News Bild Gläubige begehen mit Bischof Rudolf den 100. Geburtstag ihrer St.-Georgs-Kirche

Gläubige begehen mit Bischof Rudolf den 100. Geburtstag ihrer St.-Georgs-Kirche

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Zahlreiche Gläubige wollten dabei sein, als die Pfarreiengemeinschaft Plößberg/Beidl das hundertjährige Jubiläum ihrer Pfarrkirche St. Georg in Plößberg feierte: Jugendgruppen, kirchliche und weltliche Vereine aus Plößberg, Beidl und den umliegenden Gemeinden. Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer kam zum ersten Mal nach Plößberg und feierte eine festliche Pontifikalmesse zusammen mit Pfarrer Thomas Thiermann, Pfarrvikar Florente Mukalay Mukuba, Monsignore August Lindner und Diakon Egon Giehl. Das große Fest startete bei hellem Sonnenschein mit einem Kirchenzug. Die Festbesucher zogen von Blasmusik und vielen Fahnen begleitet vom Rathaus zur Kirche. In vollem Glanz erstrahlte die Pfarrkirche, die im Jahr 2014 im Innen- und Außenbereich renoviert wurde.

 

Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen

In seinen einleitenden Worten verwies Bischof Rudolf auf die schwere Zeit des ersten Weltkriegs, als das Gotteshaus hauptsächlich von Frauen, Alten und Jugendlichen erbaut wurde. Denn die meisten arbeitsfähigen Männer waren im Krieg. "Seit damals haben hier viele Priester gewirkt und viele Gläubige ihre Freude hereingebracht. Ihnen wollen wir heute besonders gedenken." Bischof Rudolf griff in seiner Predigt das Jesuswort "Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen" aus dem Markusevangelium, Kapitel 13, Vers 28, auf. Die Worte Jesu seien nicht immer leicht zu verstehen, er möchte uns damit aber für unser Leben stärken und mutig machen.

"Eines meiner Lieblingsworte sagt Jesus am Kreuz zu dem einen Übeltäter: Heute wirst du mit mir im Paradies sein." Das sei sein Versprechen an uns: Auch wenn unser Leben nicht glückt, Gott wird alle Bruchstücke unseres Lebens zu einem Ganzen zusammenfügen. "Worte bauen uns auf, trösten uns, geben uns Halt. Vielleicht nehmen Sie sich das als Hausaufgabe mit: Suchen Sie sich ein Wort Jesu, das für Sie passt. Lernen Sie es auswendig oder wie es die Engländer sagen "Learning by heart", also lernen Sie es mit dem Herzen. Es soll in Fleisch und Blut übergehen." In dieser wunderbaren Kirche seien viele Szenen gemalt, die bedeutende Worte Jesu darstellen, zum Beispiel die Bergpredigt mit den Seligpreisungen oder das Gespräch mit der Samariterin am Jakobsbrunnen.



Begegnung mit Bischof Rudolf

Danke sagte Bischof Rudolf allen, die sich in der Pfarreiengemeinschaft für den Glauben engagieren: Dem Pfarrer, dem Pfarrvikar und dem Diakon, den Mitgliedern der Gremien, den Lektoren und Ministranten, denen, die mit ihren Stimmen und Instrumenten das Wort Gottes zum Klingen bringen und zu Herzen gehen lassen. Sein Dank galt auch den Eltern für die Sorge um die Weitergabe des Glaubens an ihre Kinder, sie seien die ersten Missionare für die jungen Menschen. Musikalisch gestalteten Kiddi-Chor Aquaria mit Chorleiterin Tanja Betz, der Kirchenchor und das Orchester mit ihrem musikalischen Leiter Florian Löw, der auch als Kantor und Organist brillierte, die Messe mit. Nach dem Gottesdienst ging der Kirchenzug zurück zum Kultursaal. Alle Gäste waren eingeladen zur Begegnung mit dem Bischof, zu anregenden Gesprächen und zu einem gemeinsamen Mittagessen.



Krippenszenen auf mehreren Etagen

Bischof Rudolf ist ein großer Bewunderer der Krippenkunst. Daher bat er nach dem Mittagessen darum, die Plößberger Krippen sehen zu dürfen, die im gleichen Gebäude wie der Kultursaal ihren Platz haben. "Ah, die Bauform der Krippen erinnert mich stark an die böhmischen Krippen. Sie brauchen nicht so viel Platz, denn es wird alles nach oben gebaut." Tatsächlich, die Krippen steigen alle steil an, haben quasi mehrere Etagen, in denen die Szenen aufgebaut sind. Da geht es nicht nur um Christi Geburt im Stall von Bethlehem, die Landschaft spielt ebenfalls eine große Rolle und überhaupt finden sich viele biblische Szenen wieder.

 

Theologie der Krippen ist wichtig

In den Krippen begegnete dem Bischof mehrmals die Samariterin am Jakobsbrunnen wieder. "Auch Adam und Eva wie dort drüben sehe ich öfters. Aber da ist ja Moses, wie er die Gesetzestafeln zertrümmert, diese Szene sehe ich zum ersten Mal in einer Krippe." Und so konnte er viele Darstellungen direkt deuten und erläutern. "Die Theologie der Krippen ist wichtig", meinte Bischof Rudolf, "nur so kann man die Zusammenhänge verstehen." Schnitzwart und Krippenmeister Siegfried Sollfrank erzählte im Gegenzug etwas über das Handwerkliche, über Material und Farben, über die Herkunft der Figuren. Auch Robert Hecht vom Vorstand des Oberpfälzer Waldvereins wusste einiges über die Geschichte der verschiedenen Plößberger Krippen zu berichten. Denn er bereitet die großen Plößberger Krippenausstellungen mit vor, die alle fünf Jahre stattfinden.