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Fasten aus christlicher Perspektive: Teil 2
Fasten konkret umsetzen
Bonn/Regensburg, 18. Februar 2026
Wer das Thema Fasten konkret ins eigene Leben integrieren möchte, sollte die eigenen Möglichkeiten und Voraussetzungen beachten. Dabei hilft zum einen, zu verstehen, wo man überall auf etwas verzichten kann und in welchem Umfang. Zum anderen können die Ordnungen der Kirche und Ratschläge anderer Menschen für Orientierung sorgen.
Damit das Fasten seine positiven Wirkungen entfalten kann, die im ersten Teil dieser Reihe umrissen wurden, muss der Verzicht konkret in das eigene Leben integriert werden. Wichtig ist dabei vor allem Routine. Der russisch-orthodoxe Priestermönch Gabriel Bunge schreibt, dass beim Fasten „Regelmäßigkeit […] wichtiger als Leistung“[1] sei. Der Verzicht sollte entsprechend an die einige Lebenssituation angepasst werden, damit er über längere Zeit aufrechterhalten werden kann. Man muss also seine ganz persönliche, „vernünftige“ Fastenregel aufstellen, die laut Gabriel Bunge durch einfaches „Experimentieren“ gefunden werden kann.[2]
„Learning by Doing“: Experimentieren in der Fastenzeit
Für ein solches Ausprobieren eignet sich die vierzigtägige Fastenzeit vor Ostern besonders gut. Die vierzig Tage sind einerseits lang genug, um zu testen, ob sich das gewählte Fasten auf Dauer durchhalten lässt. Andererseits ist der Zeitraum kurz genug, dass er mögliche „Fehler“ verzeiht.
Da Fasten so persönlich und individuell ist, kann auch der Gegenstand des Fastens stark variieren. Die eigenen Möglichkeiten und Voraussetzungen sind wegweisend. Führt man beispielsweise schwere körperliche Arbeiten aus oder ist man in seinem Beruf unmittelbar für andere Menschen verantwortlich, lässt sich der Verzicht auf Nahrungsmittel weniger gut in den Alltag integrieren. Aber zum Glück gibt es zahlreiche Fasten-Ideen, sodass jeder auf seine eigene Art Mäßigung und Verzicht einüben kann.
Klassisches Fasten von Nahrungsmitteln
Die klassische Form des Fastens ist der Verzicht auf Nahrung oder auf spezielle Lebensmittel. Diese schon im frühen Christentum praktizierte Übung bietet sich auch heute noch in verschiedenen Formen an. Für die ersten Christen waren der Mittwoch und Freitag Fastentage. Da ein solcher Verzicht zu Beginn sehr ungewohnt sein kann, sollte das Fasten mit Bedacht geschehen. Orientierung bietet die Fastenordnung der Katholischen Kirche. Die Kirche sieht für einen Fastentag eine Mahlzeit sowie zwei kleine, nicht sättigende Snacks vor. Zudem soll auf Fleisch und Genussmittel wie Alkohol verzichtet werden.
Alternativ zu solchen Fastentagen kann man mit Verzicht einzelner Lebensmittel beginnen. Neben dem bereits genannten Fleisch würden sich zum Beispiel Süßigkeiten oder „Knabberzeug“ wie Chips bestens eignen. Auch könnte über die Anzahl und Zeiten der täglichen Mahlzeiten nachgedacht werden. Wer beispielsweise häufiger Zwischenmahlzeiten zu sich nimmt, könnte die Fastenzeit dahingehend für eine Reduzierung nutzen. In diesem Zuge ließe sich auch eine Regelmäßigkeit der Essenszeiten etablieren.
Wichtig ist gerade beim Verzicht auf Essen: Immer nur an einer Stellschraube drehen und lieber mit kleinen Schritten starten. Es geht schließlich beim Fasten um Maßhaltung und optimalerweise um dauerhafte Veränderung hin zu einem besseren Leben.
Wie oben bereits angeschnitten, ist der Verzicht auf Nahrungsmittel keineswegs für jeden ratsam; Gesundheitszustand, Alter sowie besondere Lebenssituationen und Verpflichtungen können Faktoren sein, die ein klassisches Fasten ausschließen. Die Katholische Kirche kennt heute mit Aschermittwoch und Karfreitag zwei verpflichtende Fastentage. Ausgenommen sind dabei unter anderem kranke und alte Menschen, schwangere und stillende Frauen sowie Personen, die schwerer körperlicher Arbeit nachgehen.
Materieller Verzicht: Handy-Fasten
Fasten soll, wie im ersten Artikel der Reihe beschrieben, zum Vorschein bringen, was uns und unsere Beziehung zu Gott belastet. Und so bieten sich nicht nur für all diejenigen, die vom klassischen Fasten ausgenommen sind, heutzutage zahlreiche andere Arten des Verzichts.
So kann zum Beispiel an eine Verringerung der Smartphone-Nutzung gedacht werden. Arten der Umsetzung können dabei ganz vielfältig sein; Beschränkung der täglichen Nutzungszeit, Verzicht auf bestimmte Apps oder ganze Handy-Fastentage. Wer eine dieser Maßnahmen einmal über einen längeren Zeitraum umgesetzt hat, weiß um die positiven Wirkungen! Erst der Verzicht offenbart, wie sehr wir heutzutage an das Smartphone „gefesselt“ sein können.
Übertragen lässt sich diese Art des Fastens selbstverständlich auf alles andere, was im eigenen Alltag einen zu großen Raum einnimmt, zum Beispiel Shopping, Streaming etc. Hier gilt es zu reflektieren und gegebenenfalls eigene Routinen durch Fasten zu durchbrechen.
Verzicht auf bestimmte Verhaltensweisen
Neben allem materiellen Verzicht können auch Verhaltensweisen und -muster gefastet werden: Werde ich häufig zornig? Ärgere ich mich oft über mich selbst? Rede ich viel über andere Menschen? Unterbreche ich ständig meine Gesprächspartner, um von mir selbst zu sprechen? All das können Fragen sein, die man sich stellen kann und die zu einem konkreten Fasten-Vorsatz führen können. Da es schwerfallen kann, gewohntes Verhalten abzulegen, gilt hier mehr denn je, sich auf eine Eigenschaft zu fokussieren und ganz bewusst darauf zu achten. Auch ist es wichtig, barmherzig mit sich selbst zu sein und das Fasten nicht als gescheitert anzusehen, wenn man einmal doch in alte Muster verfällt. Verzicht ist ein Prozess, bei dem es auf und ab geht. Wichtig ist, am Ball zu bleiben und immer wieder Mut zu fassen, von Neuem zu beginnen – so wird ein neues Verhalten mit der Zeit zur Gewohnheit und das Fasten kann auf Dauer seine Wirkung entfalten.
Guter Rat kann helfen
Da das Fasten individuell sein muss, sollte ein solches Vorhaben wohl bedacht sein. Man neigt nicht selten in einem Anflug von Motivation zum Übermut und nimmt sich schnell zu viel vor. Um das zu verhindern, ist es empfehlenswert, andere Menschen um Rat zu fragen. Vertraute Personen, die für einen das Beste wollen, können einen hilfreichen Blick auf die eigene Situation haben, der uns selbst häufig fehlt. Wen man in einem solchen Fall um Rat fragt, kann ganz unterschiedlich sein: Familienmitglieder, Freunde, Seelsorger. Wichtig ist eine vertraute, ehrliche Beziehung und die Bereitschaft, Ratschläge anzunehmen. Vielleicht hat die andere Person sogar selbst schon Erfahrungen mit dem Thema Fasten gemacht, von denen man profitieren kann. So lässt sich zusätzlich auch eine demütige Haltung einüben, indem man nicht unhinterfragt auf die eigene Urteilsfähigkeit vertraut.
Text: Max Maletzki/f1rstlife
(kw)
[1] Bunge, Gabriel: Gastrimargia. Wissen und Lehre der Wüstenväter von Essen und Fasten. Dargestellt anhand der Schriften des Evagrios Pontikos, Eremos Bd. 3, Münster 2019, 3. Auflage, S. 93.
[2] Zitate aus: Bunge, Gabriel: Gastrimargia. Wissen und Lehre der Wüstenväter von Essen und Fasten. Dargestellt anhand der Schriften des Evagrios Pontikos, Eremos Bd. 3, Münster 2019, 3. Auflage, S. 92-93.
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