News Bild Gläubige feiern mit Bischof Gerhard Ludwig Müller Pontifikalamt am Aschermittwoch - „Die Asche erinnert an die Vergänglichkeit des Menschen“

Gläubige feiern mit Bischof Gerhard Ludwig Müller Pontifikalamt am Aschermittwoch - „Die Asche erinnert an die Vergänglichkeit des Menschen“

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„Die Asche erinnert an die Vergänglichkeit des Menschen“
Regensburg 22. Februar 2012 (pdr) Bischof Gerhard Ludwig Müller zelebrierte gemeinsam mit Weihbischof Reinhard Pappenberger und Mitgliedern des Domkapitels am Aschermittwoch ein Pontifikalamt in der Kirche Niedermünster. Das Gotteshaus war voll besetzt, als der Bischof in seiner Predigt auf die Bedeutung des Aschermittwochs als Beginn der 40-tägigen Fastenzeit einging.

Diese Fastenzeit erinnere an die 40 Tage, die Jesus in der Wüste betend und fastend verbracht hätte. Bischof Gerhard Ludwig Müller erklärte, dass ein Christ zwar durch die Taufe von der Erbsünde befreit sei, dass jedoch in jedem Menschen ein "Hang zur Sünde" bestehe. Diesen Drang, sich nur um sich selbst zu kümmern, den eigenen Befindlichkeiten den höchsten Stellenwert im Leben einzuräumen und die Sorgen der Nächsten zu vergessen, müsste jeder Christ an jedem Tag bekämpfen. Die Fastenzeit sei ein sehr guter Anlass, sich dessen wieder bewusst zu werden und sich gute Vorsätze vorzunehmen. "Wir müssen lernen, unsere Triebe, die unser menschlicher Körper besitzt, zu beherrschen, damit wir nicht Sklaven unserer selbst werden". So könne man zum Beispiel den Antrieb zu übermäßigen Essen zügeln oder sich andere Einschränkungen auferlegen. Wichtig sei, dass der Christ ehrlich versuche, sich zu mäßigen und den selbstsüchtigen Verführungen zu widerstehen: "Wir können konkrete Vorsätze treffen, dieses oder jenes nicht zu tun, um zu zeigen dass wir mithilfe der Gnade nicht Knechte sind, sondern Herr werden über uns selber," predigte der Regensburger Oberhirte. Er appellierte an die Gläubigen, auch gute Werke zu tun und vielleicht etwas von den eigenen Gütern abzugeben, um Bedürftigen zu helfen oder sich um die Nöte von Kranken und einsamen Menschen zu kümmern. "Die Liebe soll das Maß sein, wie wir uns den anderen gegenüber verhalten".

Es sei wichtig, auch wieder sensibel zu werden für die Nöte der mit Menschen. Gerade in der jetzigen Zeit, in der der Wert eines Menschen an seiner Leistungsfähigkeit und seiner Vergnügungsfähigkeit gemessen werde, sei es dringend nötig sich daran zu erinnern, dass jeder Mensch eine unverlierbare Würde besitze. Dabei sei es unwichtig, ob der Mensch jung oder alt, krank oder gesund, schön oder unscheinbar sei. Auch riet Bischof Gerhard Ludwig Müller den Gläubigen, sich im Gebet wieder Gott anzunähern, um das Heil des ewigen Lebens zu erfahren. Die Asche, die am Aschermittwoch den Gläubigen aufgelegt werde, erinnere an die Vergänglichkeit des Menschen. "Die Asche weist darauf hin, dass wir alle dereinst vor Gott hintreten und uns rechtfertigen müssen, warum wir unsere Charismen vertan haben und warum wir nicht soviel Gutes getan haben, wie wir es hätten tun können“. Nach der Predigt legten Bischof Gerhard Ludwig Müller, Weihbischof Reinhard Pappenberger und die Domkapitulare den Gläubigen die Asche auf. Die Asche, die der Diözesanbischof vor der Auflegung segnete, stammt aus den Palmenzweigen des Vorjahres, die verbrannt wurden.

Predigt des Bischofs im Wortlaut