News Bild "Die Kirche lebt von den lebendigen Steinen" – Abschluss der Generalsanierung in Metten

"Die Kirche lebt von den lebendigen Steinen" – Abschluss der Generalsanierung in Metten

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Der Abschluss der Generalsanierung in der Kloster- und Pfarrkirche Metten wurde am Freitag, dem Festtag der Erzengel Gabriel, Michael und Rafael als Patrozinium gefeiert. Dazu war Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer gekommen um mit der Klostergemeinschaft, der Pfarrgemeinde, den Planern, Architekten, bauausführenden Firmen und Ehrengästen diesen denkwürdigen Tag für das altehrwürdige Gotteshaus zu begehen.

 

„Der Weihrauch wird sich durchsetzen!“

Bischof Rudolf gratulierte allen Michael und Michaelas zum Namenstag und freute sich über das gelungene Werk der Generalsanierung. Allen die Verantwortung tragen, den bauausführenden Firmen und Geldgebern sagte er ein Vergelt`s Gott. "Es riecht noch ganz frisch nach Farbe, aber der Weihrauch wird sich durchsetzen" betonte er schmunzelnd. In seiner Predigt ließ der Bischof einige Renovierungsarbeiten Revue passieren und erläuterte dann mit sichtbarer Begeisterung das große theologische Programm der Fresken sowie der gesamten kunstvollen Kirche. Er teilte auch die "besondere Freude", dass zwei Reliquienschreine nach einer langen Zeit des Asyls im Kloster, nun in die Kirche zurückgekehrt sind. "Das Glaubensuniversum der Heiligen Schrift ist hier zu finden",  betonte Bischof Rudolf und begann mit dem Fresko im Chorraum, in dem "die Beratung der Heiligsten Dreifaltigkeit und dem Entschluss zur Erlösung der Menschheit" dargestellt ist. Dieser Heilsratschluss, dieses Heilsgeschehen, das am Altar gefeiert wird und im Alten und Neuen Testament beschrieben wird, ist hier dargestellt.

„Am wichtigsten sind die Menschen“

Der Bischof zeigte auf die Heiligen, die Kirchenlehrer, die Evangelisten die alle hier in der Kirche zu finden sind. Zu seinen Erläuterungen gehörten auch die 12 Apostel, die brennenden Apostelleuchter und die Propheten, die das Heilswerk vorhergesagt haben. Zeugen des Dreifaltigen Gottes, Äbte, Ordensgründer Benedikt und Bistumspatron Wolfgang:  "Alle sind vertreten. Alle sind gegenwärtig und rahmen das Volk hier in der Kirche ein", sagte Bischof Rudolf begeistert und betonte: "Die Wichtigsten sind Sie, die Menschen, die heute hier sind. Sie müssen alles in ihr Herz aufnehmen und weitertragen". Die Kirche sei der Versammlungsraum der Mönche und der Pfarrgemeinde. Ein wunderschöner Raum. Die Kirche lebe aber von den lebendigen Steinen, die auch immer wieder eine Innenrenovierung benötigen, um das Feuer brennen zu lassen. Bischof Rudolf ermunterte seine Zuhörer, dass sie als Christen, als lebendige Steine, ihre Aufgaben wahrnehmen und den Auftrag erfüllen, den sie in Taufe und Firmung erhalten haben.

Den Pastoralbesuch nutzte der Bischof auch, um Danke zu sagen an alle, die Sorge um die Kirche und die Pfarrgemeinde tragen: Pfarrer, Mesner, Ministranten, Lektoren, Reinigungspersonal und vielen mehr. "Vergelts Gott für alle Dienste", sagte er und lobte die hervorragende Kirchenmusik, die an diesem Tag mit einer Orchestermesse für Brillanz sorgte. "Da geht einem das Herz auf, da kann man die Zeit vergessen und die Ewigkeit bricht herein beim Gottesdienstfeiern", resümierte der Bischof und bat, sich Zeit zu nehmen, denn Gott schenke auch uns seine Zeit.

Baudirektor Paul Höschl führte durch das Gotteshaus

Nach dem festlichen Gottesdienst bot sich Gelegenheit zur Besichtigung der renovierten Kirche. Paul Höschl, der Chef des Baureferats der Diözese Regensburg, sprach dabei im persönlichen Gespräch von einem einzigartigen Reichtum an Stuck und Marmor sowie dem großen theologischen Programm. Die Brillanz und Stimmigkeit des gesamten Raumes von Fresken, Stuck und Ausstattung sei etwas ganz Besonderes. Nicht nur, dass der Kirchenraum stimmig ist, er hat auch eine wunderbare Akustik. Und um all dies zu erhalten, sei in den vergangenen Jahren sehr fleißig gearbeitet worden, unter der Leitung von Architektin Samberger aus Deggendorf. Nachdem die Sanierung der Dächer und Fassaden als erster Teil bereits abgeschlossen wurde, stand die Restaurierung des Innenraumes an. Hier war die gesamte Raumschale stark verschmutzt, es fanden sich Feuchteschäden an den Putzen und Böden sowie am Stuckmarmor. Auch die Ausstattung war stark geschädigt. Das Asamgemälde am Hochaltar schwang bei jedem Luftzug.

 

Besonders im Sockelbereich fanden sich zahlreiche substanzielle Schäden. All dies wurde aufwändig renoviert, gesäubert, retuschiert und geweißelt. Auch die Bänke wurden erneuert und eine Sitzheizung eingebaut sowie Kunstschlosserarbeiten an Gittern und Leuchtern ausgeführt. Ein ausgeklügeltes Beleuchtungskonzept mit neuer Elektroinstallation, lässt nun die Architektur im vollen Glanz erstrahlen. Bei allen Arbeiten ließen die Planer, Restauratoren und Facharbeiten viel Umsicht, Geschick und Vorsicht walten. Die Gesamtkosten der Renovierung liegen mit rund 4,6 Millionen Euro unter den veranschlagten 5 Millionen Euro.