News Bild Domprediger Dr. Johann Maier ruht nun in der Krypta des Regensburger Doms

Domprediger Dr. Johann Maier ruht nun in der Krypta des Regensburger Doms

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(pdr) Feierlich wurden am Samstagabend die Gebeine von Domprediger Dr. Johann Maier in den Hohen Dom Sankt Peter übertragen. Maier war am 24. April 1945 Opfer des Nationalsozialismus im Einsatz für die Rettung der Stadt Regensburg geworden. Zum 60. Jahrestag wurde er von seinem Grab in Marklkofen umgebettet und fand nun eine endgültige Ruhestätte in der Krypta des Regensburger Domes.

Bischof Gerhard Ludwig erwartete auf dem Domplatz gemeinsam mit den Vertretern des Domkapitels, Verwandten und mehreren hundert Gläubigen die sterblichen Überreste des ehemaligen Dompredigers. Dabei bildeten die zahlreichen Fahnen der kirchlichen Gruppierungen wie KAB, Kolping, Frauenbund und der Marianischen Männerkongregation (MMC) entlang der Stufen zum Dom einen Ehrenspalier. In einem schlichten Sarg wurden die Gebeine von Domprediger Dr. Johann Maier mit einer liturgischen Feier in Empfang genommen und in den Dom begleitet.

Bischof Gerhard Ludwig erläuterte den Gläubigen, dass er am Montag in Rom die Gelegenheit hatte, Papst Benedikt XVI von der Umbettung „in das Herz der Diözese“ zu erzählen. „Papst Benedikt hat dies ausdrücklich gut geheißen, da das großartige Lebenszeugnis von Dr. Johann Maier den Menschen Beispiel sein kann“, so der Bischof. Ein großes Drama habe sich am 23. April 1945 in Regensburg aufgrund des Nationalsozialismus ereignet. Domprediger Maier sei damals als mutiger Fürsprecher für diese Stadt aufgetreten, habe sein Leben angeboten und Zeugnis gegeben.

„Bewogen hat Dr. Johann Maier die Liebe im Gegensatz zum Hass“, betonte der Regensburger Bischof. Als einer gegen den anderen kämpfte, hatte Maier Gedanken der Freundschaft und der Solidarität. Er habe das Johannes-Evangelium gelebt: „Eine größere Liebe hat niemand, als der sein Leben hingibt für seine Freunde“. An Gestalten wie Dr. Maier könne man sich orientieren und damit auch in eine Zukunft sehen, die von uns zu bewältigen sei. Somit könne ein Beitrag für eine menschliche Gesellschaft geleistet werden, in der es keinen Armen und Ausgehungerten mehr geben sollte. Die Ideale Jesu Christi sollten herrschen und so eine friedlichere, humanere Welt aufleuchten. Am großen Lebenszeugnis von Dr. Johann Maier könne man sich ausrichten.

Den musikalischen Bestandteil der Liturgiefeier gestalteten die Domspatzen unter der Leitung von Hans-Stephan Martin. Aufmerksam lauschten die Gläubigen im Dom den Erinnerungen an Dr. Johann Maier.

„Der Wahrheit eine Gasse“ habe Maier gesagt, als er die Glasscherben im Dom wegkehrte, die von zersprungenen Fenstern durch die Detonation am 23. April 1945 verstreut lagen. Bis zuletzt habe Maier mit Wahrheit und Mut Jesus Christus verkündet. Andächtige Stille herrschte, als die Gebeine Maiers den letzten Weg genau entlang „der damaligen Gasse“ getragen wurden und ein letztes Mal vor der blumengeschmückten Kanzel des ehemaligen Dompredigers verweilten. In der Krypta des Hohen Doms Sankt Peter fand Dr. Johann Maier anschließend eine bleibende Ruhestätte. Eine Marmortafel erinnert an seine Lebensdaten und seinen Einsatz für die Rettung der Stadt Regensburg.