News Bild Gemeinsame Gottesdienste während der Corona-Pandemie sind Taborstunden – Bischof Voderholzer stärkt die Gläubigen in Ergolding

Gemeinsame Gottesdienste während der Corona-Pandemie sind Taborstunden – Bischof Voderholzer stärkt die Gläubigen in Ergolding

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(pdr) Mit einem herzlichen Grüß Gott und einem dankbaren Vergelt’s Gott für sein Wirken wurde Bischof Rudolf Voderholzer am Sonntagmorgen in der Pfarrgemeinde Mariä Heimsuchung in Ergolding Landkreis Landshut durch Pfarrer Josef Vilsmeier begrüßt. Aufgrund des größeren Platzangebotes fand der Pontifikalgottesdienst sowohl um 9 Uhr als auch um 11 Uhr in der Sankt Peterskirche statt. Bischof Rudolf freute sich, endlich in Ergolding „Station zu machen“ – nach vielen Durchfahrten und Vorbeifahrten auf seinem Weg in alle Pfarreien „hinein ins Bistum“. Ein besonderer Gruß ging an alle, die per Livestream zugeschaltet waren, und an alle, die in dieser schwierigen Zeit mithelfen. Der Bischof wies auf die brennenden Apostelleuchter hin, ein Zeichen, dass der Bischof als Nachfolger der Apostel „mitten unter den Gläubigen dieser Kirche“ den Gottesdienst feiert. Und aufmerksam hatte Bischof Rudolf beim Eintreten in die Kirche entdeckt, dass die Kerzen jeweils den Namen der Apostel tragen und mit deren Symbolen bzw. Attributen geschmückt sind.

In seiner Predigt stellte der Bischof das Evangelium des zweiten Fastensonntags, die Verklärung Christi auf dem Berg Tabor, in den Mittelpunkt. Drei ausgewählte Jünger gingen mit ihm, dieselben, die später am Ölberg dabei waren. Der Aufstieg auf den Berg Tabor sei kein Urlaubstag und keine Freizeitgestaltung gewesen, sondern es steckte viel Sinn dahinter. Man könne es ein dramatisches Lebensereignis nennen. Dieser Gang auf den Berg Tabor stand schon am Ende seines öffentlichen Auftretens. Zu Beginn seines Wirkens hatte Jesus guten Zulauf, die Menschen nahmen ihn begeistert an. Als sie die hohen Ideale und großen Herausforderungen merkten, kamen kritische Stimmen. Mehr und mehr wurde er abgelehnt und auch die Jünger seien skeptisch gewesen. Jesus selbst verstand seinen Auftrag als Gottesknecht und „sein Ende wird ein Kreuzweg sein“. Mit diesem Wissen stieg er mit den drei auserwählten Jüngern Jakobus, Petrus und Johannes auf den Berg Tabor, auf den höchsten Berg Israels. Dort wurde Jesus verklärt. Er leuchtete auf und die Stimme Gottes erklärte: „Das ist mein geliebter Sohn“. So gestärkt konnte Jesus seinen Weg fortsetzen, durch das Leiden hindurch den Kreuzweg bestehen und zur Auferstehung und vollkommenen Herrlichkeit gelangen. „Die Verklärung Christi bringt uns Momente der Klarheit und ein Hinweisen auf das Ziel“, betonte der Bischof und erinnerte an die wichtigen Taborstunden. Sie würden Kraft geben, auch die schweren und leidvollen Stunden bestehen zu können. „Am Tabor blitzt die Osterherrlichkeit bereits auf“, sagte der Bischof und erinnerte außerdem daran, dass „wir geschaffen sind für die Ewigkeit, für das himmlische Leben“. Erst nach seiner Auferstehung durften die Jünger darüber reden, erst dann durften sie Zeugnis geben von der Verklärung, dem Geschenk der Klarheit und der Freude, dem Mutmacher auf dem Weg des Kreuzes. Bischof Rudolf stellte in dem Sinne Bezüge her, dass auch wir im Moment eine schwere, eine herausfordernde Zeit erlebten: Wir tragen Masken, halten Abstand, desinfizieren. Es sei eine große Belastung, eine große Prüfung menschlich, gesellschaftlich, aber auch geistlich-religiös. „Hoffen wir, dass wir gut durchkommen“, betonte Bischof Voderholzer. Es sei gut, dass wir im Sinne der Religionsfreiheit zusammenkommen dürfen. Es sei eine Wohltat, das Wort Gottes zu hören, gemeinsam zu beten und die Eucharistie feiern zu dürfen. „Es ist eine Taborstunde, wenn wir aus der Finsternis der Corona-Pandemie heraustreten können“, resümierte Bischof Rudolf und bat, dieses Geschenk dankbar anzunehmen.

Ein großes Anliegen war dem Bischof der Dank an Pfarrer Josef Vilsmeier und sein gesamtes Seelsorgeteam mit Pfarrvikar P. Jan Walentek, den Diakonen Theodor Pfeiffer und Hanno Buchner sowie der Pastoralreferentin Kristiane Köppl für die Katechese, für all ihr Wirken und das Nahebringen des Glaubens. Aber auch Kirchenverwaltung, Pfarrgemeinderat, Ministranten, Lektoren, die Verantwortlichen der Kirchenmusik und alle, die sich um die Kirche sorgen, erhielten ein herzliches Dankeschön von Bischof Rudolf. Besonderes Lob galt jenen, die sich um die Einhaltung der Corona-Vorschriften bemühen. „Wir wollen nicht das Virus verbreiten, sondern die Glaubensfreude“, betonte er. Ein Vergelt’s Gott für den missionarischen Dienst gab es für Eltern und Großeltern, denn sie sind die ersten Apostel und Evangelisten für die Kinder, sie gestalten die Hauskirche. Dort werde der Glaube grundgelegt und besprochen, das Beten beigebracht und gläubig vorangegangen. „Darauf kann ein Pfarrer und Religionslehrer aufbauen“, betonte der Bischof und hob hervor: „Wo die Hauskirche lebt, da lebt auch die Pfarrkiche.“