News Bild In der spirituellen Tradition des Mönchsvaters Benedikt – Pontifikalvesper in der Schottenkirche St. Jakob zum Abschluss des Symposiums "Wie aus Scoti Schotten wurden"

In der spirituellen Tradition des Mönchsvaters Benedikt – Pontifikalvesper in der Schottenkirche St. Jakob zum Abschluss des Symposiums "Wie aus Scoti Schotten wurden"

Home / News

Mit einer Pontifikalvesper in der altehrwürdigen Schottenkirche St. Jakob endete am vergangenen Samstag das ganztägige Symposium "Wie aus Scoti Schotten wurden". Anlass war der 500. Jahrestag der Übernahme des Benediktinerklosters St. Jakob durch schottische Mönche im Jahre 1515. Bischof Rudolf Voderholzer warf in seiner Predigt einen Blick in die bewegte Geschichte des Klosters, das auf eine irische Gründung Ende des 11. Jahrhunderts zurückgeht.

"urbs benedictina - urbs benedicta"

Bischof Rudolf nannte diesen Übergang von den irischen zu den schottischen Mönchen "ein entscheidendes Ereignis in der Geschichte dieser Instituion..., das in seiner Bedeutung nur noch übertroffen wird von der Übernahme des Klosters durch das Bistum Regensburg im 19. Jahrhundert". Zwischen 1866 und 1872 wurde das Kloster umgebaut und seit dieser Zeit ist das Bischöfliche Priesterseminar St. Wolfgang dort zu Hause. Die Klosterkirche St. Jakob ist seither Seminarkirche. 

Der Mönchsvater Benedikt, nach dessen Regel irische wie schottische Mönche in St. Jakob gelebt hatten, könne mit Recht als die Gründungsgestalt des christlichen Abendlandes, des christlichen Europas, bezeichnet werden. Im Blick auf die aktuelle Griechenlandkrise bemerkte der Bischof, die Grundlagen Europas "erschöpfen sich aber nicht in einer gemeinsamen Währung und einem gemeinsamen Wirtschaftsraum". So griff er auch das Bildwort über das Wesen Europas auf, das der frühere deutsche Bundespräsident Theodor Heuss geschaffen hatte. Europa ist gegründet auf drei Hügeln: Auf der Akropolis in Athen (griechische Philosophie), auf dem Capitol in Rom (römisches Recht) und auf Golgotha in Jerusalem (christlicher Glaube). Bischof Rudolf fügte noch zwei weitere Hügel dazu: der Berg Sinai, der Ort der Gottesoffenbahrung in den Zehn Geboten und der Montecassino, auf dem der hl. Benedikt sein erstes Kloster gründete, das zum Ursprung eines Netzes von geistigen Zentren in ganz Europa wurde.

Wenn heute auch, so der Bischof, kein direkt benediktinisches Leben in Regensburg blühe, so ständen die Nachfolgeeinrichtungen in St. Jakob aber alle in dieser spirituellen Tradition. Seit 1872 ist das Priesterseminar St. Wolfgang dort beheimatet, im Jahre 2007 wurde das "Bischöfliche Studium Rudolphinum" - der dritte Bildungsweg zum Priesteramt - wieder dorthin nach Regensburg zurückverlegt und seit 2008 ist das "Institut Papst-Benedikt XVI." dort zuhause. Tragen Seminar und Rudolphinum mit ihrem Rhythmus von Gebet, Lehre, Studium und Vorbereitung auf die Priesterweihe benediktinische Frömmigkeit weiter so steht das Institut, das die Herausgabe der theologischen Schriften Joseph Ratzingers redaktionell begleitet, in der wissenschaftlichen Tradition der Mönche von St. Jakob. Zum Abschluss seiner Predigt lässt Bischof Rudolf Joseph Ratzinger zu Wort kommen, der sich als Papst den Namen des Mönchsvaters gab: "Hören wir auf der Suche nach dem wahren Fortschritt auch heute die Regel des hl. Benedikt als ein Licht für unseren weg. Der große Mönch bleibt ein wahrer Lehrmeister, in dessen Schule wir die Kunst lernen können, den wahren Humanismus zu leben".