News Bild „In der Liebe Gottes, nicht in der Selbstverwirklichung liegt das Heil“

„In der Liebe Gottes, nicht in der Selbstverwirklichung liegt das Heil“

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(pdr) Am vergangenen Sonntag feierten die Mallersdorfer Schwestern in Mallersdorf gemeinsam mit Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller und zahlreichen Gästen aus Kirche, Gesellschaft und Politik den seligen Stifter Dr. Paul Josef Nardini. Dessen Seligsprechung hatte Kardinal Friedrich Wetter am 22. Oktober 2006 in Speyer im Auftrag des Heiligen Vaters verkündet. Bei der Feier anwesend waren ebenfalls Bischof em. Manfred Müller, Bischof em. Dr. Franz Xaver Eder aus Passau und Weihbischof em. Vinzenz Guggenberger. Bischof Gerhard Ludwig zelebrierte ein Pontifikalamt in der vollbesetzten Mutterhauskirche und segnete anschließend die neu eingerichtete Kapelle zur Verehrung des seligen Nardini. In der Kapelle sind Reliquien des Seligen zur Verehrung ausgestellt. Der 2. März ist der Tag der Gründung der Ordensgemeinschaft der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie, deren Mutterhaus im Jahr 1869 nach Mallersdorf im Bistum Regensburg verlegt wurde.

Bischof Gerhard Ludwig überbrachte der Festgemeinde die Grüße von Kardinal Karl Lehmann, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), und Kardinal Friedrich Wetter. In seiner Predigt erinnerte der Bischof an die „Tausenden von Menschen, die sich in den vergangenen Jahrzehnten in der Nachfolge des seligen Paul Josef Nardini für bedürftige Menschen hingegeben haben“. Er wandte sich gegen ideologisch überfrachtete Tendenzen der Selbstverwirklichung: „In der Liebe Gottes, nicht in der Selbstverwirklichung liegt das Heil der Welt.“ Dass der Stifter trotz der Erfahrung mangelnder Liebe in Kindheit und Jugend nicht verbitterte, sondern daran innerlich reifte und die Tiefe der unverlierbaren gekreuzigten Liebe Jesu Christ erkannte, sei der innerste Grund der Seligkeit Nardinis, so der Bischof. Außerdem wandte sich Bischof Gerhard Ludwig gegen das gesellschaftlich gängige Vorurteil, ein Leben nach den evangelischen Räten Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam führe zu einem Selbstverlust. Vielmehr sei gerade das Gegenteil der Fall. „Wer alles verlässt, der wird sich selber finden. So wollen wir dem Beispiel des seligen Paul Josef Nardini folgen“, so der Bischof. (ven)