News Bild „Halten Sie zusammen“ – Bischof Rudolf in der Straubinger Pfarrei St. Jakob

„Halten Sie zusammen“ – Bischof Rudolf in der Straubinger Pfarrei St. Jakob

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"Corona nimmt uns vieles, aber nicht die Orgel. Und ihr werden heute besonders schöne Töne entlockt" betonte Stadtpfarrer Johannes Hofmann eingangs. Er dankte der Firma Eule für die konstruktive Zusammenarbeit und allen für die vielfältige Unterstützung. "Schön dass Sie alle da sind" rief er den Kirchenbesuchern zu. Und dem stimmte auch Bischof Rudolf bei, der extra aus Regensburg gekommen war. Er freute sich, dass es im dritten Anlauf gelungen ist, wieder nach Straubing zu kommen, die Orgel in aller Fülle zu hören und gleichzeitig  seinen Dank an Monsignore Jakob Hofmann auszusprechen sowie Stadtpfarrer Johannes Hofmann hier in Sankt Jakob neu zu installieren. "Gaudete - Freut euch" rief er den Kirchenbesuchern zu und riet, sich nicht herzunterziehen zu lassen, was bedrücke, sondern sich zu freuen, sich innerlich erfüllen zu lassen auf dem Weg auf Weihnachten zu. Sein Dank galt für die gute Zusammenarbeit von Kirche und Staat, was auch die Anwesenheit von Oberbürgermeister Markus Pannermayr, Bürgermeister Werner Schäfer, der ehemaligen Bürgermeisterin Maria Stelzl, stellvertretender Landrätin Barbara Unger und MdL Josef Zellmeier ausdrückte. Gleichzeitig bat er um das Gebet für die Regierenden, die in dieser Stunde über die kommenden Schritte in der Corona-Pandemie beraten.

 

Priester sind beauftragt, die Menschen zu Christus zu führen

In seiner Predigt blickte Bischof Rudolf auf das Johannesevangelium, in dem Johannes der Täufer sagt "ich bin es nicht". Er ordnet sich damit unter, er ist der Wegbereiter, er ist der Hinweiser, er ist der ausgestreckte Zeigefinger auf Jesus hin. Und so wie Gott im brennenden Dornbusch am Berg Sinau aufleuchtet und er sich als "ich bin der ich bin da" gegenüber Mose zu erkennen gibt, so werden im Johannesevangelium die Worte Jesu besonders gefüllt mit "ich bin der Weinstock, ich bin das Brot des Lebens, ich bin das Licht". Darin kommt der göttliche Anspruch zum Ausdruck. Bischof Rudolf ermutigte seine Zuhörer, adventliche Menschen zu sein und so wie Johannes der Täufer Wegweiser zu sein, hin auf Christus zu zeigen, zu bekennen "wer uns Kraft gibt". In besonderer Weise seien die Priester beauftragt, die Menschen zu Christus zu führen, ihm zu begegnen. Monsignore Jakob Hofmann habe diesen "Johannes Dienst" viele Jahre in vorbildlicher Weise geleistet. Als Pfarrer sei er vorangegangen, habe die Richtlinien bestimmt und dabei gute Mitarbeiter gehabt. "Vergelts Gott dafür" sagte der Bischof und leitete zum neuen Stadtpfarrer Johannes Hofmann über. Dabei drückte er seine Freude aus, dass dieser den "Johannes Dienst" übernommen habe und ebenfalls als Regionaldekan weit in das Bistum hineinleuchte.

Einen Wegbereiter-Dienst erfülle zudem die Orgel. Und so dankte der Bischof allen Planern und Handwerkern. Auch wenn man jetzt nicht singen dürfe, die Orgel darf erklingen. "Es kommen herausfordernde Tage jetzt mit Weihnachten auf uns zu" sagte der Bischof und ermunterte "Halten Sie zusammen. Klagen sie nicht über das, was nicht geht, sondern feiern wir gemeinsam das, was möglich ist". Er zeigte sich überzeugt davon, dass von den betenden Christen in den großen Kirchen keine Gefahr ausgeht. Ein starkes Plädoyer hielt der Bischof für die Hauskirche und ermutigte zum Gebet zu Hause, zum gemeinsamen Lesen des Weihnachtsevangeliums. Straubing sei als Krippenhochburg bekannt und alle sind eingeladen zum Kripperlschauen. Abschließend drückte der Bischof seine Sorge um die alten Menschen aus und verwies auf die Möglichkeit zum Briefeschreiben und zum Telefonieren. Alle mögen eine tiefe innere Freude bekommen, so sein Wunsch.

Hervorragende Nachbarschaft zwischen Sankt Jakob und dem Rathaus

Herzliche Dankesworte fand Oberbürgermeister Markus Pannermayr sowohl für die Fertigstellung der Orgel, als auch für den neuen Stadtpfarrer Johannes Hofmann. Er zitierte aus der Festschrift von der Basilikarenovierung, in der die Straubinger Stadtpfarrkirche als "Königin Niederbayerns" bezeichnet wird. Pannermayr verwies auch auf die hervorragende Nachbarschaft zwischen Sankt Jakob und dem Rathaus und lobte die langjährige Aktivität des Orgelbauvereines. Orgelbaumeister Dirk Eule erinnerte an die vierjährige Bauzeit und über 36.800 Arbeitsstunden seiner Mitarbeiter. Ihnen, aber auch den beiden "Bauherren Hofmann" dankte er für die verständnisvolle Begleitung. "Die Orgel ist eine empfindsame Königin. Möge sie von vielen Organisten königlich gespielt werden". Artur Christmann als Kirchenpfleger und Uschi Christmann als Sprecherin des Pfarrgemeinderates drückten die Freude über die Fertigstellung der Orgel und die Installation des neuen Pfarrers aus. Sie wünschten ein gutes Einleben in der Stadt und in der Pfarrfamilie. Gemeinsam sicherten sie die Unterstützung vieler Ehrenamtlicher zu, denn nur so gelange das große Gemeinschaftswerk.