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Heilig im Alltag: die Passion

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Menschen begleiten Jesus auf dem Leidensweg

Die Passionsgeschichte stellt uns verschiedene Menschen und ihre Reaktionen auf das Leiden Jesu vor. Einerseits sind da die Menschen, die seinen Tod fordern: „Kreuzige ihn, kreuzige ihn“, rufen sie Pilatus zu (Joh 19,6). Da ist der Statthalter Pilatus, der den Tod Jesu eigentlich verhindern möchte, dem am Ende aber doch der Mut dazu fehlt. Und da ist der Großteil seiner Jünger, die vor dem Kreuz Jesu fliehen. Da ist gar Petrus, der leugnet, ein Apostel Jesu Christi zu sein. Die Passionsgeschichte bietet uns aber auch heilige Menschen, die im Rahmen ihrer Möglichkeit an der Seite Jesu standen.

Veronika und das Schweißtuch

Da ist zunächst Veronika. Die Evangelien wissen nichts von ihr, die Tradition aber überliefert, sie habe am Wegesrand gestanden, als Jesus sein Kreuz nach Golgotha tragen musste. Sie hat ein Stück Stoff bei sich und reicht es Jesus, damit er sich auch nur kurz über das Gesicht wischen konnte. Man kann sich nun natürlich fragen, wie viel das gebracht haben mag: Muss nicht Jesu Gesicht, mit Dornen gekrönt, nur Augenblicke später wieder voller Blut und Schweiß gewesen sein? Und doch: Veronika bietet Jesus einen kurzen Augenblick der Ruhe, eine kurze Linderung. Wir wissen ja nicht, ob das für Veronika auch gefährlich war: Wie mag die umstehende Menge auf eine Frau reagiert haben, die sich so offenkundig mit dem zum Tode verurteilen Mann solidarisiert? Und dennoch handelt Veronika. Daher ist sie ein Vorbild: Sie nimmt die Not eines anderen wahr, und tut ihr Mögliches, um sie zu lindern. Die anderen sind ihr dabei egal.

Die Menschen am Kreuz

Auch wenn Jesus von beinahe allen verlassen war: Einige wenige stehen doch unter dem Kreuz. „Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdala“ (Joh 19,25). Dazu kommt noch der „Jünger, den Jesus liebte“. Sie bleiben unter dem Kreuz stehen. An den Schmerzen und am drohenden Tod Jesu können sie nichts ändern. Aber sie leiden im wahren Sinn des Wortes mit: Sie zeigen Jesus, dass sie auch in seinem Leid, in dieser schwersten Stunde, auf seiner Seite stehen. Sie tragen das Leid mit, das auch sie nicht ändern können. Sie zeigen dem Herrn, dass er nicht ganz alleine ist. Auch dies ist eine christliche Grundhaltung: Mitleiden mit anderen, auch und gerade dort, wo man selbst am Leid nichts ändern kann.

Das Begräbnis

Nach dem Tod Jesu bittet Joseph von Arimathäa um den Leichnam Jesu und sorgt sich um sein Begräbnis (vgl. Joh 19,38ff.). Aus Furcht handelt er im Verborgenen – aber er handelt. Er zeigt: Der Leichnam muss mit Würde behandelt und begraben werden. Joseph tritt für die Würde menschlichen Lebens ein – sogar über das Ende hinaus. Auch dies ist ein Anliegen des christlichen Glaubens: Als von Gott geliebter Mensch hat jeder eine unverlierbare Würde, die von niemandem verletzt werden darf. Selbst wo dieser Einsatz im Verborgenen und Stillen geschieht, hat er einen Wert. Ein letztes Geleit ermöglicht Joseph so dem Herrn – und damit ist auch er ein Vorbild für den christlichen Glauben.