News Bild „Haben wir den Glauben und die Liebe, so haben wir auch den Frieden“ – Neues Buch über Bischof Georg Michael Wittmann vorgestellt

„Haben wir den Glauben und die Liebe, so haben wir auch den Frieden“ – Neues Buch über Bischof Georg Michael Wittmann vorgestellt

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Was hätte er als Regensburger Diözesanbischof noch alles an Gutem für die Kirche bewirken können? So könnte man sich im Blick auf das Leben des im oberpfälzischen Pleystein geborenen Weihbischofs und Generalvikars Georg Michael Wittmann (1760 -1833) fragen. Nach segensreichem Wirken als Subregens und Regens im Regensburger Priesterseminar wurde er 1829 Weihbischof, 1830 Generalvikar und 1832 von König Ludwig I. von Bayern zum Diözesanbischof ernannt. Die päpstliche Bestätigung dieser Ernennung, wie es damals kirchenrechtlich üblich war, erlebte Georg Michael Wittmann nicht mehr. Er verstarb am 8. März 1833 in Regensburg im Ruf der Heiligkeit. Seine letzte irdische Ruhestätte fand er im Nordchor des Regensburger Doms, sein Seligsprechungsverfahren wurde 1955 von Erzbischof Michael Buchberger eröffnet. Aktuell wird der Prozess schon an der zuständigen Stelle in Rom geführt, er darf bereits "Diener Gottes" genannt werden. Domvikar Msgr. Georg Schwager, Leiter der Abteilung für Selig- und Heiligsprechungen im Bistum Regensburg, bemerkte, dass "das Bistum Regensburg auf die baldige Erteilung des heroischen Tugendgrades für den Diener Gottes" hofft.

 

"Bischof Wittmann, ein Seelsorger, der zum Staunen bewegt"

Als den aus Bonn stammenden Theologen, Historiker und Journalisten, Martin Lohmann vor einiger Zeit die Anfrage des Regensburger Bischofs Dr. Rudolf Voderholzer erreichte, ob er nicht eine Biographie über Bischof Georg Michael Wittmann schreiben wolle, habe er gezögert, da ihm Bischof Wittmann kein Begriff gewesen sei. Nachdem Lohmann sich in dessen bewegte Lebensgeschichte eingearbeitet hatte, musste er begeistert bekennen: "Der Mann ist der Hammer, der kommt nicht nur aus Finkenhammer." In rund 9 Monaten entstand ein 150 Seiten umfassendes Buch, das in der Reihe "Kleine bayerische Biografien" im Verlag Friedrich Pustet als Band 40 erschienen ist. Verleger Fritz Pustet bezeichnete die Biographie als "Königsklasse der Geschichtsschreibung" und bedankte sich bei dem Autor für dessen Zusage, Kreativität und alle Mühen. Lohmanns Begeisterung für das Leben Wittmanns war in seinen Ausführungen deutlich zu spüren. Er sprach über ihn als "Lichtgestalt für die Kirche von heute". Der Asket und Beter Wittmann, der stets die Nöte der Menschen im Blick gehabt hätte, sei zwar zum einen vergeistigt gewesen, zum anderen stand er aber auch mitten in der Welt. In bewegten Zeiten für die Kirche, nach Aufklärung, Revolution, Säkularisation und Kriegen habe Bischof Wittmann aus der Kraft des Gebetes so unendlich viel bewegt, sagte Lohmann, dass man oft hätte glauben können, es sei vom Werk mehrerer Menschen die Rede gewesen.

"Ohne ihn wären wir nicht hier"

Die Hausoberin Schwester M. Dominica Michalke begrüßte zu Beginn der Präsentation in der Niedermünsterschule außer Bischof, Autor und Verleger viele Freunde und Verehrer Bischof Wittmanns. Unter den Pleysteinern waren auch zwei Urururgroßneffen des Bischofs. Einer der beiden wirkt als Ordensmann in Kloster Schweiklberg. Im Hinblick auf die Gründung der Kongregation der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau im Jahre 1834 und die tatkräftige Unterstützung seiner Schülerin und Ordensgründerin Maria Theresia von Jesus geb. Karoline Gerhardinger (1797-1879) sagte die Oberin, "ohne das Wirken Bischof Wittmanns gäbe es uns nicht". Die Schulbildung für Mädchen war ihm ebenso ein Anliegen wie eine gute Priesterausbildung. Mehr als 1.500 Priester hat er im Seminar auf ihren Dienst vorbereitet. Zurecht könne man ihn den "Apostel Regensburgs" nennen, so der Autor Martin Lohmann, der "ein Geschenk nicht nur für Regensburg, sondern für die ganze Kirche Deutschlands" sei. Lese man die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils zum Priesterberuf, dann könne man glauben, die Konzilsväter hätten bei Wittmann abgeschrieben.

 

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... das Grußwort von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer anlässlich der Vorstellung der neuen Biographie über Bischof Georg Michael Wittmann.

 

Fast sein Vorgänger geworden...

Georg Michael Wittmann sollte der Nachfolger von Regensburgs 69. Bischof, Johann Michael von Sailer (1829-1832), werden, starb aber vor der päpstlichen Bestätigung der königlichen Ernennung. Franz Xaver von Schwäbl (1833-1841) folgte dann auf dem Stuhl des heiligen Wolfgang. "Wir teilen in Regensburg gerne alle unsere Schätze mit der Kirche in Deutschland und der Welt", erwiderte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer dem Autor Martin Lohmann. Zu Zeiten Wittmanns habe man nach all den politischen und geistesgeschichtlichen Katastrophen der Kirche in Deutschland keine Zukunft prophezeit. Wittmanns lebendiges Glaubenszeugnis habe die Menschen bewegt und eine Erneuerung des kirchlichen Lebens bewirkt. "Die Geschichte lehrt uns", stellte Bischof Rudolf mit dem Blick auf die Situation der Kirche der Gegenwart fest, "das wirkliche Erneuerung der Kirche immer von den Heiligen ausgeht, die treu im Gebet und eifrig in der Hingabe an die Menschen leben." Darum habe das Bistum Regensburg das Buchprojekt unterstützt.

Martin Lohmann: Georg Michael Wittmann - Bischof, Seelsorger und Reformer, 152 Seiten, 21 Abbildungen, ISBN 978-3-7917-3038-7, Friedrich Pustet Verlag