News Bild Der Krieg ist zerstörerisch – Bistum Regensburg ruft zu Spenden für befreundete Ortskirche in Adigrat/Äthiopien auf

Der Krieg ist zerstörerisch – Bistum Regensburg ruft zu Spenden für befreundete Ortskirche in Adigrat/Äthiopien auf

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Corona hat uns fest im Griff. Da hat wahrscheinlich kaum jemand mitbekommen, dass in Äthiopien im letzten Herbst ein blutiger Bürgerkrieg ausgebrochen ist. Umso wichtiger ist es, darauf aufmerksam zu machen. Vonseiten des Bistums gibt es darum mehrere Initiativen, um den Menschen in der umkämpften Region Tigray zu helfen.

 

Mit Interesse, Gebet und finanzieller Unterstützung

Mit Interesse, Gebet und finanzieller Unterstützung möchte das Bistum Regensburg der befreundeten Ortskirche in Adigrat zur Seite stehen. In der Ordinariatskonferenz entstand die Idee – mit großer Unterstützung des Bischofs selbst – direkt am Marienaltar im Regensburger Dom einen Gebetsbereich einzurichten, wo auch im Gebet Solidarität bekundet werden kann, um auch diese Verbindung aufrecht zu halten. Es wird dazu das äthiopische Kreuz aufgestellt, das das Bistum 2018 als Geschenk erhalten hat und es liegen weitere Informationen aus.

Spendenaufruf

Außerdem ruft das Bistum Regensburg, besonders die Hauptabteilung Seelsorge mit dem Fachbereich Weltkirche, auch zur gemeinsamen finanziellen Unterstützung des Bistums Adigrat auf:

Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten:

Einen Beitrag zur Soforthilfe und zur humanitären Notversorgung leisten Sie mit einer Spende an Caritas international.

Caritas international

IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02
BIC: BFSWDE33KRL
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe

Verwendungszweck: Äthiopien – Tigray – Regensburg

www.caritas-international.de/hilfeweltweit/afrika/aethiopien/nothilfe-tigray

Einen Beitrag zum langfristigen Wiederaufbau des stark geschädigten sozialen Netzwerks leisten Sie mit Ihrer Spende an Bischof Tesfaselassie, Bischof von Adigrat, über missio München:

Bank: LIGA Bank

IBAN: DE96 750 90 3000 8000 8000 4

BIC: GENODEF1M05

Verwendungszweck: 54189-794, Msgr. Medhin Tesfaselassie – Nothilfe

Die Lage in Äthiopien

Seit November 2020 kämpft die äthiopische Zentralregierung gegen die Regionalregierung des Bundesstaates Tigray und die dort regierende Volksbefreiungsfront. Es herrscht ein zerstörerischer Bürgerkrieg. Den Menschen dort fehlt es an Nahrung, Wasser und Medikamenten. Vor allem aber sät der Krieg Misstrauen unter den Bürgern des Landes. Die Lage ist gerade für Außenstehende sehr verworren. Eines aber ist klar: Die Menschen in Tigray brauchen Hilfe.

Ein deutlicher Hilferuf kam vom äthiopisch-katholischen Bischof Tesfaselassie. Er steht der Eparchie Adigrat, die im umkämpften Gebiet liegt, vor. Obwohl eine Nachrichtensperre verhängt wurde, schaffte er es, sich mit zwei Briefen an die internationale Gemeinschaft und die Öffentlichkeit zu wenden. Er beschreibt darin eine katastrophale Lage der Menschen vor Ort, die weder Zugang zu Nahrung, noch zu Wasser, medizinischen Mitteln, Bargeld, Kommunikationsmöglichkeiten usw. haben. Zudem seien tausende Menschen (die Angaben gehen bis hin zu 2 Millionen) auf der Flucht und die Auseinandersetzungen mit zahlreichen Opfern gehen nach wie vor weiter. Die gesamte Region war abgeschottet und auch für Hilfsgüterlieferungen nicht zugänglich. Dies scheint sich langsam zu lockern, aber besonders Kontakt in die die Diözese Adigrat gestaltet sich nach wie vor sehr schwierig.

Der äthiopische Pfarrer Girmachew Geteneh, der seit einem Jahr im Bistum Regensburg lebt und ebenfalls die Lage in seinem Heimatland beobachtet, berichtet:

„Die aktuelle Lage in Äthiopien ist sehr erschütternd. Vor allem im nördlichen Teil Äthiopiens, der Tigray-Region, ist es sehr schlimm, weil das der Ort ist, an dem der Konflikt begonnen hat. Es war ein Zusammenstoß zwischen zwei Brüdern derselben Mutter. Ich sage das, weil sich der Krieg nicht gegen andere Nachbarländer, sondern gegen die Menschen desselben Landes. Wir haben viele Menschenleben verloren. Das Leben ist aber das höchste Geschenk Gottes. Vielleicht ist es möglich, die Häuser und die Infrastrukturen nach dem Krieg rekonstruieren. Aber wir können es nicht schaffen, das Leben der Menschen zurückzubringen. Tausende von Menschen sterben in diesem unnötigen Bürgerkrieg. Die Menschen müssen in die Nachbarländer flüchten. Darunter sind auch viele alte Männer, Frauen und Kinder unter 15 Jahren. Und sogar Neugeborene. Es ist offensichtlich, wie zerstörerisch der Krieg ist. Zum Beispiel hat dieser Bürgerkrieg viele Zivilisten getötet. Viele Jugendliche behindert. Eine schlechte Atmosphäre zwischen Brüdern geschaffen. Es fehlt noch an Wasser, Medikamenten und vielen anderen notwendigen Grundbedürfnissen. Die Menschen sterben immer noch, weil diese Grundbedürfnisse fehlen. In diesem Bürgerkrieg zerstörten sie viele historische Stätten und alte Kirchen und viele andere wertvolle Gebäude. Dies ist die traurige Lage in der letzten Zeit im nördlichen Teil Äthiopiens, insbesondere in Tigray und der Diözese Adigrat.“

Monsignore Martin Priller, Regens des Priesterseminars, der im Februar 2020 Äthiopien bereiste, teilte seine Erinnerungen an den Besuch, der ihn u.a. auch in den Norden des Landes führte:

„Das Fazit war wirklich bei allen: Das ist ein Land im Aufbruch. Äthiopien wächst und baut überall, es gibt unglaublich viele Baustellen. Aber es ist eben auch ein Land, das aus der Armut kommt und aus schwierigen politischen Verhältnissen. Man merkt, es fängt jetzt an, sich zu konsolidieren und Kraft zu schöpfen. Gerade bei Bischof Tesfaselassie war das deutlich zu spüren, wenn man sieht, was er alles initiiert.“

Eine herzliche Beziehung: das Bistum Regensburg und Äthiopien

Am Anfang stand der Weltmissionssonntag von missio München in Regensburg. Das Partnerland war Äthiopien, der zentrale Festakt fand im Bistum Regensburg statt. Im Vorfeld besuchte eine Delegation des Bistums, mit Bischof Rudolf Voderholzer an der Spitze, Äthiopien – insbesondere die Besuche bei Kardinal Berhaneyesus Souraphiel in Addis Abeba und bei Bischof Tesfaselassie in Adigrat waren nachhaltig eindrucksvoll.

Im Oktober 2018 kam, gemeinsam mit missio München, eine große Delegation aus Äthiopien (für mehrere Wochen nach Regensburg, um gemeinsam den Weltmissionsmonat im ganzen Bistum zu feiern. Teil der Delegation waren der Kardinal selbst, mehrere Bischöfe, Pfarrer, Ordensmänner und - Frauen und einige Laien, die verschiedene Gemeinden, Schulen, Einrichtungen und Kreise von Aktiven über das Bistum verteilt besuchten.

www.bistum-regensburg.de/news/weltmissionsmonat-bischof-voderholzer-verantwortliche-und-gaeste-aus-aethiopien-berichten-ueber-weltweit-groesste-solidaritaetsaktion-6355/

www.bistum-regensburg.de/news/weltmissionssonntag-im-regensburger-dom-entwicklungsminister-dr-gerd-mueller-stellt-fest-katholische-kirche-ist-groesste-bewegung-fuer-frieden-und-gerechtigkeit-auf-der-welt-6358/

Damals hat Kardinal Berhaneyesus auch die Priesterseminaristen aus Regensburg persönlich eingeladen, Äthiopien zu besuchen. Im Februar 2020 folgten 9 Seminaristen, gemeinsam mit Regens Martin Priller und Spiritual Matthias Effhauser sowie Generalvikar Michael Fuchs, dieser Einladung und besuchten das vielfältige Land am Horn von Afrika. Die Reise wurde gemeinsam mit dem Fachbereich Weltkirche organisiert und es stand ein volles Programm in Addis Abeba sowie ein mehrtätiger Besuch im Bistum Adigrat bei Bischof Tesfaselassie. Besondere Highlights waren die Begegnungen mit den jeweiligen Priesterseminaristen in Addis und in Adigrat. Bis heute seien einige der Regensburger Seminaristen heute mit Seminaristen aus Adigrat und Addis Abeba im Kontakt, berichtete Ruth Aigner, Leiterin des Fachbereichs Weltkirche.