Flaggen China und Hong Kong

Hong Kong: Katholischer Aktivist um Christi willen in Haft

20 Jahre für Jimmy Lai


Hong Kong / Regensburg, 11. Februar 2026

Jimmy Lai (78), der bekennende Katholik und Menschenrechtsaktivist, der laut seinen Anhängern seit Jahren politisch motivierten Strafverfolgungen und Verurteilungen in Hongkong ausgesetzt ist, wurde am Montag zu 20 Jahren Haft verurteilt. Der mehr als zweifelhafte Vorwurf: „Verstöße gegen die nationale Sicherheit“.

Die aktuelle Strafverkündung erfolgte nach Lais bereits im Dezember erfolgter Verurteilung nach dem weitreichenden chinesischen Sicherheitsgesetz. Sie schloss einen jahrelangen Rechtsstreit ab, in dessen Verlauf er wegen mehrfacher anderer Vergehen, unter anderem wegen Betrugs und rechtswidriger Versammlung, für schuldig befunden wurde. Lais Notlage hat weltweit Unterstützung gefunden, darunter auch von hochrangigen Staatschefs wie US-Präsident Donald Trump, der sich für Lais Freilassung eingesetzt hat und Berichten zufolge im Oktober 2025 mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping über das Thema gesprochen hat.

Lai, der jahrelang als Herausgeber der kritischen pro-demokratischen Boulevardzeitung Apple Daily bekannt war, wurde erstmals 2020 wegen angeblicher Verstöße gegen die chinesische Sicherheitspolitik verhaftet. Seitdem hat die Regierung mehrfach Anklage gegen ihn erhoben, ihn ohne Kaution in Haft gehalten und zu langen Haftstrafen verurteilt, darunter eine 69-monatige Haftstrafe im Dezember 2022, der Vorwurf damals: angeblicher Betrug, mutmaßlich war dies ein Vorwand.

Lai hat auch Unterstützung von Politikern, Aktivisten, religiösen Führern und Bürgerrechtlern auf der ganzen Welt erhalten. Im Jahr 2025 wurde er zum Ehrenpreisträger des Bradley-Preises ernannt. Mit dieser Auszeichnung werden Personen geehrt, die sich unter anderem für „die Ideale der westlichen Tradition“ einsetzen. Während er besonders für sein jahrzehntelanges Engagement für die Demokratie bekannt ist, ist er auch ein bekennender Katholik, dessen Glaube ihm während seiner Haft Kraft gegeben hat.

Nachdem er 1997 zum Katholizismus konvertiert war, zog Lai zusammen mit seiner Frau Teresa seinen Sohn Sebastien und seine Tochter Claire in einer, wie Claire es beschrieb, „sehr liebevollen katholischen Familie“ groß. Claire erzählte EWTN News im Dezember 2025, dass Lais Inhaftierung „seinen Glauben nur noch vertieft hat“. Er habe regelmäßig das Evangelium gelesen, wenn es ihm von den Gefängniswärtern erlaubt wurde, und er „möchte als treuer Diener unseres Herrn in Erinnerung bleiben“.

Im November 2023 forderte eine Gruppe von zehn Bischöfen und Erzbischöfen die Regierung von Hongkong auf, Lai freizulassen: „In einem Gebiet, das behauptet, die Rechtsstaatlichkeit zu wahren und das Recht auf freie Meinungsäußerung zu respektieren, ist kein Platz für solche Grausamkeit und Unterdrückung.“ Die Sonderverwaltungszone Hongkong, die seit langem für ihre im Vergleich zum chinesischen Festland größere Achtung der Bürgerrechte und der Meinungsfreiheit bekannt ist, hat in den letzten Jahren ein hartes Durchgreifen der Regierung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) erlebt, die ihren Einfluss auf die Region unter anderem durch das strenge nationale Sicherheitsgesetz verstärkt hat.

Im Jahr 2022 erklärte Vincent Woo, ein Priester der Diözese Hongkong, gegenüber EWTN News, dass religiöse Führer in der Region mit „enormen Konsequenzen“ rechnen müssen, wenn sie die Regierung kritisieren, weshalb viele Priester oder Bischöfe es ablehnen, sich öffentlich gegen die Kommunistische Partei auszusprechen. Claire Lai teilte nun mit, dass der Körper ihres Vaters „aufgrund seiner langwierigen Haft zusammenbricht“ und ihm der regelmäßige Zugang zur Eucharistie verweigert wird. Er lese aber weiterhin „jeden Morgen das Evangelium“ und verbringe seine Zeit damit, „zu beten und die Kreuzigung und die Heilige Mutter zu zeichnen“. Sein Glaube „schützt seinen Geist und seine Seele“, hofft sie trotzdem voller Gottvertrauen.

Text: CNA Deutsch

(sig)



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