News Bild „Ihr seid das Salz der Erde“ – KAB und Kolping feiern den Josefstag

„Ihr seid das Salz der Erde“ – KAB und Kolping feiern den Josefstag

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Vor dem Dom standen am Freitagabend schon die Fahnenabordnungen bereit – ein Anblick, der viele Passanten verwundert aufsehen ließ. „Was ist da heute im Dom?“, war mehrmals zu hören. Antwort: Der Josefstag. Eigentlich erst am Samstag, den 19. März, im Regensburger Dom St. Peter heuer einen Tag früher. Einen Tag vor dem Hochfest des Heiligen Josefs feierte Bischof Rudolf Voderholzer mit den Mitgliedern der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) und des Kolpingwerkes im Dom St. Peter eine Pontifikalvesper. Der Heilige Josef ist der Patron der Arbeiter und für die beiden Sozialverbände von zentraler Bedeutung.

Die winterliche Kälte hielt sich noch hartnäckig im Dom, trotz der fast frühlingshaften Temperaturen draußen. Dennoch kamen Vertreter und Mitglieder von KAB und Kolping zusammen, um mit Bischof Rudolf den Gottesdienst zum Josefstag zu feiern. Der Oberhirte gratulierte zuerst allen „Josefs“ zum Namenstag. Und sprach seine Freude darüber aus, dass als zentrales Thema für den Gottesdienst eine Stelle aus dem Matthäusevangelium ausgewählt wurde: „Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.“ Jesus, so der Bischof, sage damit, dass wir nicht für uns selbst da seien, sondern für andere. Bischof Rudolf sprach in diesem Fall Martin Luther Recht zu: „Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit soll man dann salzen? Salz ist nicht zu ersetzen.“ So seien auch die Christen nicht zu ersetzen.

Aber worin sind sie nicht zu ersetzen? „Was ist der Dienst, den man uns nicht abnehmen kann?“ Bischof Voderholzer führte verschiedene Beispiele auf: Schulen, Krankenhäuser, caritative Bereiche: überall dort seien Christen aktiv – aber nicht unersetzbar. Ebenso Kultur und Musik: Es würde schon etwas fehlen, „aber andere können auch singen.“

„Wo wir unersetzlich sind, hängt mit unserem Zeugnis zusammen. Dafür, dass es sich lohnt, für andere da zu sein. Gott in dieser Welt zu bezeugen, auch in seiner motivierenden Kraft, das kann uns niemand abnehmen.“

Bischof Voderholzer gab zum Abschluss in der Vesper schon einen Ausblick auf das Thema des weiteren Abends: Die katholische Soziallehre. Die sieben Prinzipien der katholischen Soziallehre wurden beim anschließenden Festakt im Kolpinghaus vorgestellt. Der Festsaal war rappelvoll und bunt beleuchtet. Zur Einstimmung und zwischen den einzelnen Vorträgen gab es Musik vom Verein Musica e Vita. Kolpingpräses Stefan Wissel und Präses Thomas Schmid begrüßten die Anwesenden. Zusammen wurde ein Gebet für den kürzlich verstorbenen Kolping-Diözesanvorsitzenden Heinz Süss gesprochen.

Bischof Rudolf richtete auch hier noch einmal ein kurzes Grußwort an alle, bevor richtig ins Programm eingestiegen wurde – die sieben Prinzipien der katholischen Soziallehre warteten schließlich darauf, vorgestellt zu werden. Deren Bedeutung fasste Bischof Rudolf treffend zusammen: „Überall in der Sozialpädagogik wird dieser Beitrag der katholischen Kirche geschätzt. Es sind tragfähige Fundamente unseres Zusammenlebens. Ich freue mich sehr, dass wir heute durch die Reihen der Enzykliken geführt werden.“

Info: Hl. Josef

Seinen Gedenktag feiert die katholische Kirche am 19. März. Er wird als Bräutigam der Gottesmutter Maria verehrt. Und er ist ein sehr vielfältiger Heiliger: So ist er Schutzpatron der Ehepaare und Familien, Kinder, Jugendlichen und Waisen, aber auch der Jungfräulichkeit. Arbeiter und Zimmerleute, Schreiner, Wagner, Totengräber und Ingenieure rufen ihn in Notsituationen an, war er doch selbst Handwerker. Unzählige Kirchenbauten sind dem heiligen Joseph geweiht, viele Orden haben sich unter seinen Schutz gestellt und etliche Länder, zum Beispiel Mexiko, Peru, die Philippinen und China, haben ihn als Patron auserwählt. Papst Pius IX. (1846-1878) erklärte ihn sogar zum Schutzpatron der gesamten katholischen Kirche.