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Fronleichnam im Hohen Dom St. Peter

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(pdr) Der Hohe Dom St. Peter war mit Hunderten von Gläubigen besetzt, als Bischof Gerhard Ludwig Müller an Fronleichnam zusammen mit Erzbischof Raymond Burke, dem Präfekten der Apostolischen Signatur (Vorsitzender des höchsten kirchlichen Gerichts) die Heilige Messe feierte. Da es draußen unaufhörlich regnete, wurde das Allerheiligste bei der traditionellen Fronleichnamsprozession durch die Kathedrale getragen. Vom Hochaltar aus wurde am Altar der Mutter Gottes Station gemacht, dann am Rupertusaltar mit dem Kaiserpaar Heinrich II. und Kunigunde. Die letzte Station der Prozession fand wieder vor dem Hochaltar statt.

„Der Bischof ist Diener des Wortes, das unser Fleisch angenommen und jetzt in diesem allerheiligsten Sakrament des Altares unter uns gegenwärtig ist“, sagte der Regensburger Oberhirte in seiner Predigt. Die Worte des Bischofs zu den Gläubigen seien daher das Wort Gottes, das zu den Menschen spreche, ihren Glauben bestärke und der „Hoffnung eine sichere Leitlinie“ gebe, um in der Liebe die Gegenwart Gottes und in der Liebe die Vollendung zu erfahren. „Gott hat Wohnung unter uns genommen. Es ist die inkarnatorische, die Leib gewordene Gegenwart Gottes unter uns Menschen“, sagte der Bischof.

„Wir glauben nicht an eine Formel, die die ganze Welt zusammenhält, sondern wir dürfen an einen lebendigen, persönlichen Gott glauben, der uns von Angesicht zu Angesicht begegnet. Daher verlieren wir alle Angst und unsere Furcht. Unsere Herzen werden erfüllt von der Freude der Gegenwart Gottes“, sagte der Bischof. Jesus sei Mensch geworden und somit seien die Menschen in ihrer Vergänglichkeit nicht mehr allein. „In unserer tiefsten Angst und Not ist immer Christus anwesend, der das Tal des Todes durchschritten und uns mit seiner Auferstehung die Türen des ewigen Lebens aufgetan hat“, sagte der Regensburger Oberhirte. Die Kirche sei die „sichtbare Gestalt der Gegenwart Gottes in dieser Welt.“ Der Bischof erklärte, dass die Kirche nicht nur eine Religionsgemeinschaft, sondern die Wirklichkeit, die mit Jesus verbunden sei, „so wie ein Leib mit einem Haupt verbunden ist und den einen, den ganzen Christus darstellt“. Bischof Gerhard Ludwig zitierte den Heiligen Zypriam, den Märtyrerbischof von Karthago: „Der kann Gott nicht zum Vater haben, der nicht auch die Kirche zu seiner Mutter hat!“ Er appellierte an die Gläubigen, sich nicht von „Menschen, die es mit uns nicht gut meinen, die uns von Gott abbringen wollen“ einreden zu lassen, dass man auch an Gott glauben und sich dabei gleichzeitig von der Kirche trennen oder ihr die Hilfsmittel entziehen könne, durch die sie ihren großen Heilsdienst an den Menschen ausübe.

Der Bischof stellte fest: „Wer an Jesus Christus glaubt, der lässt sich nicht von Tod und Teufel, nicht von Meinungsführern und anderen Führern der Menschen um den Verstand bringen und nicht vom Heil abhalten, das in der Kirche gegenwärtig ist!“ Auch all jenen, die sich zum Priesterdienst berufen fühlten und die durch die aktuelle negative Meinungsbeeinflussung in Sachen Zölibat unsicher würden, rief der Bischof zu: „Nicht der Zölibat ist die Quelle des Unheils. Umgekehrt ist es: der wirklich gelebte Verzicht auf die Ehe um des Himmelreiches willen nach dem Vorbild Jesu ist eine Quelle der Erneuerung der Kirche“, sagte der Bischof. Er rief die „treuen katholischen Männer und Frauen“ auf, sich nicht in ihrem Glauben beirren zu lassen, denn „wir fahren sicher durch Scylla und Charybdis hindurch, weil wir Jesus Christus als den Steuermann haben.“