News Bild „Durchkreuztes Leben“ – Via crucis im Regensburger Dom St. Peter

„Durchkreuztes Leben“ – Via crucis im Regensburger Dom St. Peter

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Am Abend des Palmsonntags betete Bischof Rudolf Voderholzer im Regensburger Dom den Kreuzweg. Die Via Crucis wird traditionell an den Stationen hinauf zur Dreifaltigkeitskirche gebetet. Vergangenes Jahr konnte der Gebetsweg coronabedingt dort aber nicht durchgeführt werden, heuer entschied man sich, getreu nach dem Motto "Wir lassen nichts ausfallen, wir lassen uns etwas einfallen", für die gute Lösung in der Kathedrale St. Peter. Bischof Rudolf betete den Kreuzweg vor den Stufen des Altars, ihm zur Seite standen Regionaldekan Prälat Alois Möstl und Stadtdekan Roman Gerl.

Zeugnisse aus dem Leben der Menschen

Die Betrachtungen der 14 Kreuzwegstationen wurden von Frauen und Männern verfasst, die in caritativen und sozialen Brennpunkten tätig sind. Unter dem Eindruck der Corona-Pandemie standen ihre Erfahrungen und Berichte stellvertretend für viele "durchkreuzte" Lebenspläne. Es waren berührende und teils schockierende Lebensausschnitte, die die Gläubigen im Dom miterleben konnten. So hörte man beispielsweise Zitate einer Krebspatientin, die von Zorn und Wut, die in ihr toben, berichtet. Von der Angst vor der Krankheit und der wachsenden Gewissheit des bevorstehenden Todes. Oder von Schilderungen einer Telefonseelsorgerin, die die Gespräche mit einem Studenten skizzierte: Er berichtete über ein liebloses Elternhaus, eine von Mobbing und Ausgrenzung geprägte Jugend und einer fortwährenden Todessehnsucht. "Was bringt einen jungen Menschen dazu, überhaupt in Erwägung zu ziehen, sich das Leben zu nehmen?", stellte sie die Frage. Auch wurden Dankesworte von Menschen verlesen, deren Angehörige im Hospiz verstorben sind und diese an das sorgende Team gerichtet hatten: "... Ich möchte DANKE sagen für die vielen wunderbaren Begegnungen in dieser schweren Zeit. Ja, es waren Begegnungen der Herzen ...".

In Analogie zu den persönlichen Zeugnissen wurden Impulse von Jesus Leidensweg vorgetragen: „Wir alle sind sterblich und darum zum Tode verurteilt. Der Sohn Gottes ist gekommen, um sterbend und auferstehend eine Bresche zu schlagen in die Mauer von Schuld und Tod, die die Menschheit einschließt“. Oder: „Jesus ist bereits geschwächt durch die Qual, die ihm schon am Anfang des Kreuzweges durch Verhör, Verspottung und Geißelung angetan worden ist. Das Straucheln des Herrn wird zum Trostbild für alle Menschen, denen eine große Last auf Körper, Geist und Seele gelegt wird.“ Abschließend nutzte Bischof Rudolf Voderholzer die Gelegenheit, um allen Menschen für ihren unermüdlichen und aufopfernden Einsatz in den caritativen Berufen zu danken. Diese Menschen, so der Bischof, seien seit Beginn der Pandemie noch einmal besonders gefordert.

Der Kreuzweg 2021 als Videoproduktion

Der Kreuzweg 2021 steht unter dem Leitwort „Er hat unsere Leiden getragen …“ (Jes 53,4) und versucht, das Leiden Jesu mit den Leidenserfahrungen heutiger Menschen, besonders in dieser Corona-Krise, in Verbindung zu setzen. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer hat diesen Kreuzweg bereits im Vorfeld in der Herz-Jesu-Kirche in Regensburg mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hauptabteilung Seelsorge der Diözese gebetet. Daraus entstand eine aufwendige Video-Produktion, die auf der Bistumshomepage abgerufen werden kann. Alle Gläubigen sind eingeladen, auf diesem Wege, zusammen mit dem Bischof, den Kreuzweg zu beten.