News Bild „Für die Geschöpfe Gottes gibt es niemals eine auswegslose Situation. Gott zeigt uns immer einen Ausweg“ - Bischof feiert mit 800 Schülern Gedenkgottesdienst für die Opfer des Amoklaufs

„Für die Geschöpfe Gottes gibt es niemals eine auswegslose Situation. Gott zeigt uns immer einen Ausweg“ - Bischof feiert mit 800 Schülern Gedenkgottesdienst für die Opfer des Amoklaufs

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(pdr) Anlässlich des Amoklaufs in Winnenden feierte Bischof Gerhard Ludwig Müller mit rund 800 Schülerinnen und Schülern aus den katholischen Schulen in Regensburg im Dom St. Peter ein Pontifikalamt zum Gedenken an die Opfer. 16 Schüler stellten auf den Altarstufen mit Kerzen ein Kreuz dar. Die Lichter standen symbolisch für die 16 Todesopfer von Winnenden. Während der Fürbitten, bei denen auch für den jungen Täter gebetet wurde, entzündeten 100 Mädchen und Buben stellvertretend für alle Schüler an der Osterkerze Opferlichter und legten diese auf den Altarstufen ab.


In seiner Predigt schilderte Bischof Gerhard Ludwig Müller zu Beginn die große Bestürzung, die bei allen Menschen über die Nachricht des Amoklaufs ausgelöst wurde. „Wir alle sind zutiefst erschüttert und sprachlos, fühlen uns aber innerlich mit den Verstorbenen, den Eltern, Lehrern und Mitschülern verbunden. Wir fragen uns, wie es dazu kommen konnte, dass ein junger Mensch, dem die ganze Welt offen steht von solch bösen Gedanken im Kopf geleitet wird und Menschen umbringt?“, so der Bischof. Die Heilige Schrift lehre uns „du sollst nicht töten“. Wir alle müssten uns letztendlich vor Gottes Richterstuhl für das was wir getan haben verantworten. Dazu stellte der Regensburger Oberhirte die Frage, was man tun könne, damit so etwas wie der Amoklauf von Winnenden nicht passiere. Ein jeder müsse sich Gedanken über das Zusammenwirken und Zusammenleben machen. Gerade in der Schule, einer großen Gemeinschaft von vielen jungen Menschen, dürfe es nicht sein, dass Einzelne gemobbt werden. Hier müsse jeder das Gemeinschaftsgefühl offen leben.

Niemand dürfe isoliert werden, auch wenn er anders als die anderen auftrete. Jeder besitze eine natürliche Scheu, wenn man andere leiden sehe, erklärte Bischof Gerhard Ludwig Müller und richtete an die Mädchen und Buben die Bitte, niemanden auszugrenzen, da wir uns alle als Schwestern und Brüder verstünden. In diesem Zusammenhang verurteilte der Bischof auch die von Gewalt geprägten Computerspiele, die bei Jugendlichen eine ungesunde Phantasie entwickelten.
Gleichzeitig appellierte der Bischof an die jungen Menschen sich in Zeiten der Not und Sorge nicht zurückzuziehen, sondern bei Freunden, Eltern oder einem Seelsorger das Gespräch zu suchen. „Für die Geschöpfe Gottes gibt es niemals eine auswegslose Situation. Gott zeigt uns immer einen Ausweg. Wenn wir schuldig geworden sind, finden wir in der Buße die Gnade Gottes. Keiner soll an sich selber verzweifeln und sich aufgeben, denn jeder der Taufe und Firmung erfahren hat, wird von Gott ganz aufgenommen. Darum wollen wir uns heute mit ihm innerlich verbinden und für alle Betroffenen beten“, erklärte der Bischof abschließend und forderte die Mädchen und Jungen auf, ihr Zusammengehörigkeitsgefühl und ihre Solidarität untereinander zu stärken.

Nach dem Gottesdienst hatten die Schüler Gelegenheit sich in mehrere Kondolenzbücher einzutragen. Die gesammelten Beileidsbekundungen sollen in den nächsten Tagen der Schule in Winnenden übergeben werden.

Gesamte Predigt des Bischofs