News Bild Hunderte Gläubige feiern die runden Geburtstage von Bischof Stefan Oster SDB und Bischof em. Wilhelm Schraml - Bischof Dr. Rudolf Voderholzer hält die Festpredigt

Hunderte Gläubige feiern die runden Geburtstage von Bischof Stefan Oster SDB und Bischof em. Wilhelm Schraml - Bischof Dr. Rudolf Voderholzer hält die Festpredigt

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„Wie schön, dass Sie alle da sind“, sagte Bischof Dr. Stefan Oster am Ende der Pontifikalvesper, die anlässlich seines 50. Geburtstages und des 80. Geburtstages von Bischof em. Wilhelm Schraml im Passauer Stephansdom gefeiert wurde. Die Predigt hielt der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, der beiden Bischöfen ein enger Wegbegleiter ist. „Es ist mir eine ganz große Freude und Ehre, heute anlässlich der Geburtstage der beiden Bischöfe die Festpredigt halten zu dürfen“, so Voderholzer, der heute selbst seinen Namenstag feiern darf. „Ich tue es als Heimatbischof der beiden, immerhin sind sie beide gebürtige Oberpfälzer und von ihrer Herkunft her Regensburger Diözesane.“ Und er tue es in herzlicher und freundschaftlicher Verbundenheit, und das war auch zu spüren als er am Ende seiner Predigt den beiden Bischöfen ein Geburtstagsgedicht zusammen mit den Gläubigen vortrug.

Am Ende des Gottesdienstes dankte Bischof Stefan seinem Vorgänger Bischof em. Wilhelm Schraml für seinen „so hochherzigen Einsatz für unser Bistum. So oft schon konnte ich erfahren, dass Du Dein Bistum wohl bestellt übergeben hast“, so Oster. Er überreichte Bischof em. Wilhelm Schraml ein besonderes Messgewand. Das im Kloster Thyrnau bestickte Parament zeigt auf Brusthöhe die hl. Jungfrau Maria, den hl. Bruder Konrad und den hl. Wilhelm. Auf der Rückseite sind drei Wappen eingestickt – von Papst Johannes Paul II. und von Benedikt XVI: die Päpste, die den Wallfahrtsort Altötting besucht haben. Ebenso zeigt es das Wappen von Bischof em. Wilhelm Schraml. Der Altbischof dankte in seiner Ansprache an allererster Stelle Gott dafür, „dass er uns liebt und dass wir ihn kennen und lieben dürfen.“ Gott habe ihn 80 Jahre hindurch „in meiner Unzulänglichkeit geleitet und geführt.“ ER habe ihn zum Priester und Bischof erwählt, damit er, befähigt durch das Sakrament der Weihe, „das bei den Menschen und für die Menschen tun durfte, was ich selber aus eigenem Vermögen nicht hätte tun können“, so Schraml.

Ein Geschenk gab es aber auch für Bischof Stefan selbst: Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl theologische Erkundungen des Hochschullehrers und Bischofs Stefan Oster“. Dieses Buch wurde von Mitarbeitern der Diözese Passau anlässlich seines Geburtstages zusammengestellt und beinhaltet richtungsweisende Texte des Theologen und Bischofs, die einem breiten Publikum zur geistlichen Lektüre und für die theologische Auseinandersetzung zugänglich gemacht werden.

 

Lothar Wagner – ein besonderer Gast aus Sierra Leone

Die weiteste Anreise nach Passau hatte Salesianerbruder Lothar Wagner zusammen mit dem vierjährigen Ibrahim und dessen Begleiterin Juliana. Sie kamen aus Sierra Leone. Ibrahim ist Vollwaise, seine Eltern starben an Ebola und auch Ibrahim selbst kämpft mit den Folgeerscheinungen der heimtückischen Krankheit. Ibrahim, der einen Teil seiner Sehkraft verloren hat, wird in Deutschland von Experten behandelt. In Passau war er nicht mit dabei, „die vielen Untersuchungen diese Woche haben ihn sehr angestrengt und er braucht jetzt Erholung“, so Lothar Wagner. Beim Empfang im Festzelt stellte Lothar Wagner seine Arbeit im Sozialzentrum Don Bosco Fambul in Sierra Leone vor.

Fambul bedeutet Familie und „das sind wir auch. Eine Familie für Benachteiligte.“ Und in Passau ist diese Familie dank einiger Spendenaufrufe von Bischof Stefan schon vielen bekannt. „Ich bin unendlich dankbar für die viele finanzielle Unterstützung, die wir vor allem aus Passau erfahren haben“, betonte er. „Dadurch war es uns möglich, in der schlimmsten Ebola-Zeit den Menschen vor Ort humanitäre und nachhaltige Hilfe zu leisten. Auch wenn die akute Ansteckungszeit nun vorüber ist, brauchen wir weiter Hilfe und Unterstützung, um das Land wieder aufzubauen und den vielen Ebola-Waisen wie Ibrahim vor Ort eine Zukunft zu bieten.“ Die gesammelten Spendengelder werden für 58 Kinder sowie deren Groß-/ Pflegefamilien verwendet, die besonders hart von der Pandemie betroffen sind. Dazu zähle auch der kleine Ibrahim. Mit Don Bosco Bonn sei ein 3-Jahresprojekt für diese Kinder entwickelt worden – sie bedürfen einer intensiven therapeutischen Behandlung. „Da haben wir noch Finanzierungslücken“, so Lothar Wagner. Deshalb freute er sich ganz besonders, dass die Spendenbereitschaft in Passau anhält. So überreichten z.B. die beiden Vorsitzenden des Frauenbundes in Aicha vorm Wald, Anneliese Endl und Barbara Westermeier eine Spende in Höhe von 1100 Euro. Das Geld wurde anlässlich des Fastenessens des Frauenbundes gesammelt.


Unter den Gästen im vollbesetzten Dom waren aus Kirche, Politik und dem gesellschaftlichen Leben frühere Weggefährten sowie jetzige Wegbegleiter. Neben Prediger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (Regensburg), Bischof Dr. Ludwig Schwarz SDB (Linz), Bischof em. Dr. Walter Mixa (Augsburg) und Weihbischof Herwig Gössl (Bamberg) waren auch Vertreter aus dem nicht-deutschsprachigen Nachbarland dabei – Bischof Mons. Vlastimil Krocil mit Generalvikar Mons. Adolf Pintír (Budweis). Ordensobere, Äbtissinnen und Äbte, Priester, Diakone, Ordensleute, haupt- und ehrenamtlich tätige Frauen und Männer als auch Verwandte und Freunde sind zur Vesper gekommen. Auch der frühere Wegbegleiter und salesianische Mitbruder Pater Claudius Amann SDB aus Benediktbeuern kam zur Feier nach Passau sowie der Passauer Landrat Franz Meyer. 


Text und Fotos: Bischöfliche Pressestelle Passau