war stark vertreten; dort hatte Michael Sulzenbacher lange Zeit eine Pfadfindergruppe geleitet und begleitet. Seit seiner Diakonatsweihe war er in Niederösterreich tätig und hatte sich auch dort in der Jugendarbeit engagiert. Ehrensache für die Jugendlichen, bei der Priesterweihe „ihres Michaels“ dabei zu sein. Als Vertretung des politischen Landkreises Regensburg war Landrätin Tanja Schweiger anwesend.

Kardinal Müller: Gerade in heutiger Zeit den Glauben an Jesus Christus mutig bekennen

In seiner Predigt bezog sich Gerhard Kardinal Müller immer wieder auf die aktuelle Situation von Kirche und Welt und zog daraus Schlüsse für die Aufgabe des Priesters. Die Kirche gewinne „nicht an Relevanz und Akzeptanz, wenn sie der Welt die Schleppen des Zeitgeistes nachträgt, sondern nur wenn sie ihr mit der Wahrheit Christi die Fackel voranträgt.“ Müller warnte vor den „Treibhausgasen der Sünde“ und dem „global warming des Unglaubens“. Dem Neupriester gab er die Mahnung des heiligen Paulus an Timotheus mit auf den Weg: „Fliehe vor der falschen Lehre, sei Diener des Wortes, Verkünder des wahren Glaubens und Kämpfer für die Wahrheit Christi.“ Durch die Weihe erhalte der Priester Anteil an der Vollmacht Christi, um – Kardinal Müller zitierte das II. Vatikanum – „in der Person Christi, des Hauptes der Kirche, mit der Kraft des Heiligen Geistes, die Gläubigen zu lehren, leiten und heiligen.“ Ihren Abschluss fand die Predigt in einem einfachen, aber tiefgründigen Segenswunsch für den Primizianten: „Lieber Mitbruder Michael, wir beten um die Gnade, dass Sie ein guter Priester werden nach dem Herzen Jesu und seiner lieben Mutter Maria. So sei es! Amen.“

Seine erste heilige Messe feierte P. Michael Sulzenbacher am darauffolgenden Tag in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore. P. Paul Schindele SJM, der Generalobere der Ordensgemeinschaft, hielt die Primizpredigt. Dabei ging er ganz persönlich auf die menschlichen Gaben und Begabungen des Neupriesters ein, der mehrere Jahre als Sekretär des Generaloberen eng mit ihm zusammengearbeitet hatte. All seine menschlichen Talente könne er nun als Priester noch mehr für das Reich Gottes fruchtbar machen. Am Beispiel des heiligen Petrus aus dem Sonntagsevangelium zeigte P. Schindele jedoch auf, dass Jesus seine Apostel im Zuge ihrer Berufung nicht von ihren Fehlern und Schwächen befreit hatte. Doch er nutzte ihre Schwächen für übernatürliche Ziele. So hat der heilige Petrus gerade durch seine Verleugnung Jesu zu einer umso tieferen Reue und Demut gefunden. Diese gläubige Zuversicht, dem Herrn mit den eigenen Stärken, aber auch mit den eigenen Schwächen als Priester dienen zu können, gab P. Schindele dem Neupriester als Wunsch mit auf seinen Weg.

 

 

Wer ist P. Michael Sulzenbacher?

Michael Sulzenbacher stammt gebürtig aus Alteglofsheim in der Diözese Regensburg. Wichtige Impulse für seine Berufung zum Priester erhielt er nach eigenen Worten als Ministrant bei der kleinen Wallfahrtskirche in Haader. Auch seine Zeit in der „Katholischen Pfadfinderschaft Europas“, mit der er in zahlreichen Ländern wie z.B. Schweden, Kroatien, Norwegen, Amerika unterwegs war, half ihm, den Ruf Gottes in seinem Leben zu hören. 2008 trat er nach dem Abitur am Regensburger Albrecht-Altdorfer-Gymnasium in die Ordensgemeinschaft der „Diener Jesu und Mariens“ ein. Seine theologische Studien absolvierte er in Österreich und schloss sie 2017 an der Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz im Wienerwald mit dem Magister in Theologie ab. Im gleichen Jahr wurde er von Bischof Klaus Küng von St. Pölten in Österreich zum Diakon geweiht. Diesen Dienst übte er zuletzt in verschiedenen Bereichen aus und arbeitete zusätzlich als Sekretär seines Ordensoberen.

 

Hier können Sie Neupriester P. Michael Sulzenbacher begegnen

Am Sonntag, 30. September 2018, wird die feierliche Heimatprimiz in der Pfarreiengemeinschaft in Alteglofsheim–Köfering, der Heimatpfarrei des Neupriesters, stattfinden. Die Organisatoren rechnen mit bis zu 1200 Gläubigen. Eröffnet wird der Tag mit einem Festzug vom Elternhaus zum Festplatz. Dort findet in einem großen Zelt die Primizmesse statt. Die Primizpredigt wird P. Dr. Martin Linner halten, ein Mitbruder von Pater Sulzenbacher und Mitarbeiter des Staatssekretariats im Vatikan. Im Festzelt findet nach einem Umzug durch das Dorf auch das Festessen statt. Zum Abschluss steht eine Dankesvesper mit Einzelprimizsegen auf dem Programm. Schon am Abend des Vortags beginnen die Feierlichkeiten mit einem großen Theaterstück „Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben“, das die Pfadfindergruppe aus Haader/Labertal, deren Mitglied Michael Sulzenbacher vor Jahren war, zum Festtag einstudiert hat.