News Bild „Ich mache euch zu Menschenfischern" – Bischof Voderholzer feiert das Sebastianifest in Irlbach mit

„Ich mache euch zu Menschenfischern" – Bischof Voderholzer feiert das Sebastianifest in Irlbach mit

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Ein großer Tag für die Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Irlbach (Landkreis Straubing-Bogen): Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer kam zu Besuch, um mit der Pfarrgemeinde das Hochfest des Heiligen Sebastians zu feiern. Im Anschluss fand das alljährliche Dankeschönfest für alle kirchlich engagierten Ehrenamtlichen statt.

 

Regensburger Sonntagsbibel kommt in Irlbach gut an!

Noch ganz im weihnachtlichen Festschmuck glänzte die Pfarrkirche in Irlbach, als Pfarrer Michael Killermann den hohen Gast aus Regensburg begrüßte und sagte: "Aller guten Dinge sind drei". Damit meinte er, dass Bischof Rudolf zum Gedenktag der Sebastianibruderschaft, zum Pastoralbesuch und zum Dank für das couragierte Mitarbeiten in der Pfarrgemeinde gekommen ist. Ausdrücklich dankte er dem Regensburger Oberhirten für das Geschenk der Regensburger Sonntagsbibel an alle Lektoren und Kommunionhelfer. Pfarrer Killermann erzählte, er habe für das "wichtigste Buch" beim Überreichen viele Komplimente erhalten und wolle dies nun weitergeben.

Bischof Rudolf: "Es ist jederzeit und überall möglich, Christus zu dienen"

In seiner Predigt schaute Bischof Rudolf auf die Berufung der Apostel und erinnerte daran, dass wir zu Beginn des Kirchenjahres Sonntag für Sonntag mitgenommen werden auf den Verkündigungsweg Jesu hin nach Jerusalem. "Als erstes sammelte er die Jünger, die Apostel um sich. Er sammelte Menschen, die das ‚Versammlungswerk der Kirchengründung‘ auf die Beine stellten", betonte der Bischof. Dabei sei Jesus nicht in die großen und bedeutenden Städte der damaligen Zeit gegangen, sondern an die Ränder, nach Galiläa, an den See von Genezareth bei Kafarnaum. Jesus rief die Jünger aus ihrem Alltag weg und stattete sie mit Vollmacht aus: "Ich habe euch auserwählt und euch dazu berufen, dass ihr Frucht bringt." Bischof Rudolf erinnerte, dass Jesus auch an die Berufe der Apostel anknüpfte und sagte: "Ich mache euch zu Menschenfischern". So könne man auch heute noch in jedem Beruf, in jeder Lebenslage von Jesus berufen werden. "Es ist jederzeit und überall möglich, Christus zu dienen", resümierte Bischof Rudolf und sprach seinen Dank an Pfarrer Michael Killermann für dessen "Menschenfischer-Sein" aus.

"Geben wir die Fackel des Glaubens weiter", betonte er und blickte auf den Heiligen Sebastian, der als römischer Soldat Zeugnis in seiner Welt gegeben habe. Er möge Fürsprecher und Vorbild sein. Am Ende des Gottesdienstes sprachen alle das Aufnahme-Gelöbnis der Sebastianibruderschaft. Daraufhin folgte die eucharistische Prozession außen rund um die Kirche. 21 Männer begleiteten die Geistlichkeit mit der Eucharistie in der Monstranz unter dem Baldachin mit den vier Sebastiani-Stäben, den früheren Zunftzeichen. Diese Sebastiani-Stäbe stammen aus einer Zeit, als die Bruderschaft in voller Blüte stand und mehr als 2.000 Mitglieder aus den verschiedensten Häusern, Ortschaften und Berufszweigen hatte.

Die Sebastiani-Bruderschaft

Als die Sebastiani-Bruderschaft vor 304 Jahren in Irlbach gegründet und mit päpstlichem Schreiben vom 11. Mai 1714 bestätigt wurde, setzten die Mitglieder in ihren Statuten den Zweck der Bruderschaft fest:

1. Die Abwendung leiblicher Übel, Seuchen und Krankheiten, ebenso auch der Kriegs- und Hungersnot.

2. Die Abwendung der Übel der Seele, besonders der Todsünde.

3. Die Stärkung und Befestigung im heiligen Glauben, Mut zu einem offenen und unerschrockenen Bekenntnis in Wort und Tat.

4. Die Stärkung, Befestigung und Übung der christlichen Nächstenliebe. Des Weiteren verpflichteten sich die Mitglieder zu einem christlichen Leben und Zeugnis für Christus abzulegen.

In früheren Jahren unterstützten die Mitglieder der Bruderschaft bedürftige Menschen auch finanziell. Heute wird das Bruderschaftsopfer für soziale Zwecke verwendet, oder die Sebastiani-Figuren, die Zunftstäbe oder die Bruderschaftsfahne damit restauriert. In der heutigen Zeit sieht Pfarrer Michael Killermann vor allem den Punkt „Die Mitglieder nehmen sich besonders der einsamen, alten und kranken Mitbrüder und Mitschwestern in der Pfarrgemeinde an und helfen ihnen, ihr tägliches Kreuz zu tragen. Sie melden Kranke, ob daheim oder im Krankenhaus liegend, dem Pfarrer und ermuntern sie zum Empfang der heiligen Sakramente“ als erstrebenswert für die Bruderschaftsmitglieder.

Die Hilfe für den Nächsten ist nach wie vor das oberste Ziel. Um die Bruderschaft auch in die nächsten Generationen führen zu können, werden verstärkt auch Kinder mit der Lebensgeschichte des Heiligen Sebastian und der Bedeutung der Bruderschaft vertraut gemacht.