News Bild Dr. Maria Baumann: „Es ist gelungen, Urteile aufzubrechen“ - Ausstellung zu Dominikanern hat Regensburg als Ort der Begegnung von Glaube und Kultur erwiesen

Dr. Maria Baumann: „Es ist gelungen, Urteile aufzubrechen“ - Ausstellung zu Dominikanern hat Regensburg als Ort der Begegnung von Glaube und Kultur erwiesen

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Gut drei Monate lang hatte die Ausstellung „Mehr als Schwarz & Weiß. 800 Jahre Dominikanerorden“ in Regensburg ihre Pforten geöffnet. Gut drei Monate lang, bis vergangenen Sonntag, stand die Geschichte einer der einflussreichsten Ordensgemeinschaften der Kirche im Blickpunkt und, geschichtlich vermittelt, die Zukunft der Dominikaner. „Unser Ziel war es, das Urteil über die Dominikaner aufzubrechen: das Urteil, es ginge allein um Inquisition und Hexenverfolgung“, fasst Dr. Maria Baumann, Leiterin der Kunstsammlungen des Bistums, heute zusammen: „Das ist uns gelungen.“


Die Exponate, Vorträge und musikalischen Darbietungen haben gezeigt: Es gibt mehr Facetten des Ordens als Schwarz und Weiß. Seine Weltläufigkeit lässt sich geschichtlich betrachten, sagt Dr. Baumann. Allerdings werde diese Weltläufigkeit durchaus bis heute auch gelebt. Anlass für die Ausstellung mit ihrem besonderen Veranstaltungsreigen war die Bestätigung der Gemeinschaft durch Papst Honoris III. vor 800 Jahren.

 

Rund 10.000 Besucher

Über die angepeilten und eingetroffenen rund 10.000 (zahlenden) Besucher hinaus, die in der Ausstellung wertvolle Einblicke in die genannten Welten erhielten, haben viele Menschen die Möglichkeiten genutzt, mit den Dominikanerinnen in Regensburg ins Gespräch zu kommen; auch mit den Dominikanern, die anlässlich der Schau mit ihrem anspruchsvollen Begleitprogramm in den vergangenen Monaten an Ort und Stelle weilten.


Nicht zuletzt wurden die dominikanischen Orte in und um Regensburg verstärkt ins Bewusstsein gebracht, erklärt Dr. Baumann: die Dominikanerkirche St. Blasius sowie das dazugehörige Kloster, das Dominikanerinnenkloster Heilig Kreuz, ebenfalls in der Regensburger Altstadt gelegen, schließlich die Dominikanerinnenkirche auf dem nahe gelegenen Adlersberg. Das große Symposium zum Thema fand in der Minoritenkirche St. Salvator Regensburg statt, die ebenso zur Architektur der Bettelorden zählt.


Der Begleitband zur Ausstellung ist ausverkauft. Allerdings ist zwischenzeitlich die neue Begleitbroschüre über die Dominikanerinnen in Regensburg in der Reihe der Kulturführer der Stadt Regensburg erhältlich.

Was bleibt?

Dr. Baumann empfiehlt den Albertus-Magnus-Weg, der von den Winzerer Höhen zum Adlersberg führt und der im Zuge des Jubiläums restauriert wurde. Es bleibt auch der Kräuterbalsam der Dominikanerinnen, der seit 300 Jahren hergestellt wird. Und viele schöne Erinnerungen an das Wirken junger Künstlerinnen und Künstler deutscher Kunsthochschulen bleiben, die sich auf das „sperrige Thema“ der Ausstellung eingelassen haben und in diesem Rahmen Werke hervorgebracht haben. Das habe einen ganz eigenen Dialog ermöglicht, so Dr. Baumann.


Überhaupt bleibt die Erkenntnis und die Erfahrung, dass Regensburg ein Ort ist, an dem sich Kultur und Glaube in Symbiose und Auseinandersetzung produktiv begegnen können wie nur an wenigen anderen Orten.


Nun allerdings ist die folgende Ausstellung fest im Blick: die Ausstellung zum Turiner Grabtuch „Wer ist der Mann auf dem Tuch?“ Sie wird am Freitag, den 19. August eröffnet und kann vom 20. August bis zum 4. Oktober in der Regensburger Ulrichskirche besucht werden.