Gedenktag des seligen Eustachius Kugler

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Der Gedenktag des seligen Eustachius Kugler wird üblicherweise am 10. Juni begangen. Da dieser Tag heuer auf einen Sonntag fiel, feierte die Ordensgemeinschaft der Barmherzigen Brüder den Gedenktag des Seligen gestern in der Krankenhauskapelle St. Pius mit einem Festgottesdienst, den Dompropst Dr. Wilhelm Gegenfurtner in Vertretung von Bischof Gerhard Ludwig Müller zelebrierte. Frater Leodegar Klinger dankte dem Dompropst für sein Kommen. Der Gedenktag des Seligen sei ein bedeutender Tag für die Ordensbrüder. Der Dompropst betonte zu Beginn der Messe, dass der selige Eustachius Kugler für ihn wie „ein alter, sehr guter Freund“ sei. „ Ich finde bei ihm Geborgenheit“, sagte Dr. Gegenfurtner.

Die Messe in der gut gefüllten Krankenhauskapelle wurde auch in die Krankenzimmer übertragen. Musikalisch wurde die Messe vom Kirchenchor Hohengebraching-Großberg unter der Leitung von Annette Kohlmeier gestaltet. Dompropst Dr. Gegenfurtner stellte die Frage nach der Nachfolge Jesu Christi in den Mittelpunkt seiner Predigt: „Worauf kommt es eigentlich an, wenn wir die Nachfolge Jesu Christi ernst nehmen?“ fragte er und antwortete darauf: „Auf Demut, Friede und Geduld. Die Demut, so mutig zu sein, nicht immer im Mittelpunkt stehen zu müssen und auch andere gelten zu lassen. Der Friede, der immer zur Versöhnung bereit ist und nicht wegen Kleinigkeiten Streit entfacht. Die Geduld, Entscheidungen nicht über das Knie zu brechen und Menschen nicht vorschnell abzuschreiben.“

In den Heiligen und den Seligen seien diese Eigenschaften gebündelt vorhanden. „Jeder Mensch kann die Strahlkraft dieser Menschen, wie dies auch Eustachius Kugler war, fühlen“, sagte der Dompropst. „Eustachius wurde selig gesprochen, weil er sich den Nöten und Leiden seiner Mitmenschen zuwandte. Er sah in jedem Menschen, der Not litt, Jesus Christus selber und stand so vollkommen in der Nachfolge Christi,“ sagte Dr. Gegenfurtner. Er beschrieb den seligen Eustachius als einen großen Fürsprecher für die Menschen. „Ihm sind die Nöte der Menschen vertraut“, sagte der Dompropst. “Wir danken dem seligen Eustachius dafür, dass es Männer gibt in seiner Nachfolge, die von ihm als Fürsprecher im Himmel geleitet werden, um sich der Notleidenden anzunehmen.“ Viele Menschen suchten Zuflucht in der Krankenhauskapelle St. Pius. „Die Menschen werden hier zwar nicht von Ihrer Last befreit, aber sie schöpfen wieder Kraft, um ihre Last zu tragen“, predigte Dr. Gegenfurtner. Der Barmherzige Bruder Eustachius Kugler wurde am 4. Oktober 2009 im Hohen Dom zu Regensburg in das Verzeichnis der Seligen aufgenommen. Seine sterblichen Überreste ruhen in einem Messingschrein in der Seitenkapelle der Krankenhauskirche in Regensburg.

Frater Eustachius Kugler wurde 1867 in Neuhaus bei Nittenau als Sohn eines Dorfschmieds und Kleinbauern geboren und auf den Namen Josef getauft. Nach dem Schulabschluss 1880 begann Josef Kugler eine Bauschlosserlehre in München. Gegen Ende seiner Lehrzeit erlitt er einen schweren Arbeitsunfall, durch den Kugler eine lebenslange Gehbehinderung davontrug. Als Berufsinvalide kam Josef Kugler zurück zu seinen Verwandten in der Oberpfalz. Als Josef Kugler sah, wie die Barmherzigen Brüder behinderte Menschen liebevoll und geduldig betreuten, trat er 1893 in den Orden ein und erhielt nach dem Noviziat den Namen Frater Eustachius. Er bekleidete viele Ämter innerhalb des Ordens. Als Provinzial trug Eustachius Kugler die Verantwortung für 18 Institutionen der Barmherzigen Brüder in der bayerischen Provinz und für seine Mitbrüder. Das Hauptwerk von Eustachius Kugler in seiner Zeit als Provinzial war der Bau des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Regensburg. Von 1927 bis 1930 ließ er ein Doppelkrankenhaus – ein Männer- und ein Frauenkrankenhaus mit insgesamt 450 Betten – durch den Münchener Stararchitekten Prof. Albert Boßlet im Dessauer Bauhausstil errichten. Eustachius Kugler starb am 10. Juni 1946 in Regensburg im Alter von 79 Jahren an den Folgen seiner Gebrechen im Rufe der Heiligkeit. 2009 wurden die Gebeine des selige Eustachius Kugler in die neu gestaltete Seitenkapelle, die nach ihm benannt ist, übertragen.