News Bild Gedenken an großen Prediger: Mit Bischof Rudolf den seligen Berthold ehren

Gedenken an großen Prediger: Mit Bischof Rudolf den seligen Berthold ehren

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Einmal im Jahr wird die Minoritenkirche für ihren ursprünglichen Zweck genutzt, nämlich die Heilige Messe zu feiern. Am Freitag, 14. Dezember, feierten die Gläubigen der Stadt Regensburg gemeinsam mit Dr. Bischof Rudolf Voderholzer den Gedenktag des seligen Berthold von Regensburg. Beim abendlichen Pontifikalamt zu Ehren des Heiligen, schmückte erneut der Reliquienschrein Bertholds den Altarraum. Jedes Jahr zur Gedenkmesse sind die sterblichen Überreste Bertholds in der Minoritenkirche, in der sich auch seine Grabplatte befindet, zu sehen. Die restliche Zeit des Jahres verbringen sie wohlbehütet in einem Holzschrein in der Bischofsgruft im Dom St. Peter.

 

Warnung vor Trägheit - Quelle des Trosts

Beim Gottesdienst zeigte der Bischof Parallelen zwischen Jesus und Berthold auf: Beide konnten oftmals über eine gewisse Trägheit klagen, wenn es darum ging, die Leute zum Zuhören zu bewegen. Viele Menschen machten es Jesus zum Vorwurf, dass er ein Freund der Sünder und Zöllner war, dennoch versuchte er diesen Menschen Trost zu spenden, wenn sie ihn brauchten. Dasselbe traf auf Berthold zu, der die Menschen mit seinen fesselnden Predigten erreichte und ihnen auf diese Weise sowohl Glaubenskraft, als auch Hoffnung schenkte. Das Evangelium, so der Bischof, beinhalte einerseits eine Warnung vor der Trägheit, hinsichtlich der Zuhörer. Andererseits sei es auch eine Quelle des Trosts, angesichts eines möglichen Misserfolgs, denn schließlich war auch Jesus nicht von Anfang an gleich erfolgreich in seinem Tun.

 

Stundenlang gefesselt von seiner Predigt

Der um 1210 geborene Berthold von Regensburg machte sich auf seinen langen Reisen mit seinen Volkspredigten - Dem Massenmedium der damaligen Zeit, denn Lesen wie auch Schreiben waren damals noch lange keine Selbstverständlichkeit - einen weit bekannten Namen: Rund 400 lateinische und 70 mittelhochdeutsche Mitschriften sind vom seligen Berthold aus ganz Europa überliefert. Wie der Bischof erklärte, reichten damals Bertholds sagenhafte Zuhörerzahlen bis in die Tausende. Er verstand es Himmel und Hölle bildhaft darzustellen und konnte seine Zuhörer stundenlang fesseln. Als er um den 13. oder 14. Dezember 1272 verstarb, wurde Berthold im südlichen Seitenschiff der Minoritenkirche beigesetzt.

Allerdings behielt Bertholds Grabplatte ihren Platz in der Kirche nicht durchgehend bei: Vor rund 200 Jahren sorgte die Säkularisation für die Klosterauflösung, die Grabplatte verbaute daraufhin ein Privatmann in seinem Haus. Erst im Jahr 1862 wurde sie wiederentdeckt und im Domkreuzgang platziert. Heute hat die Grabplatte von Berthold wieder ihren angestammten Platz zentral im Chorraum der Kirche, wo die jährliche Gedenkmesse abgehalten wird.