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Zur Neuigkeit
Der Mailänder Dom und Olympia
Das wahre Herz der Spiele
Mailand / Regensburg, 12. Februar 2026
Während der Olympischen Winterspiele 2026 rückt der Mailänder Dom in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Bei den Wettkämpfen in Mailand dient der Dom als Kulisse für Siegerehrungen und TV-Übertragungen, und angesichts der über den italienichen Alpenraums verstreuten Spiele, die höchstens noch in Cortina d’Ampezzo einen Kristallisationspunkt haben, ist diese Kathedrale das bedeutendste Symbol der Olympischen Winterspiele 2026. Zugleich ist und bleibt hier das liturgische Zentrum der größten Diözese Europas. Auch die Kirche rückt damit ins Zentrum des olympischen Sportereignisses.
In diesen Tagen ist die Marmorfassade der Kirche auf Bildschirmen weltweit präsent. Internationale Sender wie NBC nutzen den Dom als Hintergrund für ihre Berichterstattung. Der US-Sender hat dafür eigens einen Studioturm auf dem Vorplatz der Kathedrale errichtet. Auch die Organisatoren der Spiele haben den Platz vor der Kirche als zentrales Areal für öffentliche Veranstaltungen ausgewählt. Dort finden täglich die Siegerehrungen statt, bei denen die sportlichen Leistungen vor der historischen und zugleich höchst präsenten Sakralarchitektur gewürdigt werden.
Der Dom, der der Geburt Mariens geweiht ist, blickt auf eine rund 600-jährige Baugeschichte zurück. Er wurde im Jahr 1386 auf Anordnung des Stadtherrn Gian Galeazzo Visconti an einer Stelle errichtet, die bereits in römischer Zeit durch frühchristliche Vorgängerbauten und dann unverändert im Mittelalter ein religiöses Zentrum bildete. Ein gewisser Impuls war 1805 die Krönung Napoleon Bonapartes zum König von Italien, wofür die Fassade neugotisch vollendet wurde. Aufgrund der langen Bauzeit entstand bei den Mailändern gleichwohl das Sprichwort „Lungh ’me la fabrica del dom“ – „So lang wie der Bau des Doms“. Formal wurde die Kathedrale erst 1965 mit der Einweihung des letzten Bronzeportals vollendet. Zuvor hatten Generationen von Baumeistern aus ganz Europa an dem Werk gearbeitet.
Mit einer Länge von 157 Metern und einer Fläche von 11.700 Quadratmetern ist der Mailänder Dom das größte Kirchengebäude Italiens und gilt als bedeutendstes Beispiel gotischer Baukunst im Land. Weltweit ist er die drittgrößte Kirche. Im Inneren tragen 40 mächtige Pfeiler das Gewölbe und gliedern es in fünf Schiffe. Das Mittelschiff ist rund 45 Meter hoch. Außen schmücken über 3.000 Statuen, 135 Fialen und zahlreiche Wasserspeier das Gebäude. Auf der höchsten Spitze, in einer Höhe von 108,50 Metern, thront die „Madonnina“, eine vier Meter hohe, vergoldete Kupferstatue der Gottesmutter. Sie gilt als Identifikationsfigur der Stadt und als religiöses Symbol, das den Schutz Mariens für Mailand symbolisiert.
Trotz der aktuellen sportlichen Nutzung des Vorplatzes im Rahmen der Olympischen Spiele ist der Mailänder Dom natürlich ein liturgischer Raum. Er ist der Sitz des Erzbischofs von Mailand – derzeit ist dies Mario Delpini – und bildet das Zentrum des ambrosianischen Ritus, einer eigenen liturgischen Tradition der lateinischen Kirche. Die Erzdiözese zählt rund 2.450 Priester. Historisch prägend war der auch im Bistum Regensburg recht häufig verehrte Heilige Karl Borromäus, der die noch unvollendete Kirche im Jahr 1572 weihte. Seine Reliquien ruhen in der Krypta. Im Dom wird zudem ein Nagel verehrt, der der Überlieferung nach vom Kreuz Christi stammt. Er wird einmal jährlich im „Ritus der Nivola“ den Gläubigen gezeigt.
Text: CNA Deutsch
(sig)





